Modellvorhaben

Bald auch impfende Apotheker in Westfalen-Lippe

Berlin - 22.06.2021, 16:00 Uhr

An die Spritzen, fertig, los: In der kommenden Influenzasaison könnten sich bis zu 700 Offizinen in Westfalen-Lippe an einem Modellprojekt zur Grippeimpfung in den Apotheken beteiligen. (b/Foto: IMAGO / Laci Perenyi)

An die Spritzen, fertig, los: In der kommenden Influenzasaison könnten sich bis zu 700 Offizinen in Westfalen-Lippe an einem Modellprojekt zur Grippeimpfung in den Apotheken beteiligen. (b/Foto: IMAGO / Laci Perenyi)


In der Influenzasaison 2021/22 werden auch viele Apotheken in Westfalen-Lippe Menschen gegen die Grippe immunisieren dürfen. Auf ein entsprechendes Modellprojekt haben sich die AOK NordWest und der Apothekerverband Westfalen-Lippe verständigt, wie die Vertragspartner am heutigen Dienstag bekannt geben. Rund 700 Offizinen liegen in den Regionen, auf die sich das Vorhaben erstreckt.

Im kommenden Herbst werden auch Apotheker:innen in Westfalen-Lippe gegen Grippe impfen dürfen. Über eine entsprechende Vereinbarung informieren heute die AOK NordWest und der Apothekerverband Westfalen-Lippe in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Demnach könnten dort zukünftig mehr als 700 Apotheken die Grippeschutzimpfung anbieten. Zur Modellregion gehören den Vertragspartnern zufolge die Stadt Dortmund, der gesamte Regierungsbezirk Detmold, der Kreis Olpe, der Märkische Kreis sowie der Hochsauerlandkreis. „Die logistischen Vorbereitungen laufen bereits jetzt an“, schreiben die Kasse und der Verband. Dazu gehören die Beitrittserklärungen der Apotheken, die an dem Modellvorhaben teilnehmen möchten, und die Qualifizierung der Apothekerinnen und Apotheker. Mit den ersten Impfungen ist dann zum Start der neuen Grippe-Saison zu rechnen.

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„Damit bieten wir als erste gesetzliche Krankenkasse in Westfalen-Lippe unseren Versicherten eine zusätzliche Möglichkeit, sich gegen die Virusgrippe Influenza impfen zu lassen“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. „Mit unserem gemeinsamen Modellprojekt nutzen wir konsequent den Gestaltungsspielraum, den uns der Gesetzgeber gegeben hat, und verbessern damit gleichzeitig die medizinische Versorgung unserer Versicherten.“ Und AVWL-Vorstandschef Klaus Michels ergänzt: „Wir freuen uns, dass die Impfungen künftig auch in vielen Apotheken möglich sind. Dies stellt einmal mehr die Bedeutung der Vor-Ort-Apotheke für die Versorgung der Patienten unter Beweis.“

Aus der Sicht der AOK und des AVWL sind die Apotheken vor Ort neben den Arztpraxen eine patientennahe und qualitätsgesicherte Anlaufstelle für viele Menschen, um sich gegen Grippe impfen zu lassen. „Dabei sehen sich die Apotheken nicht in Konkurrenz zu den Ärzten“, betont Michels. „Vielmehr zeigen die Erfahrungen aus anderen Staaten und Bundesländern, dass Impf-Apotheken vor allem die Menschen erreichen, die sich zuvor nicht haben impfen lassen. Die Apotheken sind also eine zusätzliche, unkomplizierte Möglichkeit für die Menschen, sich gegen die Virusgrippe impfen zu lassen.“

Gemeinsames Ziel von AOK und AVWL ist es laut Pressemitteilung, die Durchimpfungsrate der Bevölkerung in Westfalen-Lippe weiter zu steigern. Nach Angaben der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut seien nur 35 Prozent der Risikogruppe der Über-60-Jährigen gegen Influenza geimpft. Das Modellvorhaben läuft über einen Zeitraum von drei Jahren und wird „nach allgemein anerkannten wissenschaftlichen Standards“ begleitet und ausgewertet.


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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