Neue Festbeträge zum 1. November

Vorsicht Lagerwertverluste bei Imatinib und drei anderen Wirkstoffen

Süsel - 06.10.2021, 09:15 Uhr

Mit Imatinib ist dieses Mal bei der Festsetzung neuer Festbeträge ein hochpreisiges Zytostatikum betroffen. (c / Foto: Karl Rentgen / AdobeStock)

Mit Imatinib ist dieses Mal bei der Festsetzung neuer Festbeträge ein hochpreisiges Zytostatikum betroffen. (c / Foto: Karl Rentgen / AdobeStock)


Ab 1. November gelten vier neue Festbetragsgruppen. Dies betrifft Aprepitant, Atomoxetin, Bupropion und Imatinib. Besonders aufgrund der hohen Preise einiger Präparate mit Imatinib sind erhebliche Folgen für den Markt zu erwarten. Den Apotheken drohen Lagerwertverluste.

Der GKV-Spitzenverband hat im August für vier verschreibungspflichtige Wirkstoffe Festbeträge festgesetzt. Ab 1. November 2021 gelten damit für die folgenden Festbetragsgruppen der Stufe 1 erstmals Festbeträge: 

  • Aprepitant (feste orale Darreichungsformen), 
  • Atomoxetin (feste orale Darreichungsformen), 
  • Bupropion (orale Darreichungsformen, Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung), 
  • Imatinib (orale Darreichungsformen). 

Dies haben der Hamburger Apothekerverein und der Apothekerverband Schleswig-Holstein in ihren Mitgliederrundschreiben berichtet. Wie stets bei der Festlegung neuer Festbeträge weisen die Verbände darauf hin, dass daraufhin Lagerwertverluste entstehen können, wenn die Hersteller ihre Preise auf den Festbetrag absenken. Wenn sie die Preise hingegen nicht auf das Festbetragsniveau senken, können für die Patienten Mehrkosten fällig werden. Ausnahmen würden sich nur durch den kassenspezifischen Verzicht auf die Mehrkosten bei Rabattarzneimitteln ergeben. 

Erhebliche Folgen bei Imatinib zu erwarten

Zusätzlich weisen die Verbände darauf hin, dass mit Imatinib diesmal ein hochpreisiges Zytostatikum betroffen ist. Der Apothekenverkaufspreis liege für viele Präparate derzeit zwischen 6.000 und 10.000 Euro. 

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands beträgt der Festbetrag für eine Packung mit 90 Filmtabletten oder Hartkapseln mit jeweils 400 mg Imatinib jedoch nur 538,06 Euro; für 90 Filmtabletten oder Hartkapseln mit jeweils 600 mg Imatinib sind es 798,60 Euro (jeweils Apothekenverkaufspreise inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer). Für die anderen betroffenen Wirkstoffe ergeben sich beispielsweise folgende Festbeträge (jeweils Apothekenverkaufspreise inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer): 

  • Aprepitant, 2 Kapseln à 80 mg: 32,21 Euro
  • Atomoxetin, 28 Filmtabletten oder Hartkapseln à 40 mg: 58,37 Euro
  • Atomoxetin, 28 Filmtabletten oder Hartkapseln à 100 mg: 62,75 Euro
  • Bupropion, 90 Tabletten à 130,2 mg: 94,06 Euro

Insbesondere für Imatinib sind damit erhebliche Folgen für den Markt zu erwarten, seien es massive Preissenkungen oder Umsatzverlagerungen. Damit liegt nahe, dass sich auch die Apotheken darauf einstellen sollten. 


Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


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