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Fernsehteam begleitet E-Rezept-Start

Berlin - 02.07.2021, 17:00 Uhr

Apotheker Konstatin Lamboy testet in Berlin das E-Rezept. (c / Foto: RBB24)

Apotheker Konstatin Lamboy testet in Berlin das E-Rezept. (c / Foto: RBB24)


Der Lokalsender RBB24 berichtete am gestrigen Donnerstag über die ersten Testläufe des E-Rezepts in Berlin. Zu Wort kommen in dem Fernsehbeitrag neben dem teilnehmenden Arzt und dem beteiligten Apotheker auch Gematik-Chef Markus Leyck Dieken und die Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins Anke Rüdinger.

Noch bedeute das E-Rezept für ihn im Vergleich zum Muster-16 mehr Arbeit, räumt Shahin Mirkouhi ein. Mehr Dokumentation, mehr Aufklärung. Doch für die Zukunft sieht er auch die Vorteile der elektronischen Verordnungen, insbesondere für die Patientinnen und Patienten: Denn auf dem digitalen Weg gehen ihnen die Informationen zu ihren Medikamenten nicht verloren, sie haben sie theoretisch immer zur Hand. Der Arzt aus Berlin ist der erste Mediziner hierzulande, der die Abläufe rund um das E-Rezept im Auftrag der Gematik erproben soll. Sein Partner ist Konstatin Lamboy.

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Für den Inhaber der Feurig-Apotheke in Berlin-Schöneberg sind die QR-Codes, die sich in seinem Betrieb einfach abscannen lassen, ein Vorteil, auch wenn die digitalen Abläufe auf Patientenseite zunächst noch nicht funktionieren. Sie bekommen vorerst in der Praxis einen Papierausdruck ihres E-Rezepts in die Hand. „Beim herkömmlichen Rezept wird ein Text gelesen vom Rechner“, erklärt Lamboy. „Und das kann mitunter auch zu Fehlern führen.“ Diese Fehler lassen sich dem Apotheker zufolge durch die Zuhilfenahme der QR-Codes vermeiden. Denn diese seien eindeutig mit einem bestimmten Medikament, Patienten und Arzt verknüpft.

Weshalb derzeit nur Mirkouhi und Lamboy in die Erprobung des E-Rezepts eingebunden sind, wollte der RBB von Gematik-Chef Markus Leyck Dieken wissen. „Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass noch mehr Softwarehäuser, Kliniken und Ärzte schon jetzt in diesen ersten Wochen bereitstehen, um Ihnen die Ausstellung des E-Rezepts zu ermöglichen“, sagt er. Und verspricht: „Die ersten Patienten werden wahrscheinlich schon in zwei, drei Wochen wirklich E-Rezepte in den Apotheken einlösen können.“

Konkreter wird die Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins, Anke Rüdinger, im RBB-Interview. Was da schiefgelaufen sei, fragt die Moderatorin sie. Denn eigentlich sollten jetzt bereits 120 Apotheken in der Fokusregion Berlin-Brandenburg in der Lage sein, E-Rezepte zu verarbeiten. „Ich glaube nicht, dass da etwas schiefgelaufen ist“, widerspricht die BAV-Chefin. Die Gematik habe alle technischen Komponenten rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Doch die Testphase für die elektronischen Verordnungen müsse gründlich erfolgen. „Wir digitalisieren hier einen Kernprozess des deutschen Gesundheitswesens, an dem sehr, sehr viele beteiligt sind – Arztpraxen, Patienten, Apotheken, Rechenzentren und die Krankenkassen“, betont Rüdinger. Dabei treffen viele verschiedene Softwaresysteme aufeinander. „Dieser Prozess muss einfach auch in der digitalen Form einwandfrei funktionieren, damit die Beteiligten den Prozess akzeptieren. Da finde ich es nur richtig und wichtig, dass dieser Prozess ganz genau getestet wird.“

Den vollständigen Fernsehbeitrag finden Sie auf der Website des RBB24.


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

E-Rezept

von Conny am 02.07.2021 um 17:48 Uhr

Es werden ihm keine Informationen verloren gehen, sondern das gesamte Rezept. Aus dem zarten Pflänzchen wird ein Mammutbaum werden. Alles andere ist naive Träumerei.

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