COVID-19-Impfstoff für Kinder in der EU

Biontech plant Zulassung für Comirnaty ab zwölf Jahren

Stuttgart - 30.04.2021, 07:00 Uhr

Biontech/Pfizer planen die Zulassungserweiterung ihres COVID-19-Impfstoffes für Kinder ab zwölf Jahren auch in der EU. (Foto: smile23 / AdobeStock)

Biontech/Pfizer planen die Zulassungserweiterung ihres COVID-19-Impfstoffes für Kinder ab zwölf Jahren auch in der EU. (Foto: smile23 / AdobeStock)


In den USA haben Biontech/Pfizer einen Antrag auf Erweiterung der Zulassung ihres COVID-19-Impfstoffes bereits gestellt – Comirnaty soll schon bald auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren geimpft werden. Nun will Biontech in Kürze diesen Schritt auch in der EU gehen und einen Zulassungsantrag für Kinder ab diesem Alter stellen. In Studien zeigte Comirnaty einen Impfschutz bei Jugendlichen von 100 Prozent.

Comirnaty® ist bislang die einzige Coronavakzine, die ab 16 Jahren geimpft werden darf, die anderen in der EU bedingt zugelassenen COVID-19-Impfstoffe von AstraZeneca (Vaxzevria®), Janssen (Johnson & Johnson) und Moderna dürfen erst ab einem Alter von 18 Jahren geimpft werden. Nun haben jüngst Studien gezeigt, dass die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer auch Jüngere effektiv vor COVID-19 schützt – und Biontech/Pfizer reichten einen Antrag auf Zulassungserweiterung bei der FDA in den Vereinigten Staaten ein. Das soll in Kürze auch in der EU geschehen. 

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, will Biontech laut einer Unternehmenssprecherin „in den nächsten Tagen“ bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA einen Antrag stellen. Die Rede ist vom 5. Mai 2021. „Wir haben die Studiendaten für die 12- bis 15-Jährigen in den USA für die bedingte Zulassung eingereicht, in Europa sind wir in den letzten Zügen vor der Einreichung“, wird Biontech-Chef Ugur Şahin zitiert.

100 Prozent Impfschutz bei Jugendlichen

Biontech/Pfizer stützen ihren Änderungsantrag bei der FDA auf jüngst bekannt gewordene Zwischenergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie, in denen Comirnaty® auch bei Jugendlichen ausgesprochen gut vor COVID-19 geschützt hatte: 2.260 Jugendliche hatten im Abstand von drei Wochen entweder zwei Dosen Comirnaty® oder zwei Dosen Kochsalz-Placebo erhalten. Bei 18 der 1.129 mit Placebo „geimpften“ Jugendlichen ließen sich COVID-19-Fälle nachweisen, hingegen war in der Comirnaty®-Gruppe keiner der Jugendlichen SARS-CoV-2 positiv. Daraus leiteten Biontech/Pfizer eine Impfwirksamkeit von 100 Prozent ab. Allerdings lassen sich aufgrund der geringen Fallzahlen nur schwer allgemeingültige Aussagen für die Bevölkerung treffen.

Gute Verträglichkeit

Vier Wochen nach der zweiten Impfung ließen sich „robuste Antikörperreaktionen“ nachweisen, teilte Biontech Ende März mit. Die gemessenen Titer neutralisierender Antikörper hätten sogar die bei älteren (16 bis 25 Jahre) und früher geimpften Teilnehmer:innen übertroffen. Auch hätten die Jugendlichen die Impfungen ähnlich gut vertragen wie ältere Geimpfte. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen, Fieber, Schwellungen und Rötungen an der Injektionsstelle, Übelkeit, Unwohlsein und Lymphadenopathie (Schwellung der Lymphknoten).


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Kinderimpfung notwendig?

von Evelyn Löhr am 30.04.2021 um 9:26 Uhr

https://www.scinexx.de/news/medizin/corona-antikoerper-verraet-risiko-fuer-schweren-verlauf/
Welchen Gewinn haben Kinder von einer Impfung, wenn sie sowieso für einen milden Verlauf prädestiniert sind? Ist es nicht sinnvoller, alle auf OC43-Antikörper zu testen und Impfung nur da einzusetzen, wo sie z.B. wg. Vorerkrankungen hilfreich sein kann?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Kinderimpfung notwendig

von Lisa am 03.05.2021 um 10:51 Uhr

Hier kann ich nur zustimmen.
Nicht nur Erwachsenen, sondern jetzt auch noch Kindern unnötigerweise (in den meisten Fällen) eine Impfung zu verabreichen, die auf keinerlei Langzeitstudien verweisen kann, halte ich für verantwortungslos. Haben wir in Deutschland uns nicht verpflichtet (Nürnberger Prozesse), keine medizinischen Versuche mehr an Menschen vorzunehmen? Und nichts anderes haben wir hier vor uns. Vielleicht sollten wir ganz nüchtern und ins richtige Verhältnis gesetzt ohne Panik und Angst vor dem Tod die Pandemie-Zahlen betrachten. Wir werden sehen, dass wir keine Impfung brauchen und die Risiken einfach zu hoch sind.

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