Stiftung Warentest checkt Fieberthermometer

Muss es ein Ohr- oder Infrarotthermometer sein?

Stuttgart - 01.09.2021, 16:45 Uhr

Laut Stiftung Warentest liefert auch ein digitales Stabthermometer zuverlässige Ergebnisse beim Fiebermessen - wenn es denn richtig angewendet wird. (b / Foto: vadiar / AdobeStock)

Laut Stiftung Warentest liefert auch ein digitales Stabthermometer zuverlässige Ergebnisse beim Fiebermessen - wenn es denn richtig angewendet wird. (b / Foto: vadiar / AdobeStock)


Liefert ein digitales Stabthermometer genauso zuverlässige Ergebnisse wie ein Infrarot- oder Ohrthermometer? Und mit welchem klappt die Fiebermessung bei Kindern am besten? Diesen Fragen ging Stiftung Warentest nach und prüfte insgesamt 20 Stab- und Ohrthermometer sowie kontaktlose Infrarotmessgeräte. Geht genaues Fiebermessen auch günstig oder sollte man in ein Ohr- oder Infrarotthermometer investieren? 

„Fiebermessen muss nicht teuer sein“, sagt Stiftung Warentest. Denn das beste Fieberthermometer nützt wohl nichts, wenn es nicht korrekt angewendet wird. Bei welchem Fieberthermometer aber klappt die Messung am besten, schnellsten, zuverlässigsten? 20 Temperaturmessgeräte standen auf der Prüfliste von Stiftung Warentest – acht digitale Stabthermometer, sechs Ohr- oder kombinierte Ohr-Stirn-Thermometer und sechs kontaktlose, die mittels Infrarot die Köpertemperatur messen.

Auch bei Kindern anwendbar

Wichtig war Stiftung Warentest, dass alle Thermometer – neben einer guten Messgenauigkeit und Handhabung – auch beim Fiebermessen zuhause gut funktionieren, und zwar sowohl bei einer Eigenmessung von Erwachsenen wie auch, wenn diese bei ihren Kindern Fieber messen. Dafür ließ Stiftung Warentest Vergleichsmessungen durchführen: Einmal maßen zehn Erwachsene ihre Temperatur selbst, dann die von zehn Kindern. Zusätzlich wurden die Körpertemperaturen jeweils von Fachkräften bestimmt.

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Am besten klappte bei Kindern die Temperaturmessung in der Praxis mit dem digitalen Stabthermometer von Boso – allerdings fand Stiftung Warentest in der Messspitze Nickel, genauso bei den digitalen Thermometern von Geratherm und Aponorm. Somit gibt es für diese drei Fieberthermometer auch im Gesamturteil nur ein „befriedigend“. Nickel stellt nach Ansicht von Stiftung Warentest zwar keine „akute Gesundheitsgefahr“ dar, doch könne es Allergien auslösen. Stiftung Warentest holte hier zusätzlich die Einschätzung von Allergie-Experten ein, diese geben etwas Entwarnung: Der Kontakt der Geräte mit der Haut sei zu kurz, um eine Allergie auszulösen, selbst für Nickelallergiker.

Besser Hartmann als dm?

Bei den Punkten Messgenauigkeit und Handhabung konnte Stiftung Warentest durchweg „sehr gut“ und „gut“ verteilen. Am besten – im Gesamturteil – schnitten  die Stab-Fieberthermometer von Hartmann und Uebe mit „gut“ ab, auf dem hinteren Platz liegt das dm-Produkt Mivolis.

Die Stabthermometer – gut und günstig?

Mit den Stabthermometern wurde im Mund gemessen, obgleich Goldstandard die rektale Messung ist. Doch auch die orale Messung liefere zuverlässige Werte, wenn das Fieberthermometer richtig positioniert sei – hinten unter der Zunge – und zuvor nichts Heißes oder Kaltes gegessen wurde, erklärt Stiftung Warentest. Vorteile von digitalen Stabthermometern: Sie sind leicht zu reinigen und günstig – ein gutes Fieberthermometer gibt es bereits für 6 Euro.

Ohr- und Stirnthermometer: schnelle Messung, aber teuer

Anders bei Ohr- oder Infrarotthermometern, wer hier ein gutes Messgerät möchte, muss den Ergebnissen von Stiftung Warentest zufolge mindestens 26 Euro für ein Ohrmessgerät und 35 Euro für ein Infrarotgerät hinlegen. Lohnt sich diese Mehrinvestition? Die Messungen erfolgen schneller: Liefert ein digitales Stabthermometer etwa nach 15 Sekunden ein Ergebnis, zeigen die Ohr-, Ohr-/Stirn- oder Infrarotthermometer die Körpertemperatur bereits nach zwei bis vier Sekunden an. Ein Infrarotthermometer funktioniert zudem nicht invasiv, da mit ihm berührungslos an der Stirn gemessen wird. Klingen diese Messmethoden erstmals „einfach“, sind jedoch auch sie nicht frei von möglichen Anwendungsfehlern.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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