Daten aus Israel

Myokarditis durch Comirnaty?

Stuttgart - 27.04.2021, 09:15 Uhr

Israel berichtet über Fälle von Myokarditits nach Impfung mit Comirnaty. (Foto: abhijith3747 / AdobeStock)

Israel berichtet über Fälle von Myokarditits nach Impfung mit Comirnaty. (Foto: abhijith3747 / AdobeStock)


Verursacht eine COVID-19-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer – Comirnaty – eine Myokarditis? Medienberichten zufolge geht nach mehr als fünf Millionen geimpften Comirnaty-Dosen in Israel diese Sorge um, da „Dutzende“ – so berichtet der „Bayerische Rundfunk“ – mit Biontech/Pfizer Geimpfte eine Herzmuskelentzündung entwickelten. Wie häufig sind Myokarditiden nach Comirnaty? DAZ.online hat sich die Daten dazu angeschaut.

Laut dem „Bayerischen Rundfunk“ (BR) untersucht das israelische Gesundheitsministerium Fälle von Herzmuskelentzündungen in Verbindung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty® von Biontech/Pfizer. So seien vorläufigen Ergebnissen einer Studie zufolge „Dutzende“ Fälle einer Myokarditis bei mehr als fünf Millionen Geimpften aufgetreten. Der BR beruft sich dabei auf eine Aussage des israelischen Koordinators der Pandemiebekämpfung, Nachman Ash, vom vergangenen Sonntag. Die Herzmuskelentzündung soll sich hauptsächlich nach der zweiten Dosis manifestiert haben. Es sei jedoch weder klar, ob die Herzmuskelentzündungen kausal im Zusammenhang mit dem Impfstoff stünden, noch ob ihre Anzahl ungewöhnlich hoch sei, liest man beim BR. Eine ähnlich hohe Anzahl von Myokarditisfällen sei darüber hinaus in den letzten Jahren gemeldet worden – und da wurde noch nicht mit BNT162b2 geimpft.

Wie häufig eine Myokarditis in der Bevölkerung auftritt, dazu gibt es kaum Daten. Die Inzidenz wird auf 1:10.000 bis 1:100.000 geschätzt.

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Pfizer äußerte sich bereits gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: Pfizer sei sich der israelischen Beobachtungen der Erkrankung bewusst, die überwiegend bei jungen Männern aufgetreten sei, die den Impfstoff von Pfizer/Biontech erhalten hatten. Man habe jedoch keine höhere Myokarditis-Rate beobachtet, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten wäre. Und weiter: „Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass Myokarditis ein Risiko im Zusammenhang mit der Anwendung des COVID-19-Impfstoffs von Pfizer/Biontech darstellt.“

Auf der Homepage des israelischen Gesundheitsministeriums – Ministry of Health – findet sich keine Nachricht zu den potenziellen kardialen Nebenwirkungen von Comirnaty®.

Was sagt das PEI?

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erklärt in seinem am 4. März 2021 veröffentlichten Sicherheitsbericht, dass sieben Fälle einer Myokarditis nach COVID-19-Impfungen gemeldet wurden. Alle Patienten waren mit Comirnaty® geimpft worden und zwischen 23 und 89 Jahre alt. Die Myokarditis sei wenige Stunden bis vier Tage nach der Impfung aufgetreten, eine abschließende Bewertung der Fälle stand zum damaligen Zeitpunkt noch aus. In späteren Sicherheitsberichten tauchte diese Beobachtung nicht mehr auf.

Laut Eudravigilance haben Angehörige von Gesundheitsberufen bis zum 24. April 122 Fälle einer Myokarditis im Zusammenhang mit einer Comirnaty®-Impfung gemeldet, aus nicht medizinischen Kreisen waren es 26 Fälle. Meistens waren oder sind Männer betroffen – was auch Pfizer beschrieb: 109 Männer und 38 Frauen mit der jeweils höchsten Inzidenz im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Drei Patienten sind verstorben, 29 haben sich bislang nicht erholt und von 69 Patienten weiß man den Ausgang der Erkrankung nicht. Hingegen haben sich Eudravigilance zufolge 13 Patienten wieder erholt, sechs nicht vollständig (mit Folgen) und 29 Patienten sind derzeit noch in der Rekonvaleszenzphase. Laut ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) sind EU-weit etwa 95 Millionen Dosen Comirnaty® ausgeliefert.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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6 Kommentare

