Boxagrippal forte

Mit doppelter Dosis gegen Fieber, Schmerzen und verstopfte Nase

17.08.2021, 16:45 Uhr

Die Boxagrippal-Familie wird größer. Zu den beiden bisherigen Präparaten kommt ein Drittes hinzu. (c / Foto: Angelini)

Die Boxagrippal-Familie wird größer. Zu den beiden bisherigen Präparaten kommt ein Drittes hinzu. (c / Foto: Angelini)


Das Erkältungskombimittel Boxagrippal hat einen großen beziehungsweise starken Bruder bekommen: Seit kurzem ist es in der Forte-Version gelistet. Boxagrippal forte enthält 400 mg Ibuprofen und 60 mg Pseudoephedrinhydrochlorid. Laut einer Mitteilung des Herstellers Angelini Pharma ist es ab sofort bestellbar.  

Viel hilft viel – das hat sich sicher auch die Angelini Pharma GmbH, Hersteller von Boxagrippal®, gedacht und seit dem 1. August 2021 Boxagrippal® forte in der Lauertaxe gelistet. Forte bezieht sich dabei auf die Zusammensetzung einer Tablette, die mit 400 mg Ibuprofen und 60 mg Pseudoephedrin im Vergleich zum Vorgänger doppelt so hoch dosiert ist. Nach sechs Stunden kann erneut eine Tablette eingenommen werden, jedoch nicht mehr als drei Tabletten pro Tag. Verbessern sich die Beschwerden, kann auch mit Boxagrippal® 200 mg/30 mg nachdosiert werden, jedoch sollte die Tageshöchstdosis von 1200 mg Ibuprofen und 180 mg Pseudoephedrin nicht überschritten werden. 

Foto: Angelini Pharma

Das Kombinationsarzneimittel ist für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren zugelassen, die neben Schmerzen und Fieber gleichzeitig unter einer Schleimhautschwellung von Nase und/oder Nebenhöhlen leiden. Laut der S2k-Leitlinie Rhinosinusitis eignen sich die beiden enthaltenen Wirkstoffe zur Behandlung von akuten Erkältungsbeschwerden, wie verstopfter Nase zusammen mit erkältungsbedingten Schmerzen und Fieber.

Kontraindikation: unzureichend kontrollierte Hypertonie

Nicht angewendet werden sollte das Arzneimittel von Personen, bei denen bekannte Allergien gegen die Inhaltsstoffe bestehen oder die in der Vergangenheit gastrointestinale Blutungen erlitten haben. Auch eine schwere oder unzureichend kontrollierte Hypertonie sowie ein Myokardinfarkt oder Schlaganfall in der Anamnese sprechen gegen die Einnahme des Kombinationsarzneimittels. Wird Boxagrippal® forte zusammen mit anderen oral oder nasal applizierten Dekongestiva oder Methylphenidat angewendet, können hypertensive Krisen die Folge sein. Wichtig für die Beratung von Sportlern: Das enthaltene Pseudoephedrin kann zu positiven Testergebnissen bei Dopingkontrollen führen. 

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Laut einer Mitteilung des Herstellers Angelini Pharma können Apotheken Boxagrippal® forte ab sofort bestellen. Es ist in einer Packung à 12 Filmtabletten erhältlich.

In dieser Dosierung ist Boxagrippal® forte derzeit die einzige Ibuprofen/Pseudoephedrin-Kombi auf dem Markt. Alle anderen enthalten die „üblichen“ 200 mg Ibuprofen plus 30 mg Pseudoephedrin. Boxagrippal® ist außerdem noch als Saft erhältlich. Er enthält 200 mg/30 mg Ibuprofen/Pseudoephedrin je 10 ml.

Übersicht über weitere Ibuprofen/Pseudoephedrin-Kombis

  • Grippal Complex Doppelherz 200 mg/30 mg
  • Ibu-1a Pharma Grippal 200 mg/30 mg
  • Olytabs 200 mg/30 mg
  • Ratiogrippal 200 mg/30 mg
  • Spaltgrippal 200 mg/30 mg
  • Wick DuoGrippal 200 mg/30 mg

Seit 2013 ist Boxagrippal® auf dem Markt. Boehringer-Ingelheim hat die Erkältungskombi-Tabletten aus Ibuprofen und Pseudoephedrin damals eingeführt. 2017 übernahm Sanofi das OTC-Portfolio von Boehringer, darunter auch Boxagrippal®. Der Saft war dann der erste Launch unter dem Sanofi-Label. 2019 gab das französische Unternehmen die Marke dann ab – an die italienische Firma Angelini Pharma. Neben Boxagrippal® übernahm das 1919 gegründete Unternehmen, das seinen Fokus auf psychischer Gesundheit, Schmerzen und Consumer Health hat, die apothekenpflichtigen Heumann Tees zur Behandlung verschiedener Krankheiten, unter anderem leichter Blasen- und Nierenerkrankungen, Husten sowie Magen-Darm-Beschwerden.


Marina Buchheit, Apothekerin
redaktion@daz.online


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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