Digitaler Impfpass

EU macht den Weg frei für das Grüne Zertifikat

Marseille - 21.05.2021, 16:45 Uhr

Mit dem Grünen Zertifikat sollen die Abläufe bei Reisen zwischen verschiedenen EU-Staaten erleichtert werden. (Foto: IMAGO / U. J. Alexander)

Mit dem Grünen Zertifikat sollen die Abläufe bei Reisen zwischen verschiedenen EU-Staaten erleichtert werden. (Foto: IMAGO / U. J. Alexander)


Die Europäische Union hat sich über die Rahmenbedingungen zu einem digitalen „Grünen Zertifikat“ geeinigt, mit dem künftig eine Corona-Impfung, eine Genesung oder negative Testergebnisse nachgewiesen werden sollen. Doch was genau bringt es?

Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagabend gab der spanische EU-Parlamentarier Juan Fernando López Aguilar bekannt, nach „aufreibenden” und „stundenlangen” Verhandlungen hätten das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten einen Kompromiss zu den Rahmenbedingungen beim sogenannten Grünen Zertifikat beschlossen. Der Gesetzentwurf muss in der kommenden Woche noch durch den Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres der EU genehmigt werden.

Mehr zum Thema

Bundestag beschließt Änderung des Infektionsschutzgesetzes

Bahn frei für digitale Impf-, Genesenen- und Testzertifikate

Mit dem digitalen Zertifikat sollen die Kontrolle und das Ausstellen von Impfnachweisen innerhalb der Europäischen Union vereinheitlicht werden, ebenso Nachweise einer Genesung nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion und Testergebnisse. Damit verfolgt die EU zwei Ziele: Zum einen soll es die Abläufe bei Reisen zwischen verschiedenen EU-Staaten erleichtern. Ein weiterer, offenbar wichtiger Grund ist die vergleichsweise hohe Fälschungssicherheit eines digitalen Zertifikats.

Bislang hätten Reisende verschiedene Arten von Nachweisen wie ärztliche Bescheinigungen, Testergebnisse oder Erklärungen vorweisen müssen, heißt es im Verordnungsentwurf der EU-Kommission. Aufgrund „des Fehlens standardisierter und gesicherter Formate” hätten sie dabei zum Teil „Probleme bei der Akzeptanz solcher Bescheinigungen” gehabt. Zudem solle es zur Vorlage unwahrer Angaben enthaltender oder gefälschter Dokumente gekommen sein.

Apotheken dürfen Zertifikat nachträglich erstellen

Das digitale Grüne Zertifikat soll nun als Nachweis über Impfung, Genesung oder Corona-Test von Ärzten, Impf- oder Testzentren ausgestellt werden und einen QR-Code enthalten. Wer in der Vergangenheit bereits geimpft wurde, soll den Nachweis in das Grüne Zertifikat übertragen lassen können, was auch in Apotheken möglich sein soll.

In der gesamten EU soll die Echtheit der Zertifikate anhand des QR-Codes überprüft werden können, auch wenn diese in einem anderen Land ausgestellt wurden. Die digitale Plattform dazu haben im Auftrag der EU-Kommission die Deutsche Telekom und SAP entwickelt. Laut EU soll niemand gezwungen werden, den Nachweis auf dem Smartphone mit sich zu führen, auch ein Ausdruck des Nachweises mit dem QR-Code soll gültig sein.



Irene Habich, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Reisen mit dem Grünen Zertifikat

Was bringt der digitale COVID-19 Impfnachweis?

Gültigkeit der Impfnachweise

Reisen in der EU bald nur noch mit Booster?

ABDA aktualisiert Handlungshilfe

Impfung im Ausland: Digitalisieren erlaubt?

Ergänzung von Impfausweisen / Erweiterte Prüfpflichten / Bei Fälschung droht Haft

Eine neue Aufgabe für die Apotheken

2 Kommentare

praktisch

von Dr. House am 25.05.2021 um 14:35 Uhr

Es solle aber wieder aktiviert werden können, wenn die WHO eine „neue Gesundheitsnotlage” ausrufe.
Hmm. praktisch

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kaffee trinken...Däumchen drehen?

von T. La Roche am 21.05.2021 um 23:41 Uhr

Arztpraxen und Apotheken sind voll am Anschlag!
Wer noch Kapazitäten frei hat, möge sich melden.
Wir könnten die Impfungen runterfahren oder die gewohnte Patientenversorgung noch mehr einschränken, um diese Aufgabe zu stemmen.
Nur um Erleichterungen für die "privilegierten Geimpften" zu ermöglichen?
Manch ein Politiker scheint nicht verstanden zu haben, was die medizinische Front in den letzten 14 Monaten durchgemacht hat.
Insbesondere scheint man bei den Apotheken eine "Kunde ist König" Mentalität an den Tag zu legen.
Ich erspare mir die bekannten Details...aktuell ist die Vergütung für die Impfstoffe noch unklar, aber bisher nicht mehr als Finger in Popo.
Wir sind ganz Nahe an der Bevölkerung und ein sehr wertvoller Part bei dem erfolgreichen Rückgang der Infektionszahlen.
Ihr wollt ein grünes Zertifikat und gleichzeitig den Versendern (im Mantel der "Digitalisierung") das eRezept durchboxen...obwohl es KEINER wirklich braucht. No!
Im Ernstfall, lassen wir das Rezept nach dem Wochenende im Sinne der Versorgung nachträglich ändern...in Zukunft stehen wir am Freitag Nachmittag da, zucken mit den Schultern: "Dann müssen sie wohl ins Krankenhaus"
Wenn Herr Spahn- weiterhin ohne Bedenken- die wirklich sehr gut eingespielte Versorgung aufgrund seiner Beziehungen zu niederländischen Versendern in seinen letzten Monaten riskieren will, dann bitte ich darum, dass man dieses "grüne Zertifikat" zum Anlass nimmt auch einmal zu sagen....NO! Sorry, nicht für 18€ ...vielleicht nachträglich gekürzt auf 9€...und auch sonst nicht.
Ärzte und Apotheker sind nicht die Gehilfen eines Wahlkampfs...sorry, die Privilegierten müssen leider ihren Impfpass in Papierform vorweisen. Die komplizierten Fälle (Durchgestandene Infektion am...) sind mit 18 Euro eh nicht abgedeckt.
Alternativ empfehle ich das Bürgerbüro...zur Zeit weniger ausgelastet! Viel Vergnügen! Zu Teuer? Haha...echte Comedians, diese Politiker:innen!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.