Aktueller Fall einer Herzmuskelentzündung nach Biontech Impfung

von Frank Miller am 04.05.2021 um 15:44 Uhr

Kurz kommentiert: ein neuer (fast bestätigter) Fall mit Verdacht auf einem Zusammenhang zwischen Biontech Impfung (Mittwoch, 28.04.2021) und akuter Herzmuskelentzündung (Samstag, 01.05.2021) in Baden-Württemberk, Landkreis Böblingen, 75-jährige Frau mit top Kreislauf- und Herzwerten - einfach aus dem "nichts" ... Entsprechende Ämter und stellen sind bereits informiert.

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Vielen Dank

von Alex D am 30.04.2021 um 11:06 Uhr

für die sachliche Darstellung *eines* Aspektes der Impfstoffe (von vielen), die zu hinterfragen erlaubt sein dürfen!
Leider sehe ich nur nickende Köpfe und nahezu Scheuklappenmässiges handeln....

Auch die Tatsache, dass die "Impfstoffe" keine ordentliche Zulassung haben und eine experimentelle parenterale Gentherapie darstellen, sollte man JEDEN Verdachtsfall einer möglichen Nebenwirkung GENAU untersuchen (dürfen). Handelt es sich doch aktuell um eine Post-Marketing Studie. Eine Ablehnung von Autopsien (z.B. von zahlreich nach der Impfung verstorbenen Menschen in Altenheimen) von seitens der Staatsanwaltschaft halte ich da für sehr bedenklich.

Ein Schlem der böses dabei denkt.........

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Käse

von Matt am 27.04.2021 um 21:43 Uhr

Im Interesse einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung von Mensch und Tier, für die Sicherheit im Verkehr mit Arzneimitteln, insbesondere für die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Arzneimittel gibt es das Arzneimittelgesetz (AMG).

Es dürfen bei der Herstellung von Arzneimitteln […] nur Stoffe […] verwendet werden […], die den aner-kannten pharmazeutischen Regeln entsprechen vgl. §55 (8) AMG. Diese anerkannten pharmazeutische Regeln werden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte […] als Sammlung im Arznei-buch bekannt gemacht, dabei ist auf den Beginn der Geltung einer Neufassung hinzuweisen. Anerkannte pharmazeutische Regeln im Europäischen Arzneibuch definieren die Qualität, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Bezeichnung von Arzneimitteln und den bei ihrer Herstellung verwendeten Stoffen.

Bei den beiden neuartigen mRNA Impfstoffen COVID-19 Vaccine von ModeRNA und Comirnaty von Bion-tech/Pfizer handelt es sich also um Impfstoffe, wie andere Arzneimittel bestehend aus Wirkstoffen und Hilfsstoffen , . Einer der Hilfsstoffe ist Cholesterol.

Als Arzneimittelbestandteil muss Cholesterol in der vorgeschriebenen Qualität verwendet werden und wird durch die anerkannten pharmazeutischen Regeln im Europäischen Arzneibuch wie folgt definiert:

10.0/2397 Cholesterol zur parenteralen Anwendung
Cholesterolum ad usum parenteralem C27H46O Mr 386,7 CAS Nr. 57-88-5 Definition Cholest-5-en-3β-ol, aus Wollwachs (Adeps lanae) gewonnen […].

Die beiden Impfstoffe werden in den Muskel injiziert, sie sind also Parenteralia. Die bei derartigen Impfstoffen (Parenteralia) anzuwendende Monografie für Cholesterol muss dann Monografie 2397 Cholesterol zur parenteralen Anwendung sein. Diese Monografie definiert Cholesterol in materieller und biologischer Hinsicht als tierisches Produkt oder anders ausgedrückt darf im Endprodukt Comirnaty und Covid-19 Vaccine ModeRNA nur Cholesterol tierischen Ursprungs (aus Wollfett hergestellt) enthalten sein vgl. §55 (8). Der Datenbank AMIce entnimmt man, dass der Ursprung des Cholesterols Pflanzen sind, die weitere physikalische und chemische Verfahren durchlaufen (halb-synthetisch), um allenfalls Cholesterol der Qualität nach Monografie 09934 zu erhalten.

