Vorläufige GKV-Finanzergebnisse 2020

Krankenkassen rutschen 2020 tiefer ins Minus

Berlin - 09.03.2021, 17:45 Uhr

Die gesetzlichen Krankenkassen rutschen in die roten Zahlen. Doch sie haben Reserven. (Foto: Lothar Drechsel /stock.adobe.com)

Die gesetzlichen Krankenkassen rutschen in die roten Zahlen. Doch sie haben Reserven. (Foto: Lothar Drechsel /stock.adobe.com)


Die gesetzlichen Krankenkassen sind im vergangenen Jahr auch angesichts der Coronakrise tiefer ins Minus gerutscht. Insgesamt wurde ein Defizit von 2,65 Milliarden Euro ausgewiesen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Im Jahr 2019 hatte das Minus bei 1,5 Milliarden Euro gelegen. Beim Gesundheitsfonds als Geldsammel- und Verteilstelle der Kassen stand jetzt ein Defizit von 3,49 Milliarden Euro.

Das Bundesgesundheitsministerium hat am heutigen Dienstag die vorläufigen GKV-Finanzergebnisse für 2020 vorgelegt. Demnach haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr insgesamt ein Defizit von rund 2,65 Milliarden Euro ausgewiesen. Ihre Finanzreserven lagen zum Stichtag 31. Dezember 2020 aber immer noch bei 16,7 Milliarden Euro. Der Gesundheitsfonds verbuchte 2020 ein Defizit von 3,49 Mrd. Euro. Die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds lag zum Stichtag 15. Januar 2021 bei rund 5,9 Milliarden Euro.

Minister Jens Spahn (CDU) sagte, die Corona-Pandemie habe auch die Entwicklung der Bilanzen im vergangenen Jahr geprägt. Die Zahlen zeigten zugleich, dass es durch einen zusätzlichen Bundeszuschuss und den Abbau von Finanzreserven gelungen sei, dass Beitragszahler und Arbeitgeber nicht übermäßig belastet worden seien. Die Beiträge stabil zu halten, sei auch Ziel mit Blick auf das laufende Jahr.

12,2 Milliarden Euro zur Bewältigung der Pandemie

Insgesamt stiegen die Einnahmen der Kassen den Angaben zufolge um 4 Prozent auf 260 Milliarden Euro – die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten ebenfalls um 4 Prozent auf 262,6 Milliarden Euro. Aus dem Gesundheitsfonds flossen demnach zur Bewältigung der Corona-Pandemie 12,2 Milliarden Euro, etwa für Ausgleichszahlungen für frei gehaltene Klinikbetten, Corona-Tests und Schutzmasken. Davon erstattete der Bund 9,9 Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds.

Der Zuwachs der Beitragseinnahmen sei erheblich kleiner als in den Vorjahren ausgefallen. Deshalb sei es wichtig gewesen, dass der Bund die Einnahmen des Gesundheitsfonds durch einen Zuschuss von 3,5 Milliarden Euro stabilisiert habe, erläuterte das Ministerium.

Starke Schwankungen bei den Ausgaben

Ein Blick auf die Ausgabenseite zeigt: Nicht nur im Arzneimittelbereich war die Entwicklung pandemiebedingt von deutlichen Schwankungen geprägt. Gegenüber der jeweiligen Vorjahresperiode stiegen die Ausgaben im 1. Quartal 2020 um 5,6 Prozent, im isolierten 2. Quartal sanken die Ausgaben der Krankenkassen unter den Auswirkungen des Lockdowns hingegen um 1,0 Prozent. Im Zuge der Abflachung des Infektionsgeschehens im Sommer stiegen die Ausgaben im allein betrachteten 3. Quartal wiederum um 8,6 Prozent und im 4. Quartal mit dem Lockdown ab Mitte November um 3,6 Prozent an.

Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um 5,4 Prozent. Hier haben sich die unterjährig deutlichen Ausgabenzuwächse im Jahresverlauf abgeflacht. Dabei führte auch die Absenkung der Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte zu Entlastungen. Wie viel die Kassen durch Rabattverträge gespart haben, ist den aktuellen vorläufigen Daten noch nicht zu entnehmen.

Die endgültigen Finanzergebnisse der Krankenkassen für 2020 sollen mit den Daten des 1. Quartals 2021 Mitte Juni vorliegen.


Kirsten Sucker-Sket / dpa
redaktion@daz.online


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