AKWL startet Kampagne zu Wechselwirkungen

„Garantiert gesundheitsgefährdend“

Berlin - 05.11.2021, 07:00 Uhr

Antibabypille und Johanniskraut – einfacher lässt sich die Chance auf eine ungewollte Schwangerschaft nicht erhöhen. So lautet einer der satirischen Ansätze bei WeWi-TV. (c / Foto: AKWL)

Antibabypille und Johanniskraut – einfacher lässt sich die Chance auf eine ungewollte Schwangerschaft nicht erhöhen. So lautet einer der satirischen Ansätze bei WeWi-TV. (c / Foto: AKWL)


Hinter jeder zehnten Krankenhauseinweisung stehen unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Es heißt, mehr als 25.000 Menschen sterben hierzulande jährlich an den Folgen. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe hat vor diesem Hintergrund eine Informationskampagne zum Thema Wechselwirkungen gestartet. Sie geht das Thema unter dem Titel „Garantiert gesundheitsgefährdend“ satirisch an.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen führen zu mehr Todesfällen als Unfälle im Straßenverkehr. Wie lassen sich die Menschen also für mögliche Wechselwirkungen und ihre potenziell gefährlichen Folgen sensibilisieren? Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) und die Werbeagentur Cyrano, die auch mit der ABDA zusammenarbeitet, haben sich dazu etwas einfallen lassen: „WeWi-TV“.

Bei „WeWi-TV“ („WeWi“ steht für Wechselwirkungen) erfahren Patient:innen in einem knapp sechsminütigen Film, dass sie Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln keineswegs auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Aber Achtung: Die Botschaften kommen in Nachrichten-Clips und den sozialen Medien satirisch daher. „Die Redaktion von WeWi-TV hat recherchiert und präsentiert die erfolgreichsten Verbraucher-Tipps, mit denen sich das Minimum an Wirkung bei einem Maximum an Wechselwirkungen aus Medikamenten herausholen lässt“, lautet das Versprechen auf der Kampagnenwebsite.

So erfahren Patient:innen beispielsweise, dass die gleichzeitige Einnahme von Antibaby-Pille und Johanniskraut die Chance auf eine ungewollte Schwangerschaft ungemein erhöht und dass die Wirkung vieler Antibiotika ganz einfach vermieden werden kann, wenn zugleich Milch oder Joghurt konsumiert wird. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, werden die Nutzer jederzeit darauf hingewiesen, dass es sich um satirische Inhalte handelt.

Im Zweifel in der Apotheke vor Ort nachfragen!

„Die seriöse Erklärung ist dann nur einen Klick entfernt und macht unmissverständlich klar, dass Arzneimittel keine Bonbons und Wechselwirkungen alles andere als harmlos sind. Patientinnen und Patienten sollten im Zweifel immer in der Apotheke vor Ort nachfragen, was sie bei der Einnahme ihrer Medikamente beachten müssen“, betont AKWL-Vizepräsident Frank Dieckerhoff. Diese Botschaft bleibe satirisch zugespitzt jedoch viel leichter im Kopf, als wenn sie allein als nüchterne Information daherkommt, ergänzt Michael Schmitz, Geschäftsführer Kommunikation der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

In den kommenden Wochen ist die Kampagne auf den Social-Media-Kanälen der AKWL auf Facebook, Instagram und YouTube zu finden, auf der Kampagnen-Website www.wewi.tv sowie in vielen Apotheken, wo Kampagnen-Postkarten zum Mitnehmen ausliegen. Auch die Karten provozieren mit „WeWi-Bauernregeln“ wie: „Sind zum Cholesterin-Senker noch die Grapefruits in dir drin, ist die Niere bald dahin!“.

Mit der Kampagne möchte die AKWL auch die Einführung eines Anspruchs der Patient:innen auf honorierte pharmazeutische Dienstleistungen in der Apotheke vorbereiten. „Wir machen deutlich: Die Apotheke vor Ort ist die Anlaufstelle bei Fragen zur Polymedikation und für die Arzneimitteltherapiesicherheit einfach unverzichtbar“, so Dieckerhoff.


Deutsche Apotheker Zeitung
redaktion@daz.online


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