Gavinatura

Neues Medizinprodukt gegen Magen- und Verdauungsbeschwerden

Stuttgart - 29.07.2021, 09:15 Uhr

Mit Gavinatura® hat Reckitt seit dem 1. Juli ein Medizinprodukt gegen Magen- und Verdauungsbeschwerden im Sortiment. (Quelle: Reckitt Benckiser)

Mit Gavinatura® hat Reckitt seit dem 1. Juli ein Medizinprodukt gegen Magen- und Verdauungsbeschwerden im Sortiment. (Quelle: Reckitt Benckiser)


Reckitt hat sein Portfolio bei Magen- und Verdauungsbeschwerden erweitert: Seit dem 1. Juli ist ein Medizinprodukt in dieser Indikation im Sortiment – Gavinatura. Es wird als „natürliche“ Option beworben. Was ist der Unterschied zu Gaviscon?

Mit Gavinatura® hat Reckitt seit dem 1. Juli ein Medizinprodukt gegen Magen- und Verdauungsbeschwerden im Sortiment. Es enthält eine Polysaccharid-Komponente aus Malve und Aloe Vera und soll damit einen adhäsiven mucinähnlichen Schutzfilm auf der Magenschleimhaut bilden und darüber den Kontakt mit Magensäure und anderen Reizstoffen verringern. Eine mineralische Komponente aus Calciumcarbonat und Nahkolit neutralisiert Reckitt zufolge den Säuregehalt der überschüssigen Magensäfte und wirkt so dem Säuregefühl entgegen. Darüber hinaus soll eine Flavonoid-Komponente aus der echten Kamille (Matricaria recutita) mit den Inhaltsstoffen an der Magenschleimhaut dispergieren und so weiteren Schleimhaut-Irritationen vorbeugen. 

Die Wirkung setzt laut Hersteller in der Regel nach wenigen Minuten ein. Gavinatura® sei eine Empfehlung für Apothekenkunden mit unspezifischen Magen- oder Verdauungsbeschwerden und könne zudem in der Kombination mit Protonenpumpenhemmern und H2-Antagonisten empfohlen werden, heißt es. Die Anwendung soll auch langfristig möglich sein. Das Medizinprodukt ist für Kinder ab sechs Jahren sowie auch für Schwangere und Stillende zugelassen. Galenisch betrachtet handelt es sich bei Gavinatura® um Lutschtabletten. Sie sind frei von Alkohol, Lactose und Gluten und sind vegan.

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Die bekannte Gaviscon®-Linie hingegen enthält eine Kombination aus Natriumalginat und Carbonaten. Die Anwendung in der Selbstmedikation ist laut Packungsbeilage ab zwölf Jahren möglich. Wobei das Alginat eine Schutzbarriere gegen saures Aufstoßen bilden soll und die Carbonate die Magensäure neutralisieren. Gaviscon® ist in verschiedenen Wirkstärken zu haben. Neben der flüssigen Variante sind Kautabletten verfügbar. Zudem gibt es mit Gaviscon® Liquid ein ausgewiesenes Präparat für die Schwangerschaft, grundsätzlich können aber alle Produkte aus der Gaviscon®-Linie in der Schwangerschaft angewendet werden.

Da Gavinatura® ebenfalls zweiwertige Kationen enthält, dürfte das Interaktionspotenzial vergleichbar mit dem von Gaviscon® und allen anderen Antazida sein. Somit sollte die Einnahme immer mit Abstand zu anderen Arzneimittel erfolgen.


Dr. Beatrice Rall, Redakteurin DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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