Corona-Impfung

Geimpfte Schwangere geben Antikörper in Studie an Babys weiter

Stuttgart - 26.03.2021, 10:45 Uhr

COVID-19: Schwangere haben in Deutschland die Möglichkeit, bis zu zwei enge Kontaktpersonen zu bestimmen, die sich dann impfen lassen können. (Foto: lordn / Stock.adobe.com)

COVID-19: Schwangere haben in Deutschland die Möglichkeit, bis zu zwei enge Kontaktpersonen zu bestimmen, die sich dann impfen lassen können. (Foto: lordn / Stock.adobe.com)


Schwangere Frauen geben einer US-Studie zufolge nach einer Corona-Impfung Antikörper an ihr Baby weiter. Später könne es diese auch über die Brustmilch bekommen. Bei den schwangeren und stillenden Frauen selbst führe die Impfung zudem „hochwirksam“ zur Bildung von Antikörpern.

Wissenschaftler:innen unter anderem von der Universität Harvard und dem Massachusetts General Hospital in Boston haben insgesamt 131 Frauen untersucht, davon 84 schwanger, 31 stillend, und 16 weder noch. Allen wurde der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer oder der des US-Unternehmens Moderna verabreicht. Das daraufhin erreichte Antikörper-Level sei bei jeder der drei Gruppen von Frauen vergleichbar hoch gewesen, hieß es. Zudem seien Nebenwirkungen selten und ebenfalls ähnlich gewesen. Am gestrigen Donnerstag wurde die Studie im Fachjournal „American Journal of Obstetrics and Gynecology“ veröffentlicht. Es handele sich um die bislang umfassendste Studie zu diesem Thema

Die Forscher:innen verglichen auch die Antikörper-Level nach einer Corona-Infektion mit denen nach einer Impfung jeweils während der Schwangerschaft und fanden heraus, dass letztere deutlich höher lagen. Außerdem entdeckten die Wissenschaftler:innen Antikörper im Nabelschnur-Blut und in Proben von Muttermilch. „Diese Nachrichten von herausragender Impf-Wirksamkeit sind sehr ermutigend für schwangere und stillende Frauen, die in die anfänglichen Impfstoff-Studien nicht einbezogen waren“, sagte Andrea Edlow vom Massachusetts General Hospital. „Diese Informationslücken mit echten Daten zu füllen ist der Schlüssel – besonders für unsere schwangeren Patientinnen, die ein größeres Risiko für einen schwereren COVID-Verlauf haben.“

Schwangere, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren, haben nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC ein höheres Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken. Die CDC rät Schwangeren nicht von einer Impfung ab. In vielen US-Bundesstaaten werden Schwangere bevorzugt geimpft.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts die Anwendung von mRNA-Impfstoffen und von Vektorimpfstoffen in der Schwangerschaft „derzeit nicht“. Die Datenlage sei „aktuell nicht ausreichend“. Bei Schwangeren mit Vorerkrankungen könne in Einzelfällen aber eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Es sei aber unwahrscheinlich, „dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt“. Schwangere haben in Deutschland außerdem die Möglichkeit, bis zu zwei enge Kontaktpersonen zu bestimmen, die sich dann impfen lassen können.


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