Nach „Tagesschau“-Bericht

ABDA verteidigt Apotheken: Masken-Vergütung war „keineswegs“ überhöht

Berlin - 18.03.2021, 14:45 Uhr

Einmal wieder stehen die Apotheken im Fokus vieler Medien. Doch eigentlich geht es um die Art und Weise, wie der Bundesgesundheitsminister agiert. (Foto: IMAGO / Fotografie73)

Einmal wieder stehen die Apotheken im Fokus vieler Medien. Doch eigentlich geht es um die Art und Weise, wie der Bundesgesundheitsminister agiert. (Foto: IMAGO / Fotografie73)


Die ABDA wehrt sich gegen einen Bericht der „Tagesschau“, in dem die Autoren die Vergütung der Apotheken für die Ausgabe von Schutzmasken an Risikopatient:innen und Senior:innen als überhöht darstellen. Die Beschaffung habe die Betriebe vor große Probleme gestellt, betont die Standesvertretung. Zudem zeichne allein das Bundesgesundheitsministerium verantwortlich für die Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung, die in dem Bericht kritisiert wird. Lesen Sie hier die Stellungnahme der ABDA im Wortlaut.


Die Präsenzapotheken sind im Dezember 2020 kurzfristig mit der schwierigen Aufgabe betraut worden, quasi über Nacht die Versorgung von rund dreißig Millionen Risikopatienten mit hochwertigen Schutzmasken zu bewerkstelligen. Verlässliche alternative Versorgungswege standen nicht zur Verfügung. Zu diesem Zeitpunkt waren Schutzmasken am Markt nur begrenzt zu bekommen, und die Preise waren höher als heute und zudem stark schwankend. Die Apotheken hatten erheblichen Aufwand damit, die Masken rechtzeitig zu besorgen, Angebote zu sichten und die Qualität der Masken zu beurteilen. Sie haben den Einkauf von zum Teil großen Kontingenten vorfinanziert und dafür teilweise Kredite aufgenommen. Sie mussten Masken aus größeren Gebinden umverpacken und die Anspruchsberechtigung der Patienten überprüfen. Viele Betriebe haben zusätzliches Personal mobilisiert und bauliche Veränderungen vorgenommen, um dem Ansturm der Patienten Herr zu werden und auch mit denjenigen zu sprechen, für die nicht sofort Masken verfügbar waren. Das alles musste unter strengen Infektionsschutzauflagen geschehen. Insgesamt hat die Maskenverteilung trotz fehlender Vorbereitungszeit gut funktioniert.
 Die Vergütung der Apotheken wurde per Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt. Nachdem sich der Markt deutlich entspannt hatte und die Einkaufspreise gesunken waren, wurde die Vergütung im Februar von 6 Euro um mehr als ein Drittel auf 3,90 Euro brutto abgesenkt. Die Apotheken müssen aus dieser Vergütung nicht nur den Einkauf der Masken, sondern auch alle übrigen Kosten für Vorfinanzierung und Personal bestreiten. Die Vergütung war deshalb keinesfalls überhöht. Natürlich hat nicht jede Apotheke die gleiche Kostenstruktur. Insofern kann es sein, dass die Vergütung für eine sehr günstig wirtschaftende Apotheke auskömmlicher war als für andere. Wenn nun einzelne Apotheken die Maskenverteilaktion offensichtlich für individuelle Marketingzwecke eingesetzt haben, entsteht der falsche Eindruck, die Mehrheit der Betriebe hätte unangemessene Gewinne erzielt. Der Eindruck ist falsch und angesichts der enormen Belastung und guten Versorgungsleistung der Apotheken ebenso ärgerlich wie bedauerlich. Wie schwer solche Aktionen zu bewältigen sind, zeigt sich derzeit bei der Versorgung mit Schnelltests, die nicht über die Apotheken organisiert wurde und schleppend läuft.“

Stellungnahme der ABDA zu einem Bericht der „Tagesschau“ zu Maskenpreisen in den Apotheken


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6 Kommentare

Vielen Dank für den Beitrag!

von Andreas Grünebaum am 21.03.2021 um 14:45 Uhr

Während dm und Co. in der Presse großspurig behaupten, die Maskenversorgung hätten sie bereits im Dezember schon für einen Euro gewährleisten können, zeigt sich jetzt gerade bei den Tests das ganze Dilemma: kaum eine Apotheke traut sich, diese für einen Premium Preis ein- und wieder zu verkaufen, da Aldi und Lidl mit großem Paukenschlag gleich zu Anfang die ersten Tests für unter 5 Euro angeboten haben. Freilich nur in Spuren und zur Zeit gibt es dort in den meisten Fällen keine Ware, sondern nur heisse Luft im Angebot.

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ABDA

von Marco am 19.03.2021 um 11:02 Uhr

Immerhin scheint sich bei der ABDA schon was getan zu haben, früher hätte man dort gar nicht reagiert. Ein kleiner Hoffnungsschimmer.

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Untragbar

von Annegret Ebersbach am 19.03.2021 um 9:55 Uhr

Diesem Pharmazierat sollte die Zuständigkeit entzogen werden. Untragbar.

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wiedermal missbraucht

von Thomas Kerlag am 18.03.2021 um 19:42 Uhr

Jede Abgabe muss unter Umständen beraten werden.
Drumherum vielfach Anfragen und Erklärungen.
Alles personalintensiv.
Und den billigsten Anbieter wird man damals nicht bekommen haben

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Der Berliner Kollege

von Dr.Diefenbach am 18.03.2021 um 18:46 Uhr

hat das Prädikat "dämlich" SELBST verdient, wenn er das Veröffentlichte wirklich derart gesagt hat und dann noch die Aussage, im "Dezember 17o TE" im Maskengeschäft erwirtschaftet zu haben.SO ruiniert man eine ganze Branche, die sich über ein Jahr!!! extrem massiv in Corona -Zeiten engagiert und vielfach UNentgeltlich einbrachte ,was das Image angeht.Ich frage mich, wie PR-geil offenbar manche Teilnehmer im Apothekenwesen wohl sind.Dass man mit derlei Aktionen nur Schaden hervorruft, sollte klar sein,Das Statement der ABDA wird anschliessend kaum zur Kenntnis genommen.Die Taten vom Kollegen Bühler oder vom Kollegen Dr.Schittenhelm werden NIE in einer TV Sendung SO breit behandelt oder bei Maischbergers Talkrunde gewürdigt,Irgendein Apotheker schafft es immer,Porzellan in gigantischem Ausmaß zu zerschlagen -

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Dumm und dämlich verdient

von Conny am 18.03.2021 um 17:31 Uhr

Der grösste Stoffel (nett gesagt) ist der unsägliche Pharmazierat aus Berlin. Ich hoffe, er bekommt bei seinen nächsten Besichtigungen das passende gesagt.

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