Lockdown-Lockerung in Österreich

Vor dem Friseurbesuch zum Schnelltest in die Apotheke

Traunstein - 10.02.2021, 07:00 Uhr

In vielen Apotheken werden wie hier in Wien, Gratis-Schnelltests angeboten. (Foto: IMAGO / photonews.at) 

In vielen Apotheken werden wie hier in Wien, Gratis-Schnelltests angeboten. (Foto: IMAGO / photonews.at) 


Bilder von langen Schlangen vor Apotheken machen derzeit in Österreichs Medien die Runde. Hintergrund ist: Wer zum Friseur gehen will, muss einen negativen PCR- oder Antigentest auf SARS-CoV-2 nachweisen. Letzteren gibt es seit dem vergangenen Montag kostenlos in zahlreichen Apotheken.

In Österreich probiert man derzeit, trotz immer noch hoher COVID-19-Infektionszahlen einen Weg zu mehr Normalität im Alltag zu finden. Seit Montag haben Geschäfte und Schulen unter strengen Auflagen wieder geöffnet. Auch körpernahe Dienstleistungen wie Friseur, Kosmetik, Massage oder Pediküre dürfen wieder angeboten werden. 

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein negativer PCR- oder Antigentest vorgelegt wird, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ausgenommen von der Testpflicht ist nur, heißt es auf der Website des Sozialministeriums, wer in den vergangenen sechs Monaten mit COVID-19 infiziert war und mittlerweile genesen ist. Nachgewiesen werden kann dies, erklärt die Pressestelle des Sozialministeriums auf Nachfrage,  etwa durch ein ärztliches Attest oder ein positives PCR-Testergebnis aus dem entsprechenden Zeitraum.

Bis Ende Februar soll das Angebot flächendeckend sein

Nun gibt es in Österreich schon seit einiger Zeit für jedermann die Möglichkeit, sich beispielsweise in Teststraßen kostenlos auf SARS-CoV-2 testen zu lassen. Seit November wurden auch in den Apotheken Schnelltests durchgeführt, allerdings gegen Gebühr. Seit Mon­tag und damit zeitgleich mit der Öffnung der Friseure gibt es jetzt in den ers­ten „Pilot-Apo­the­ken“ Gra­tis-Anti­gen­schnell­tests. Wie die Prä­si­den­tin der Österreichischen Apo­the­ker­kam­mer, Ulri­ke Mursch-Edl­mayr, am vergangenen Frei­tag gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA erklärte, sollen damit „vor allem im ländlichen Raum ‚weiße Flecken‘ auf der Testlandkarte“ beseitigt werden. Bislang würden Schnelltests von etwa 20 Prozent der Apotheken angeboten, bis Ende Febru­ar sol­len die Gra­tis­tests „im Flä­chen­be­trieb“ ver­füg­bar sein.

Dass das Testangebot rege angenommen wird, zeigen die Veröffentlichungen in den österreichischen Medien. So machen Bilder von langen Schlangen vor den Apotheken die Runde. Kornelia Seiwald, Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer und Leiterin der Stadtapotheke in Hallein, erklärt gegenüber den Salzburger Nachrichten, „Wir haben am Montagvormittag vier Stunden durchgehend getestet, alle Termine für die ganze Woche sind bereits ausreserviert.“ Sie nennt das den „Friseureffekt“.



Dr. Christine Ahlheim (cha), Chefredakteurin AZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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2 Kommentare

Ich staune,

von RN am 10.02.2021 um 9:10 Uhr

dass die Apotheken diesen Wahnsinn mitmachen.
Aber Geld stinkt ja angeblich nicht.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Ich staune

von Pharmi am 12.02.2021 um 0:57 Uhr

Wieso sollten sie nicht?

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