Corona-Impfstoff

Von der Leyen: Biontech liefert zehn Millionen Dosen früher an die EU als geplant

Berlin - 16.03.2021, 11:45 Uhr

Die EU-Kommission will offenbar von einer vertraglich zugesicherten Option Gebrauch machen und rund 100 Millionen Impfdosen mehr von Biontech/Pfizer einkaufen als bisher vereinbart. Eine erste Teillieferung dieser Menge soll bereits im zweiten Quartal 2021 erfolgen. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Die EU-Kommission will offenbar von einer vertraglich zugesicherten Option Gebrauch machen und rund 100 Millionen Impfdosen mehr von Biontech/Pfizer einkaufen als bisher vereinbart. Eine erste Teillieferung dieser Menge soll bereits im zweiten Quartal 2021 erfolgen. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)


Zwischen der Europäischen Kommission und den COVID-19-Impfstoffherstellern Biontech/Pfizer hatte es zu Jahresbeginn kräftig geknirscht. Ursache waren Lieferverzögerungen bei der Vakzine Comirnaty. Nun kommen gute Nachrichten aus Brüssel: Laut Kommissionschefin Ursula von der Leyen werden Biontech/Pfizer im zweiten Quartal 2021 rund zehn Millionen Impfstoffdosen mehr an die EU liefern als bisher geplant. Sie sind Teil einer Vertragsoption, die die EU nun offenbar ziehen will.

Die Europäische Union kann vom Hersteller Biontech und seinem Partner Pfizer kurzfristig im zweiten Quartal weitere zehn Millionen Dosen Corona-Impfstoff bekommen. Damit seien allein von diesem Hersteller für die Zeit von April bis Juni insgesamt 200 Millionen Impfdosen für die 27 EU-Staaten zu erwarten, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel mit.

„Ich weiß, wie wichtig das zweite Quartal für die Impfstrategien der Mitgliedstaaten ist“, erklärte von der Leyen. „Diese vorgezogenen zehn Millionen Dosen werden die Gesamtzahl der Dosen von Biontech/Pfizer auf mehr als 200 Millionen bringen. Das ist eine gute Nachricht. Es gibt den Mitgliedstaaten Spielraum, um mögliche Lücken bei den Lieferungen zu stopfen.“

Österreich und andere EU-Staaten hatten beklagt, dass die nun tatsächlich verfügbaren Corona-Impfstoffe nicht nach Bevölkerungszahl, sondern ungleich unter den EU-Staaten verteilt werden. Das liegt nach Darstellung der EU-Kommission daran, dass voriges Jahr nicht alle EU-Staaten alle ihnen angebotenen Impfstoffe gekauft haben. Wer zum Beispiel vor allem auf AstraZeneca setzte, ist nun von Lieferproblemen des britisch-schwedischen Herstellers besonders betroffen. Und nun kommen noch die ausgesetzten Impfungen mit dieser Vakzine in vielen Ländern erschwerend hinzu. Die zusätzlichen zehn Millionen Dosen von Biontech/Pfizer könnten helfen, den Konflikt zu entschärfen.

Die EU-Kommission hatte zwei Verträge mit Biontech/Pfizer abgeschlossen: einen über bis zu 300 Millionen Dosen im vergangenen Jahr und einen weiteren über 200 Millionen Dosen mit der Option auf noch einmal 100 Millionen Anfang dieses Jahres. Diese Option auf 100 Millionen solle nun gezogen werden, hieß es aus der EU-Kommission. Das Unternehmen habe sich bereit erklärt, daraus zehn Millionen Dosen vorzuziehen, die sonst erst im dritten oder vierten Quartal bereit gestanden hätten.

Die EU-Staaten müssen nun noch zustimmen, dass die Option gezogen wird. Auch über die Verteilung der zusätzlichen Menge müssen sie sich einigen.


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