Boosterimpfungen gegen COVID-19

STIKO empfiehlt Auffrischimpfung für ab 70-Jährige

Stuttgart - 07.10.2021, 16:30 Uhr

Nachdem sich die STIKO zunächst nur für eine Auffrischimpfung von Immungeschwächten ausgesprochen hat, empfiehlt sie nun eine Auffrischungsdosis auch für andere Personen. So sollen nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission fortan auch ab 70-Jährige eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. (x / Foto: Marina / AdobeStock)

Nachdem sich die STIKO zunächst nur für eine Auffrischimpfung von Immungeschwächten ausgesprochen hat, empfiehlt sie nun eine Auffrischungsdosis auch für andere Personen. So sollen nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission fortan auch ab 70-Jährige eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. (x / Foto: Marina / AdobeStock)


Auch ab 70-Jährigen rät die STIKO nun zu einer Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff mindestens sechs Monate nach der zweiten Dosis. Daneben empfiehlt die Ständige Impfkommission, dass auch Pflegeheimbewohner:innen und Personal in medizinischen Einrichtungen eine zusätzliche Impfdosis erhalten. Dabei soll bei mit bereits mit einer mRNA-Vakzine Geimpften möglichst der gleiche mRNA-Impfstoff verabreicht werden.

Nachdem sich die STIKO zunächst nur für eine Auffrischimpfung von Immungeschwächten ausgesprochen hat, empfiehlt sie nun eine Auffrischungsdosis auch für andere Personen. So sollen nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission fortan auch ab 70-Jährige eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Zudem rät die STIKO Bewohner:innen und Betreuten in Pflegeeinrichtungen für alte Menschen – hier denkt die STIKO aufgrund des erhöhten Ausbruchspotenzials explizit auch an unter 70-jährige Bewohner:innnen – zu einer weiteren Impfstoffdosis.

Die Empfehlung richtet sich ebenso an Pflegepersonal und andere Tätige mit direktem Kontakt mit den zu Pflegenden in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen. Das können entweder alte Menschen sein oder andere Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Verläufe. Nach Empfehlung der STIKO soll sich außerdem „Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt“ zusätzlich impfen lassen.

Gleicher mRNA-Impfstoff wie bei Grundimmunisierung

Aufgefrischt werden soll mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis, und zwar unabhängig davon, mit welcher Vakzine grundimmunisiert wurde. Damit entspricht diese Empfehlung der zur Auffrischimpfung bei Immungeschwächten. Zudem weist die STIKO erstmals darauf hin, dass bei „mRNA-Impfstoffen möglichst der bei der Grundimmunisierung verwendete Impfstoff zur Anwendung kommen“ soll.

Ihre Empfehlung zur Auffrischimpfung nun auch von Älteren, Pflegeheimbewohner:innnen und dem oben genannten Personal begründet die STIKO damit, dass der Impfschutz mit der Zeit „insbesondere in Bezug auf die Verhinderung asymptomatischer Infektionen und milder Krankheitsverläufe nachlasse“. Insgesamt falle die Immunantwort bei älteren Menschen geringer aus, Impfdurchbrüche könnten hier häufiger auch zu schweren COVID-19-Verläufen führen.

Unbenommen davon ist die Ständige Impfkommission jedoch vor der guten Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe überzeugt und betont diese auch nochmals: „Generell schützen die COVID-19-Impfstoffe effektiv und anhaltend vor schweren Erkrankungen und Tod durch COVID-19“, teilt die STIKO mit. Und weiter: „Die Impfung schützt zudem vor SARS-CoV-2 Infektion und reduziert so auch das Übertragungsrisiko von Geimpften auf deren Kontaktpersonen.“

Erst am 4. Oktober hatte der Humanarzneimittelausschuss der EMA seine Empfehlung zu Auffrischimpfungen mit den beiden mRNA-Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna abgegeben. Der EMA zufolge sind allgemeine Auffrischimpfungen – die nach mindestens sechs Monaten erfolgen – ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Sie hatte sich zudem für eine dritte Impfdosis im Rahmen der Grundimmunisierung für Immungeschwächte ausgesprochen. In Deutschland werden Boosterimpfungen bereits seit 1. September bestimmten Risikogruppen angeboten.

Der STIKO-Beschlussentwurf und die wissenschaftliche Begründung durchlaufen nun das Stellungnahmeverfahren, Änderungen sind daher noch möglich. Die endgültige Aktualisierung der STIKO-Empfehlung wird die STIKO „zeitnah“ im Epidemiologischen Bulletin veröffentlichen.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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