Bundesgesundheitsministerium

IBM soll digitalen Impfpass entwickeln

Dillingen/Stuttgart - 10.03.2021, 12:14 Uhr

Das Bundesgesundheitsministerium hat IT-Unternehmen mit der Entwicklung eines „Digitalen Impfpasses“ beauftragt. (Foto: IMAGO / MiS)

Das Bundesgesundheitsministerium hat IT-Unternehmen mit der Entwicklung eines „Digitalen Impfpasses“ beauftragt. (Foto: IMAGO / MiS)


Das Bundesgesundheitsministerium will bis Sommer einen digitalen Impfpass entwickeln lassen. Unter Federführung des US-Konzerns IBM sollen zudem weitere IT-Unternehmen daran beteiligt sein, darunter das Kölner Start-up Ubirch. Entsprechende Daten werden über eine Smartphone-App gespeichert.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hatte bereits vor einigen Wochen erklärt, dass der digitale Impfpass kommt. Mit der Bekanntgabe der an der Entwicklung beteiligten IT-Firmen wird der Impfpass nun konkreter. 

Das BMG hatte den Auftrag in der Ausschreibung folgendermaßen beschrieben: 


Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit zum gelben Impfpass, um Impfungen zu dokumentieren. Statt nur im gelben Impfpass Impfzeitpunkt, Impfstoff und Namen vorweisen zu können, sollen Nutzerinnen und Nutzer diese Informationen künftig auch personalisiert bequem auf ihren Smartphones digital speichern können. Der digitale Impfnachweis umfasst eine Impfnachweis-App, eine Prüf-App und ein Backendsystem für die Integration in Arztpraxen und Impfzentren.“

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Den Zuschlag erhielt Anfang März die IBM Deutschland GmbH, als federführendes Unternehmen des Projekts „Digitaler Impfpass“. Wie die Deutsche Presse-Agentur gestern meldete, hat das BMG neben IBM das Softwareunternehmen Ubirch, die IT-Genossenschaft govdigital und den IT-Dienstleister Bechtle mit ins Boot geholt. Das Kölner Start-up Ubirch ist auf die Blockchain-Technologie spezialisiert, die fälschungssicher sein soll, da die Ausführung jedes neuen Schritts im Programmablauf auf mehreren Rechnern gleichzeitig verifiziert wird, hieß es.

Wie der Nachrichtendienst „Business Insider“ am Montag unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, galten bei dem aktuellen Vergabeverfahren IBM und Telekom zuletzt als Favoriten. Der deutsche Mobilfunkanbieter hatte im vergangenen Jahr zusammen mit SAP die Corona-Warn-App entwickelt.

Digitaler Nachweis „für medizinische Zwecke“

Vor Kurzem hatte die Europäische Kommission das Projekt „Digitaler Corona-Impfpass“ vereinbart, nun soll der Impfpass im Schnelldurchlauf entwickelt werden. Das Ganze soll bis Sommer über die Bühne gehen. Wozu ein solcher digitaler Impfpass genau eingesetzt werden soll, darüber herrscht allerdings Uneinigkeit. Helfen soll der Impfpass bei einer schnelleren Rückkehr zur Normalität. Den entsprechenden Gesetzentwurf will die Kommission am 17. März vorlegen.

Der digitale Nachweis soll laut BMG „für medizinische Zwecke“ eingesetzt werden. Kritiker befürchten aber, dass er auch in Deutschland dafür benutzt werden könnte, Privilegien für Geimpfte zu schaffen. Darüber hatte es bereits eine heftige Debatte im Bundestag gegeben. Bedenken angemeldet hat unter anderem auch die italienische Datenschutzbehörde, die eine Diskriminierung nicht geimpfter Bürger:innen fürchtet.


Robert Hoffmann, Redakteur DAZ.online
redaktion@daz.online


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