Grippeimpfstoff-Beschaffung

Maag: Wirtschaftliches Risiko bleibt auch in Zukunft bei Apotheken

Berlin - 25.03.2021, 12:30 Uhr

Dass Apotheken auch künftig das wirtschaftliche Risiko bei der Beschaffung von Grippeimpfstoffen schultern, hält die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag für unumgänglich. (Foto: IMAGO / Christian Spicker)

Dass Apotheken auch künftig das wirtschaftliche Risiko bei der Beschaffung von Grippeimpfstoffen schultern, hält die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag für unumgänglich. (Foto: IMAGO / Christian Spicker)


Auch zukünftig werden Apotheken wohl auf den Kosten sitzen bleiben, die ihnen durch Grippeimpfstoffe entstehen, die sie in der jeweiligen Saison nicht loswerden. Einer Umverteilung des wirtschaftlichen Risikos erteilt die CDU-Gesundheitsexpertin Karin Maag eine Absage. Auch der Bundesgesundheitsminister vertrete diese Position, teilt sie gegenüber DAZ.online mit.

Die Grippeimpfstoff-Beschaffung sorgt jedes Jahr für Ärger in den Apotheken. Geringen Umsatz-Aussichten stehen hohe wirtschaftliche Risiken gegenüber, wenn die Betriebe nicht alle bestellten Dosen loswerden. Immer lauter werden inzwischen die Forderungen, die Apotheken damit nicht allein zu lassen.

Doch offenbar plant das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nicht, an der Situation etwas zu ändern: Wie die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Karin Maag (CDU), gegenüber DAZ.online mitteilt, habe sie sich mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu der Thematik beraten. Eine Sonderunterstützung für Apotheken, die überzählige Grippeimpfstoffe vorrätig haben, halten sie und der Minister „nicht für angezeigt“.

Der Union sei „an der sicheren Versorgung der Patientinnen und Patienten durch die inländischen Apotheken sehr gelegen“, schreibt die Abgeordnete. „Aus diesem Grund haben wir in dieser Wahlperiode bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die örtlichen Apotheken zu stärken – ich führe neben dem Apothekenstärkungsgesetz exemplarisch nur die Festsetzung der Vergütung für den Botendienst an.“ Bezüglich der Grippeimpfstoffe betont Maag, die Regierung habe immerhin die Bestellmöglichkeiten für Ärzte erweitert. Für die Apotheken wird demnach jedoch alles beim Alten bleiben. „Hier ist es unumgänglich, dass, wie bei der Bestellung von Impfstoffen und Medikamenten insgesamt, ein Risiko beim Apotheker verbleibt, für das der Bund und damit die Gemeinschaft der Steuerzahler nicht aufkommen kann.“



Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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8 Kommentare

Keine logistische und wirtschaftliche Kompetenz erkennbar.

von ratatoske am 29.03.2021 um 11:53 Uhr

Typische Bezieher von Staatsknete, da kommt das Geld auch ohne Leistung sicher.
Durch die aufpepresste Minimalvergütung gibt es keinerlei Möglichkeit auf Risiko zu bestellen ! Bei minimalen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, würde Frau Maag das begreifen. Hier fährt die Politik wiedermal sehend eine wichtige Aufgabe vor die Wand.

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Frau Maag und die Grippeimpfung

von Pille62 am 26.03.2021 um 10:45 Uhr

tja wenn Frau Maag sich da man nicht irrt.
Kluge Kollegen bestellen natürlich nur die Order der Praxen+ eine ganz geringe Menge zusätzlich aus den Erfahrungen der letzten Jahre.
Ansonsten tun wir das was wir seid Jahren vor allem bei den Impstoffen machen.
Wir verwalten den Mangel! Verluste enstehen wenn Überhaupt nur vereinzelt.
Der viel größere Schaden ensteht in der Gesellschaft durch mehr Krankentage, höhere Gesundheitskosten durch Krankenhäuser, Pflegedienste und ja auch durch den Verlust geliebter Menschen, die nicht geimpft werden konnten.

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Eine Frage der Kalkulation

von Andreas Grünebaum am 26.03.2021 um 10:42 Uhr

Der vorsichtige Kaufmann kalkuliert seine Risiken mit in den Preis ein. Kritisch wird es, wenn wie im Gesundheitswesen Preise politisch vorgegeben werden, die am Ende kaum kostendeckend sind. Der vorsichtige Kaufmann wird sich in diesem Fall soweit wie möglich aus diesem verlustträchtigen Geschäftsfeld zurückziehen.

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war klar

von Benjamin Schäfer am 26.03.2021 um 9:29 Uhr

Logische Entscheidung. Die letzte Grippeimpfsaison war so erfolgreich wie nie, was Zahl der Impflinge angeht und auch die Grippefälle (auch bedingt durch Hygienemaßnahmen). Da wäre ich doch als Politiker im Wahlkampf doof, wenn ich das nicht so weiter laufen lasse. Schuld an der Misere sind wir Apotheker, die dieses mies bezahlte risikoreiche Unterfangen jedes Jahr auf neue veranstalten.

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Hauptsache

von Karl Friedrich Müller am 26.03.2021 um 7:13 Uhr

Leute wie Maag haben kein wirtschaftliches Risiko. Auch wenn man schnell mal die „Geschäftsverbindungen“ offiziell aufgibt

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AW: Hauptsache

von Karl Friedrich Müller am 26.03.2021 um 7:35 Uhr

Politiker, die in ihren Positionen sehr gut verdienen, das aber nicht "reicht" und man noch Nebeneinkünfte braucht, z.B bei der DaVita Medical Group einen Beratervertrag bis vor 1 Woche hatte, für uns dann 1 € "Gewinn pro Dosis zu hoch erscheint, dass man das noch "deckeln" muss und uns dann zumuten auch noch das wirtschaftliche Risiko für 1000de von € zu tragen, muss man schon mal fragen, in welcher Welt sie leben.
Die selektive Wahrnehmung ist mehr als unfassbar.

Grippeimpfstoff

von Michael Zeimke am 25.03.2021 um 14:40 Uhr

Soll bitte Spahn machen. Er möchte noch eine weitere Villa!

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Wirtschaftliche Verantwortung für Rest-Grippeimpfungen

von Roland Mückschel am 25.03.2021 um 14:25 Uhr

Ja liebe Kollegen. Und Innen.
Da kann ich nur empfehlen ausschliesslich die festen Order der
Ärzte zu bedienen.
Die Privatkunden werden schon irgendwie versorgt werden.
Hier wird auf Verschleiss gefahren.
Einfach mal abwägen statt zu jammern.

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