Grundsatzpapier

Diese pharmazeutischen Dienstleistungen plant die ABDA

Berlin - 05.02.2021, 13:45 Uhr

Mit welchen neuen pharmazeutischen Dienstleistungen sollen sich die Apotheken künftig profilieren? (Foto: Schelbert)

Mit welchen neuen pharmazeutischen Dienstleistungen sollen sich die Apotheken künftig profilieren? (Foto: Schelbert)


Lange mussten sich die Apotheker:innen gedulden, nun endlich bekennt die ABDA in Sachen pharmazeutische Dienstleistungen Farbe – zumindest ein bisschen. Ganze zwei Seiten umfasst das Grundsatzpapier der Bundesvereinigung. Was steht drin?

Mit dem Beschluss des Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetzes machte der Deutsche Bundestag Ende Oktober den Weg frei für neue pharmazeutische Dienstleistungen. Demnach sollen ab Ende 2021 jährlich 150 Millionen Euro in die Kassen der Apotheken fließen. Was diese als Gegenleistung anbieten sollen, das hielt die ABDA lange Zeit geheim. Am heutigen Freitag veröffentlichte die Standesvertretung nun endlich ein Grundsatzpapier in ihrem Newsroom, dem erste Hinweise zu entnehmen sind.

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„Die 1.8750 Apotheken vor Ort können einen großen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen, wenn ihre Kompetenzen erweitert und gezielte pharmazeutische Dienstleistungen mit einer tragfähigen Vergütung möglich werden“, schreibt die ABDA. Aus ihrer Sicht sollten drei Problemkreise vorrangig angegangen werden: Es gelte, die Risiken einer Polymedikation zu minimieren, mangelnde Therapietreue zu verbessern und die Vorsorge und Früherkennung von Volkskrankheiten auszubauen.

Polymedikation im Blick

Laut ABDA nehmen 42 Prozent der Menschen in Deutschland, die 65 Jahre alt oder älter sind, täglich mindestens fünf Arzneimittel ein. Bei den 75- bis 80-Jährigen wendet demnach sogar jeder Dritte mehr als acht Arzneimittel pro Tag an. „Damit sind alleine in der Altersgruppe 65+ rund 7,6 Millionen Bundesbürger von Polymedikation betroffen“, heißt es im Grundsatzpapier. Mit steigendem Alter und dadurch bedingten Organeinschränkungen treten der Bundesvereinigung zufolge bei der Polymedikation gehäuft Nebenwirkungen auf. Etwa 3 bis 7 Prozent der Krankenhauseinweisungen seien arzneimittelbedingt. „Zwei Drittel dieser Krankenhauseinweisungen und der damit verbundenen Kosten für das System gelten als vermeidbar. Einen entscheidenden Beitrag zur Vermeidung leistet zum Beispiel die Durchführung von strukturierten Medikationsanalysen, die weit über den Rahmen der allgemeinen Informations- und Beratungstätigkeit der Apotheke hinausgeht.“



Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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4 Kommentare

bezahlte Dienstleistungen

von pille62 am 10.02.2021 um 8:40 Uhr

..... bin nun fast 30 Jahre Apotheker, seid dieser Zeit werden in Wellen alter Wein in neuen Schläuchen präsentiert.
Dem Erkenntnisproblemen folgen die Umsetzungsprobleme.
Das liegt an allen Beteiligten den Apothekern, Kassen, Ärzten und Politikern.
Und zu den aufgerufenen Preisen kann ich nur sagen, entstehenden dadurch keine eigenständigen Proficenter, sondern nur quersubventionierter Mehraufwand, in dem sich Funktionäre und Gesundheitspolitiker sonnen, mag jeder prüfen, wie sinnvoll das für Ihn ist.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Wie wäre es

von Karl Friedrich Müller am 05.02.2021 um 21:57 Uhr

Mal mit Dienstleistungen der ABDA für die Pharmazeuten?
Frag ja nur...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

1.8750

von Conny am 05.02.2021 um 14:25 Uhr

Haben die das wirklich so geschrieben ?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: 1.8750

von Thomas Kerlag am 05.02.2021 um 21:24 Uhr

Mein Gott, jeder kann sich mal verschreiben

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