AZ-Tipp

Dem Burn-out zuvorkommen

08.11.2021, 17:00 Uhr

Waldbaden – für manche Menschen ein Weg zur Burn-out-Prävention. (c / Foto: Andrea / AdobeStock)

Waldbaden – für manche Menschen ein Weg zur Burn-out-Prävention. (c / Foto: Andrea / AdobeStock)


Erschöpft, gestresst, überlastet – Hinweise auf die Entwicklung eines Burn-outs gibt es viele, und sie sollten ernst genommen werden. Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, einem Burn-out zuvorzukommen. Dazu muss man die Aufmerksamkeit vor allem auf sich selbst richten. 

Ursprünglich wurde vermutet, dass Burn-out eine Problematik ist, die hauptsächlich in helfenden Berufen auftritt. Mittlerweile ist klar, dass es weniger mit der Berufswahl, sondern vielmehr mit unterschiedlichen Faktoren zusammenhängt, die das Auftreten eines Burn-outs wahrscheinlicher machen:

  • Situation am Arbeitsplatz – Arbeitsplätze, an denen es utopisch ist, die Zielvorgaben zu erfüllen, oder wo die Erfolgskriterien nicht klar formuliert sind, können das Auftreten eines Burn-outs begünstigen. Große Verantwortung, Termindruck, mangelnde Einflussmöglichkeiten, fehlende Anerkennung, Kränkungen und Konflikte verstärken die Tendenz.
  • Persönliche Aspekte Menschen mit hohen Ansprüchen und einem Hang zum Perfektionismus bei gleichzeitigem Unvermögen, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu wahren, sind eher betroffen. Sie machen ihren Selbstwert unter Umständen an ihrer Leistung fest, was schnell zu dauerhafter Überlastung führen kann.

Weitere Faktoren können dazukommen, diese sind genauso individuell wie das Auftreten der Erkrankung, die Diagnose und die Behandlung.

Wenn die Betroffenen merken, dass ihre Leistungsfähigkeit nachlässt, arbeiten sie – als erste Intervention – noch intensiver. Sie ignorieren ihre eigenen Bedürfnisse und streichen die kleinen Chancen auf Erholung im Alltag wie zum Beispiel Hobbys. Für den Kontakt zu Freunden und zur Familie fehlt die Energie. Irgendwann sind alle schönen Momente im Leben verschwunden, und genauso fühlt sich das eigene Leben dann auch an – leer, sinnlos und spaßbefreit.

Bei der Burn-out-Prävention und -Therapie sind die Verbesserung der Strategien im Umgang mit Belastungen und die Schaffung von Entlastungsmöglich­keiten entscheidende Elemente. Wichtig ist, einen Weg aus der Negativspirale zu finden.

Dabei steht an erster Stelle, den Fokus der Aufmerksamkeit zu verschieben, und zwar auf sich selbst. Was tut mir gut und was tut mir nicht gut? Es gibt viele Angebote, die perfekte Entspannungstechnik für sich zu finden oder den passenden Zugang zu einem achtsamen Lebensstil. Für jeden funktioniert etwas anderes, um abzuschalten, runter- und zu sich zu kommen. Einfach mal ausprobieren und anders handeln als sonst. Gute Beispiele sind Waldbaden, das Erstellen einer Un-do-Liste oder Ausgleichsmöglichkeiten wie Sport oder Musizieren.

Wie man einen drohenden Burn-out erkennen kann und welche Maßnahmen konkret wirken, erklärt AZ-Autorin Anja Keck in der aktuellen AZ 2021, Nr. 45, S. 6


Dr. Christine Ahlheim (cha), Chefredakteurin AZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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