Budesonid und Ciclesonid

EMA: Unzureichende Datenlage für inhalative Corticoide bei COVID-19

Stuttgart - 28.05.2021, 09:15 Uhr

Konkret hat sich bei der EMA die sogenannte COVID-19-Taskforce mit der Fragestellung auseinandergesetzt. (c / Foto: Olaf Gedanitz / AdobeStock)

Konkret hat sich bei der EMA die sogenannte COVID-19-Taskforce mit der Fragestellung auseinandergesetzt. (c / Foto: Olaf Gedanitz / AdobeStock)


Im April berichtete DAZ.online über eine Studie mit dem Asthmamittel Budesonid, das in den Medien für großes Aufsehen sorgte: Könnte ein Asthmaspray tatsächlich gegen Verschlimmerung von COVID-19 helfen? Manche hielten die Evidenz für eine solche Aussage und entsprechende Therapieempfehlung noch für zu dünn. Seit vergangenem Donnerstag meint auch die EMA: Die Daten zur Verwendung von inhalativen Corticoiden bei COVID-19 sind noch unzureichend.  

Laut einer aktuellen Mitteilung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA sollen sich Angehörige der Gesundheitsberufe bewusst machen, dass es derzeit keine ausreichenden Belege dafür gibt, dass inhalative Corticoide für Menschen mit COVID-19 von Nutzen sind.

Konkret hat sich bei der EMA die sogenannte COVID-19-Taskforce mit der Fragestellung auseinandergesetzt. Diese habe in den Studien bislang zwar keine Sicherheitsrisiken feststellen können – sie könne aber auch nicht ausschließen, dass inhalative Corticoide bei Patient:innen mit COVID-19, die normale Sauerstoffwerte haben, Schaden anrichten könnten. 

Als inhalative Wirkstoffe benennt die EMA beispielhaft Budesonid und Ciclesonid, zudem nennt sie drei Quellen, auf die sie ihr Urteil stützt:

Um den Nutzen von inhalativen Corticoiden bei Menschen mit COVID-19 festzustellen, sind also weitere Erkenntnisse aus klinischen Studien erforderlich. Währenddessen weist die EMA darauf hin, dass der Einsatz von systemischen Dexamethason bei Patient:innen mit COVID-19 evidenzbasiert ist. Die EMA befürwortet seit September 2020 den Einsatz von oralem oder injizierbarem Dexamethason bei COVID-19-Patient:innen mit Sauerstofftherapie.


Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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