Rote-Hand-Brief Vaxzevria

Drei Wochen nach Impfung auf Thrombosen oder Thrombozytopenien achten

Stuttgart - 02.06.2021, 14:14 Uhr

Ein weiterer Rote-Hand-Brief zum AstraZeneca-Impfstoff legt neue Kontraindikationen für Vaxzevria fest. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Ein weiterer Rote-Hand-Brief zum AstraZeneca-Impfstoff legt neue Kontraindikationen für Vaxzevria fest. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)


AstraZeneca hat in Abstimmung mit der EMA und dem Paul-Ehrlich-Institut die Informationen zu seinem COVID-19-Impfstoff Vaxzevria aktualisiert: Tritt nach Impfung mit Vaxzevria ein Thrombose-Thrombozytopenie-Syndrom auf, ist der AstraZeneca-Impfstoff kontraindiziert. Auch sollen Patienten mit verringerten Thrombozyten innerhalb von drei Wochen nach Vaxzevria-Impfung aktiv auf Thrombosen untersucht werden.

In einem Rote-Hand-Brief informiert AstraZeneca über den aktuellen Umgang mit dem Vektorimpfstoff hinsichtlich des Risikos eines Thrombose-Thrombozytopenie-Syndroms (TTS) und bezieht sich dabei auf bereits veröffentlichte Rote-Hand-Briefe aus dem März und April.

Der Roten Hand vom Mai zufolge ist Vaxzevria kontraindiziert bei Personen, bei denen nach vorheriger Impfung mit Vaxzevria ein Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom aufgetreten ist. Auch weist AstraZeneca darauf hin, dass ein TTS eine „spezielle klinische Behandlung“ erfordere und medizinisches Fachpersonal hierbei die geltenden Leitlinien beachten und/oder Spezialisten (z. B. Hämatologen, Gerinnungsspezialisten) hinzuziehen sollte, um diese Erkrankung zu diagnostizieren und zu behandeln. 

Seltene, doch teils schwere Thrombosen

Hintergrund zu den Sicherheitsbedenken ist, dass Vaxzevria – indiziert zur aktiven Immunisierung von Personen im Alter von 18 Jahren und älter zur Vorbeugung der durch SARS-CoV-2 verursachten COVID-19-Erkrankung – in seltenen Fällen zu einem Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS), teils einhergehend mit Blutungen, geführt hat. Bei manchen Patient:innen verlief das TTS schwer bis tödlich, teils präsentierten sich venöse Thrombosen in ungewöhnlichen Bereichen, wie zum Beispiel zerebrale Sinusvenenthrombose, Venenthrombose im Splanchinkusgebiet sowie arterielle Thrombose, bei gleichzeitiger Thrombozytopenie. 

Die meisten dieser Fälle traten innerhalb der ersten drei Wochen nach der Impfung und meist bei Frauen unter 60 Jahren auf. Medizinisches Fachpersonal sollte auf die Anzeichen und Symptome einer Thromboembolie und/oder Thrombozytopenie achten. Die Geimpften sollten angewiesen werden, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sie nach der Impfung Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen, Beinschmerzen oder anhaltende Bauchschmerzen entwickeln. Außerdem sollten alle Personen, die nach der Impfung neurologische Symptome aufweisen, wie starke oder anhaltende Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Verwirrtheit oder Krampfanfälle oder bei denen nach einigen Tagen Hautblutungen (Petechien) außerhalb des Verabreichungsortes der Impfung auftreten, umgehend einen Arzt aufsuchen. Personen, bei denen innerhalb von drei Wochen nach der Impfung mit Vaxzevria eine Thrombozytopenie diagnostiziert wird, sollten aktiv auf Anzeichen einer Thrombose untersucht werden. In gleicher Weise sollten Personen, bei denen innerhalb von drei Wochen nach der Impfung eine Thrombose auftritt, auf Thrombozytopenie untersucht werden. Die Fachinformation von Vaxzevria wurde hinsichtlich dieser Informationen entsprechend aktualisiert. 


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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