Weitere Option gegen Nagelpilz

Terbinafin jetzt auch als Nagellack

Stuttgart - 21.04.2021, 12:15 Uhr

Mit Terbinafin-Nagellack gibt es nun eine weitere Selbstmedikationsoption bei Nagelpilz. (Foto: 1 A Pharma)

Mit Terbinafin-Nagellack gibt es nun eine weitere Selbstmedikationsoption bei Nagelpilz. (Foto: 1 A Pharma)


Für die Behandlung von Nagelpilz steht seit Kurzem in der Selbstmedikation ein zusätzlicher Wirkstoff zur lokalen Anwendung zur Verfügung – Terbinafin. Generikahersteller 1 A Pharma hat einen Nagellack, der das Allylamin-Antimykotikum enthält, auf den Markt gebracht. Er soll ab sofort in den Apotheken erhältlich sein.

Nagelpilz lässt sich in vielen Fällen – Disziplin und Geduld vorausgesetzt – lokal behandeln. Mehrere Präparate, die rezeptfrei erhältlich sind, stehen dazu zur Verfügung. Meist kommen in dieser Indikation Lacke mit Ciclopirox oder Amorolfin zum Einsatz. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Anwendungshäufigkeit, ihrer Wasserlöslichkeit und darin, ob ein Abfeilen des Nagels notwendig ist oder nicht. Eine weitere Option sind Harnstoffzubereitungen zur atraumatischen Entfernung des infizierten Nagelmaterials, die teils noch mit Bifonazol kombiniert werden.

Nun wurde das Spektrum um einen weiteren Wirkstoff erweitert. Das Allylamin Terbinafin gibt es jetzt auch zur lokalen Anwendung in dieser Indikation: als Nagellack von 1 A Pharma (Terbinafin – 1 A Pharma®  Nagellack gegen Nagelpilz 78,22 mg/ml wirkstoffhaltiger Nagellack). Bislang wurde es bei Nagelpilz nur systemisch eingesetzt. Die lokal anzuwendenden Darreichungsformen (Creme, Spray) eigneten sich dafür nicht, sie sind für Fuß- und Hautpilz zugelassen.

Wasserlöslich und anfangs einmal täglich

Der Lack muss in den ersten vier Wochen (Anfangsphase) einmal täglich mit dem Direktapplikator auf den vom Pilz befallenen Nagel und die umgebende Haut aufgetragen werden. Danach dann nur noch einmal wöchentlich bis zum Ende des empfohlenen Behandlungszeitraumes (Langzeitphase). Üblicherweise muss beim Befall der Fingernägel ungefähr sechs Monate und bei Zehennägeln ungefähr neun bis zwölf Monate behandelt werden. Um den Lack zu entfernen wird kein spezielles Lösungsmittel benötigt, er ist wasserlöslich. Auch müssen die Nägel nicht abgefeilt werden. Die Fomulierung basiert auf Hydroxypropylchitosan und soll laut Hersteller den Wirkstoff in den Nagel abgeben.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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