In diesem Fall wurde das Arzneibuch von den Herstellern Pfizer/Biontech und ModeRNA wohl nicht gründlich genug studiert – oder es zeigt einfach die Ignoranz der beiden Arzneimittelhersteller anerkannte pharmazeutische Regeln nicht beachten zu müssen und somit eine erhebliche Qualitätsminderung in Kauf genommen wird. Warum selbst die Europäische Arzneimittelagentur EMA zum Beispiel im Zulassungsbericht EPAR von Comirnaty lügt, „All excipients except the functional lipids ALC-0315 and ALC-0159 and the structural lipid DSPC comply with Ph. Eur.“ (Übersetzung mit deepl.com : Alle Hilfs-stoffe mit Ausnahme der funktionellen Lipide ALC-0315 und ALC-0159 sowie des Strukturlipids DSPC entsprechen der Ph. Eur.) kann ich nicht verstehen – obwohl die EMA selbst im rolling review Verfahren den „Arzneimittelhersteller“ Biontech darauf hingewiesen hat Cholesterol zur parenteralen Anwendung zu verarbeiten.

Hier wurden nachweislich Stoffe in den beiden Arzneimitteln verarbeitet, die in materieller Hinsicht nicht den Anforderungen des Europäischen Arzneibuchs entsprechen und nicht von bestimmter Qualität für sichere Arzneimittel sind. Diese Impfstoffe der Firmen Biontech/Pfizer und ModeRNA sind durch Abweichung von den anerkannten pharmazeutischen Regeln in ihrer Qualität nicht unerheblich gemindert […] und sind infolgedessen verboten vgl. §8 (1) AMG. Allein schon die Ignoranz der beiden Hersteller in Bezug auf das Arzneibuch ist gewaltig, mit der Kennzeichnung der Impfstoffe nimmt man es bei Biontech und ModeRNA auch nicht so genau:

In den Beipackzetteln der mRNA Impfstoffe Comirnaty und Covid-19 Vaccine ModeRNA wird von den Herstellern Pfizer/Biontech und ModeRNA unter 6. Inhalt der Packung und weitere Informationen neben den Wirkstoffen, den anderen Hilfsstoffen nur „Cholesterol“ angegeben.

Nach §10 (6) Arzneimittelgesetz gilt für die Bezeichnung der Bestandteile, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte […] die zu verwendenden Bezeichnungen [bestimmt] und veröffentlicht diese in einer Datenbank nach § 67a [AMG]. In dieser Datenbank findet man zwei Einträge zu Cholesterol analog der Einträge im Arzneibuch. Bei Stoffnummer 01194 wird auch die Angabe zur Herkunft analog Arzneibuch gefordert. Diese Angabe fehlt offensichtlich in der Kennzeichnung (der Packungsbeilage) der beiden Impfstoffe. Unvollständige Angaben sind falsche Angaben.

Ein gefälschtes Arzneimittel ist ein Arzneimittel mit falschen Angaben über 1. die Identität, [...] seiner Kennzeichnung, […] oder seiner Zusammensetzung in Bezug auf einen oder mehrere seiner Bestandtei-le, einschließlich der Hilfsstoffe [...] vgl. §4 (40) AMG.

