Influenzasaison 2021/22

Seqirus liefert die ersten Grippeimpfstoffe aus

Stuttgart - 18.08.2021, 10:45 Uhr

Seit der letzten Woche rollen die ersten Grippeimpfstoffe aus dem Hause Seqirus zu den bundesweiten Apotheken und Großhändlern. (s / Foto: Trsakaoe / AdobeStok)

Seit der letzten Woche rollen die ersten Grippeimpfstoffe aus dem Hause Seqirus zu den bundesweiten Apotheken und Großhändlern. (s / Foto: Trsakaoe / AdobeStok)


Grippeimpfstoffhersteller Seqirus liefert die ersten Influenzaimpfstoffe für die kommende Saison 2021/22 an Apotheken und Großhändler. Mit dabei und zum ersten Mal in diesem Jahr in Deutschland: Fluad Tetra, der adjuvantiert speziell ältere Menschen ab 65 Jahren vor Grippe schützen soll.

Seit der letzten Woche rollen die ersten Grippeimpfstoffe aus dem Hause Seqirus zu den bundesweiten Apotheken und Großhändlern. Fluad® Tetra ist in diesem Jahr erstmals auch in Deutschland erhältlich – es ist ein Spezialgrippeimpfstoff für ältere Menschen (ab 65 Jahren), der die Immunantwort in dieser Risikogruppe durch ein Adjuvans verbessern soll. Mit Fluad® Tetra begann die diesjährige Auslieferung der Grippeimpfstoffe von Seqirus, in den nächsten Tagen sollen dem Unternehmen zufolge Afluria® Tetra (eibasiert) und Flucelvax® Tetra folgen. Flucelvax® Tetra ist der erste säugetierzellkulturbasierte Grippeimpfstoff im deutschen Markt, er darf ab einem Alter von zwei Jahren geimpft werden. Durch die Vermeidung von Hühnereiern als Wirt soll die Eiadaption der Influenzaviren verhindert werden und die Passgenauigkeit der auf das Impfantigen produzierten Antikörper auf tatsächlich zirkulierende Grippeviren erhöht, was einen besseren Grippeschutz bedingen könnte.

Seqirus erinnert an das Zusammentreffen von Grippewelle und COVID-19-Pandemie ab Herbst dieses Jahres. Im letzten Winter war die Influenzasaison aufgrund starker Infektionsschutzmaßnahmen bedingt durch die Corona-Pandemie kaum präsent. Hier sei mit einer größeren Zahl von Suszeptiblen zu rechnen, erklärt das Robert Koch-Institut, also mit einer erhöhten Empfänglichkeit für andere Atemwegserkrankungen. Neben Influenza nennt das RKI hier auch Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) explizit. „Erschwerend ist im Herbst ein paralleler Anstieg von SARS-CoV-2, Influenza, und RSV aufgrund der reduzierten Grundimmunität (ausgebliebene Booster-Infektionen für Influenza und RSV) der letzten beiden Saisons zu erwarten; das gemeinsame Auftreten dieser Infektionskrankheiten kann zu einer deutlichen Gesundheitsbelastung durch die Erkrankungen selbst und zusätzlich durch sekundäre Pneumonien führen“, schreibt das RKI. Deswegen sollten Präventions- und Versorgungsmöglichkeiten zu Influenza, RSV-Erkrankungen und Pneumonien, insbesondere bei Kindern und in der älteren Bevölkerung vorbereitet werden (Influenza-Impfung, passiver Schutz gegen RSV, Impfung gegen Pneumokokken und Meningokokken etc.) und die Impfstoffe sollten frühzeitig bestellt, gelagert und eine umfangreiche Informationskampagne initiiert werden, rät das Robert Koch-Institut.

Wie gut das Impfangebot 2021/22 angenommen wird, wird sich zeigen. In der Grippesaison 2019/20 lag die bundesweite Durchimpfungsrate bei 38,8 Prozent. In den Altersgruppen 60 bis 69, 70 bis 79 und 80 Jahre und älter lag sie bei jeweils 29,8 Prozent, 44,1 Prozent und 48,6 Prozent und bei nur etwa 30 Prozent für Patienten mit chronischen Grunderkrankungen


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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