Joint Ventures

EU stimmt Übernahme Fiebigs durch Sanacorp zu

Dillingen/Stuttgart - 09.03.2021, 12:15 Uhr

Die Europäische Kommission gab jetzt kartellrechtlich grünes Licht für die Übernahme von Fiebig durch Sanacorp. (Foto: Sanacorp)

Die Europäische Kommission gab jetzt kartellrechtlich grünes Licht für die Übernahme von Fiebig durch Sanacorp. (Foto: Sanacorp)


Anfang Januar gab der Pharmagroßhändler Sanacorp bekannt, den inhabergeführten Pharmahändler Leopold Fiebig zu übernehmen – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung durch die Europäische Kommission. Diese liege nun vor, wie Sanacorp am heutigen Dienstag bekannt gab. Damit kann die Übernahme des Unternehmens Fiebig wirtschaftlich und rechtlich vollzogen werden.

Die Europäische Kommission hat der Übernahme der Pharmagroßhandlung Leopold Fiebig durch die Sanacorp ohne kartellrechtliche Einwände zugestimmt, wie Sanacorp heute bekannt gab. Das private Familienunternehmen Fiebig mit Stammsitz in Rheinstetten, kann somit mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2021 ein Teil der Sanacorp Unternehmensgruppe werden. Damit würde auch das genossenschaftliche Lager der Vor-Ort-Apotheken wachsen, hieß es.

„Wir sind bei unseren strategischen Planungen von einem positiven Bescheid ausgegangen und freuen uns, dass die Europäische Kommission unsere Einschätzung teilt“, begrüßt Dr. Herbert Lang, Vorsitzender des Vorstands der Sanacorp, die Entscheidung. „Wir heißen alle Fiebig-Mitarbeiter:innen schon jetzt als Teil des Teams ganz herzlich willkommen und blicken positiv auf die gemeinsame Zukunft.“

Für die Kund:innen von Fiebig bedeute die Integration in die genossenschaftliche Organisation der Sanacorp Zugriff auf deren Leistungsspektrum, so Sanacorp. Zudem bestehe die Möglichkeit, sich über eine Mitgliedschaft direkt an dem Pharma-Großhändler zu beteiligen. 

„Die Idee der Genossenschaft findet gerade unter jungen Apothekerinnen und Apothekern immer mehr Anhänger“, erklärte Lang weiter. „Deshalb freuen wir uns, dass nun auch die rund 750 Kunden aus dem Hause Fiebig die Möglichkeit bekommen, sich für die Zukunft wettbewerbsfähig aufzustellen und die Idee der inhabergeführten Apotheke zu unterstützen.“

Auswirkungen bei den Digitalinitiativen

Nach Bekanntgabe der Übernahmepläne im Januar versandte Fiebig an seine Kund:innen ein Schreiben, um darauf hinzuweisen, dass sich durch die Übernahme durch Sanacorp nichts ändere. „Ihre bestehenden und bewährten Liefervereinbarungen und -beziehungen mit unserem Hause werden von uns uneingeschränkt weitergeführt“, hieß es.

Unabhängig von der kartellrechtlichen Zustimmung durch die EU, hatte die Fusion bereits Auswirkungen bei den Digitalinitiativen. Kurze Zeit nach der Bekanntgabe der Übernahmeabsichten durch die Sanacorp gab Pharma Privat das Ausscheiden von Fiebig bekannt. Der Rheinstetter Pharmahändler war Mitglied von Pharma Privat, einer Kooperation inhabergeführter privater Pharmagroßhandlungen, die wiederum Teil des von Noweda und Burda gegründeten Zukunftspakts Apotheke sind.

Sanacorp wiederum ist eine der Initiatorinnen der Initiative ProAvO, die sich für eine Stärkung der Vor-Ort-Apotheken einsetzt. Sie will nach eigener Aussage „das neue deutsche Gesundheitsportal“ bauen, das „Gegenstück“ zum Zukunftspakt Apotheke. Zu ProAvO gehören die Großhändler Sanacorp, Gehe und der Automatenhersteller BD Rowa, der Apothekendienstleister Noventi sowie der Wort und Bild Verlag.


Robert Hoffmann, Redakteur DAZ.online
redaktion@daz.online


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