Holzgerlinger Impfmarathon

4.802 Impfungen in 20 Stunden und „viele positive Vibes“

Stuttgart - 25.05.2021, 17:50 Uhr


Apotheker Dr. Björn Schittenhelm aus dem baden-württembergischen Holzgerlingen dürfte mittlerweile weit über die Grenzen seines Heimatorts bekannt sein, Grund ist sein Engagement im Zuge der Corona-Pandemie. So hat er beispielsweise als erster Apotheker ein Testzentrum aufgebaut und gemeinsam mit dem zuständigen Landrat eine Teststrategie für seinen Heimatkreis entwickelt. Am vergangenen Wochenende stand die nächste Aktion an, an der er beteiligt war: ein Impfmarathon.

Rund 250 Helfer, 4.802 verabreichte Impfungen in 20 Stunden und „ganz viel positive Vibes“ – so lautet für den Holzgerlinger Apotheker Dr. Björn Schittenhelm die Bilanz aus dem Impfmarathon, der vergangenes Wochenende in seinem Heimatort stattfand und den er mitorganisiert hat. Man habe richtig gesehen, wie den Leuten eine Last abgefallen sei – so nach dem Motto „für mich ist die Pandemie jetzt vorbei“ berichtet Schittenhelm gegenüber DAZ.online. Diese gute Stimmung habe sich auch auf die Helfer übertragen, sodass alle bis in die Haarspitzen motiviert waren. „Das Feedback war unfassbar.“ Der Apotheker erzählt weiter: „Es hat ungefähr eine halbe Stunde gedauert, bis wir uns eingeruckelt haben, danach waren wir immer eine halbe Stunde vor dem Zeitplan. Drei Minuten pro Patient waren eingeplant, am Ende dauerte es im Schnitt 2,46 Minuten – plus einer Viertelstunde Beobachtung im Freien. Wir hätten also noch mehr impfen können.“ Vor diesem Hintergrund findet es Schittenhelm besonders ärgerlich, dass knapp 200 Angemeldete nicht erschienen sind. Allerdings liege damit die „No-Show-Quote“ deutlich niedriger als bei den Impfzentren, wo sie bei etwa acht Prozent sei.

privat

Die Idee ist laut Schittenhelm nach einer Gemeinderatssitzung vor ein paar Monaten entstanden, als sein Gemeinderatskollege Dr. Alexander Failenschmid, der als Arzt viel im Kreisimpfzentrum arbeitet, die ineffizienten Abläufe – die „Zettelwirtschaft“ – dort monierte. Hätte er Impfstoff, würde er impfen „wie ein Weltmeister“. Der Bürgermeister habe ihn beim Wort genommen , erzählt der Apotheker weiter. Er selbst habe seine Unterstützung bei der Impfstoffbeschaffung und der Bereitstellung einer digitalen Terminvergabelösung analog zu den Testzentren zugesagt. „Das Hauptproblem war am Ende ein politisches“, so Schittenhelm weiter, „nämlich ob es über die Hausarztschiene laufen soll und die Impfstoffe darüber beschafft werden oder über das Sozialministerium. Damit würde die Impfstoffbeschaffung analog zu den Impfzentren laufen. Wir haben jongliert, wo die Chance größer ist, die benötigten Impfstoffe zu bekommen. Als dann klar war, dass das bei den Hausärzten der Fall ist, haben wir beschlossen, die Aktion wie eine ausgelagerte Praxis zu organisieren. Das Geniale ist: Es haben tatsächlich alle 17 Hausärzte aus den fünf Praxen mitgemacht und waren vor Ort.“



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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2 Kommentare

Vibes ?

von Uwe Dietze am 26.05.2021 um 10:57 Uhr

Ich weiß natürlich, dass Vibes keine Vipern sind, auch nicht Weiber. Trotz neun Jahre Englisch mit Abi kannte ich das Wort nicht, Da bin ich nicht der Einzige. Was soll das? Können Sie nicht mehr unsere Landessprache Deutsch? Please Write German wenn Ihr ein deutsches Unternehmen seid. Die Anbiederei an Englisch ist doch peinlich und zeugt von einem Minderwertigkeitskomplex. Gruß von Uwe Dietze

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AW: Vibes

von Redaktion DAZ.online am 26.05.2021 um 11:37 Uhr

Lieber Herr Dietze,

wir zitieren, wie an den Anführungszeichen zu erkennen ist, an dieser Stelle den Kollegen Schittenhelm. Der hat das so gesagt. Ich würde ihm an dieser Stelle auch kein anderes Motiv unterstellen als die Tatsache, dass er Mitte 30 ist und einfach so spricht.
Viele Grüße
Ihre Redaktion

Viele Grüße
Ihre Redaktion

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