Es ist verboten gefälschte Arzneimittel […] in den Verkehr zu bringen […] vgl. §8 (3) AMG. Schlussfolgernd ist es auch verboten, gefälschte Arzneimittel an den Bürgern anzuwenden. Gefälschte Arzneimit-tel sind alles andere als sicher und sehr häufig von minderer Qualität, was ja schon im ersten Abschnitt bewiesen wurde und durch folgende Urteilsbegründung bestätigt wird:

„Der Umstand, dass bisher bei der Klägerin keine Meldungen über fehlende Wirksamkeit oder über Ne-benwirkungen vorliegen [was für diesen Fall eher nicht zutrifft], ändert nichts daran, dass das Arzneimit-tel die Anforderungen an die Qualität nicht erfüllt. Die Qualität eines Arzneimittels wird nicht erst dadurch in Frage gestellt, dass Mängel bei Wirksamkeit und Verträglichkeit tatsächlich auftreten. Vielmehr ist eine an-gemessene Qualität schon dann nicht mehr gegeben, wenn die festgelegten Qualitätsstandards (Spezifikationen) nicht erfüllt werden […]."

Dass unsere Regierung mit all ihren Experten, besonders den Herrschaften der Leopoldina Wissenschaftsakademie minderwertige und verbotene Arzneimittel „gratis“ verteilt, kann ich ebenfalls nicht verstehen. Hätten folgende Personen einmal mehr hingesehen, wäre es sicherlich aufgefallen, dass seitens der EMA (European Medicines Agency) nicht korrekt gearbeitet wurde:

Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff über die Entwicklung von Impfstoffen
Biochemikerin
„Es geht zunächst um Sicherheit und Verträglichkeit.“15

Prof. Dr. Stefan H. E. Kaufmann über die GAVI und die gerechte Verteilung von Impfstoffen
„Es muss gewährleistet sein, dass das Preisniveau stimmt.“15

Prof. Dr. Alena Buyx zur Diskussion um eine Impfflicht gegen COVID-19
Ärztin und Medizinethikerin
„Wir haben eine Pflicht aus ethischen Gründen klar ausgeschlossen.“
„Es kann Gründe geben für eine berufsspezifische Impfflicht.“

Besonders ins Auge gefallen ist mir die Aussage von Herrn Prof. Dr. Stefan H.E. Kaufmann, das Preisniveau müsse stimmen. Hierzu ergaben meine Recherchen, dass Cholesterol zur parenteralen Anwendung (Ph.Eur.) knapp 3.000 € pro kg und dieses pflanzliche halbsynthetische Cholesterol 139.800 € pro kg kostet und allenfalls in pharmazeutischen Zubereitungen, die nicht parenteral verabreicht werden, verwendet werden darf. Oder auch Frau Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff Aussage, es ginge zunächst um die Sicherheit, klingt wie blanker Hohn, da die Sicherheit eines Arzneimittels unter anderem durch seine Qualität gewährleistet wird.

Diese Impfstoffe von unzureichender Qualität sind nicht sicher und stellen eine erhebliche Gefahr für die Menschen in allen Bundesländern dar.

Zum Schluss möchte ich an die Arzneimittelzwischenfälle mit Tryptophan in den 80er/90er Jahren erinnern: Thryptophan wurde nicht „gratis“ Menschen verabreicht und schon alleine eine Umstellung des Herstellungsverfahrens von Tryptophan führte zu einer erheblichen Zahl von Opfern.

„Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.“ Alfred Polgar

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AW: Käse

von Alex D am 30.04.2021 um 12:34 Uhr

Mein obiger Kommentar sollte eigentlich hier erscheinen......
Sorry.
Gilt aber trotzdem.....

AW: Käse

von Quantenfels am 01.05.2021 um 22:04 Uhr

Die Information gab es auch in anderen Medien. Die beiden Amerikanischen mRNA Impfstoffe haben sich trotzdem, nach mehr als 300 Millionen Verabreichungen als maximal sicher gezeigt.
Bei dem Impfstoff von Curvac ist dann endlich die beste Qualität zum günstigen Preis enthalten. Wenn er dann hoffentlich bald kommt.

AW: @ Quantenfels

von Klaus Jacobi am 17.05.2021 um 12:21 Uhr

Woher wollen Sie denn wissen, dass die Impfstoffe "maximal sicher" sind?
Haben Sie hellseherische Fähigkeiten?
Schon mal was von Langzeitfolgen gehört?
Medizinskandale zu Contergan oder Lipobay, um nur zwei zu nennen, schon vergessen?
Oder nie davon gelesen?

Erschreckend, wie unkritisch viele Mitbürger geworden sind.

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