Nur 3 Prozent sind ausreichend versorgt

Vitamin-D-Mangel bei Kindern ist häufig

Stuttgart - 06.09.2021, 09:15 Uhr

Den Studienautoren zufolge sollte sowohl im Kindergarten als auch in der Schule ein vermehrter Aufenthalt der Kinder im Freien gefördert werden. Dies führt nicht nur zu einer vermehrten Exposition mit Sonnenstrahlung, sondern beugt gleichzeitig auch Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen vor. (s / Foto: imhof79ch / AdobeStock)

Den Studienautoren zufolge sollte sowohl im Kindergarten als auch in der Schule ein vermehrter Aufenthalt der Kinder im Freien gefördert werden. Dies führt nicht nur zu einer vermehrten Exposition mit Sonnenstrahlung, sondern beugt gleichzeitig auch Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen vor. (s / Foto: imhof79ch / AdobeStock)


Allmählich nähern wir uns den dunklen Tagen des Jahres. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir weniger Zeit draußen verbringen, und wenn doch, dann nur dick in Kleidung eingepackt. Nicht wenige Menschen produzieren daher in der kalten Jahreszeit zu wenig Vitamin D. Dass ein Vitamin-D-Mangel dabei nicht nur Erwachsene treffen kann, zeigt eine vor Kurzem veröffentlichte Studie.

Aktuell empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ) lediglich für Kinder zwischen ein und zwei Jahren eine tägliche Vitamin-D-Substitution von 500 IE/Tag. Dass eine Ausweitung dieser Empfehlung auf ältere Kinder, wie sie der Ernährungsexperte und Apotheker Prof. Dr. Martin Smollich auf Twitter fordert, durchaus Sinn ergeben könnte, zeigen neueste Daten, publiziert im „European Journal of Clinical Nutrition“.

Zuvor war der Vitamin-D-Status von 2.171 Kindern und Jugendlichen aus acht europäischen Ländern (Belgien, ­Zypern, Estland, Deutschland, Ungarn, Italien, Spanien, Schweden) zwischen drei und 15 Jahren bestimmt worden. Es zeigte sich, dass nur 3 Prozent der Kinder ausreichend mit Vitamin D versorgt waren (Serum 25-OH-Vitamin-D ≥ 30 ng/ml). Der Großteil der Kinder (63 Prozent) wies dagegen einen Vitamin-D-Mangel (Serum 25-OH-Vitamin-D: < 20 ng/ml) bzw. niedrige Werte (33 Prozent) zwischen 20 und 30 ng/ml auf.

Laut Angaben des Robert Koch-Instituts sind für eine ausreichende Knochengesundheit Vitamin-D-Spiegel zwischen 20 und 30 ng/ml (50 bis 75 nmol/l) anzustreben. Insbesondere ein Aufenthalt im Freien wirkte sich dabei positiv auf den Versorgungsstatus aus. Kinder, die pro Tag eine zusätzliche Stunde im Freien verbrachten, hatten eine um 21 Prozent höhere Chance, nicht in einen Vitamin-D-Mangel zu rutschen, als Kinder, die das nicht taten (Odds Ratio: 1,21). Auch eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung über die Ernährung sowie eine ausreichende UV-Strahlung wirkten sich positiv auf die Vitamin-D-Spiegel aus. Zudem zeigte sich, dass mit zunehmendem Alter und Body-Mass-Index die Vitamin-D-Versorgung der Kinder abnahm.

Den Studienautoren zufolge sollte sowohl im Kindergarten als auch in der Schule ein vermehrter Aufenthalt der Kinder im Freien gefördert werden. Dies führt nicht nur zu einer vermehrten Exposition mit Sonnenstrahlung, sondern beugt gleichzeitig auch Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen vor.


Marina Buchheit, Apothekerin
redaktion@daz.online


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