STIKO

Impfkommission: AstraZeneca-Vakzine nur für 18- bis 64-Jährige

Stuttgart - 28.01.2021, 16:45 Uhr

Präzisiert wurde nun auch die Aussage zu der Frage, ob Personen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben oder von COVID-19 genesen sind, geimpft werden sollten. Die Antwort lautet „ja“, und zwar unter Berücksichtigung der Priorisierung etwa sechs Monate nach Genesung. (Foto: IMAGO / Christian Ohde)

Präzisiert wurde nun auch die Aussage zu der Frage, ob Personen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben oder von COVID-19 genesen sind, geimpft werden sollten. Die Antwort lautet „ja“, und zwar unter Berücksichtigung der Priorisierung etwa sechs Monate nach Genesung. (Foto: IMAGO / Christian Ohde)


Die Ständige Impfkommission empfiehlt in der Corona-Pandemie auch die Impfung mit der Vakzine des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca – allerdings mit Einschränkungen. Aufgrund von derzeit verfügbaren Daten werde dieser Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen, hieß es am Donnerstag im Bundesgesundheitsministerium. Das Vakzin von AstraZeneca soll voraussichtlich am Freitag in der EU zugelassen werden.

Wie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mitteilt, hat die STIKO einen Entwurf für eine „2. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung“ abgegeben. „Danach ist eine Aussage für die Impfeffektivität des AstraZeneca-Impfstoffes bei über 65-Jährigen nicht möglich“, erklärt das BMG. Von den 341 Geimpften dieser Gruppe habe sich nur einer mit dem neuen Corona-Virus infiziert. Aus der Zahl der Probanden lasse sich also keine statistisch signifikante Aussage ableiten. 

Was die Priorisierungsempfehlung angeht, soll der AstraZeneca-Impfstoff nun im Gegensatz zu den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna in den einzelnen Stufen jeweils nur den Personen angeboten werden, die 18 bis 64 Jahre alt sind. Abgesehen von dieser Einschränkung sieht die STIKO den AstraZeneca-Impfstoff aber als gleichermaßen geeignet an. 

Wie die dpa berichtet, forderte am heutigen Donnerstag der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, nun ein Umdenken: Für die stark gefährdete Gruppe der älteren Senioren falle das AstraZeneca-Präparat erst einmal flach. Für sie sollten deshalb die anderen beiden Impfstoffe reserviert werden, forderte er. Ärzte, Pflegepersonal und andere priorisierte Berufsgruppen sollten dafür den AstraZeneca-Impfstoff bekommen, schlug Brysch vor.

Impfung trotz SARS-CoV-2-Infektion?

Präzisiert wurde nun auch die Aussage zu der Frage, ob Personen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben oder von COVID-19 genesen sind, geimpft werden sollten. Die Antwort lautet „ja“, und zwar unter Berücksichtigung der Priorisierung etwa sechs Monate nach Genesung. Es handelt sich bei dieser Empfehlung um eine Expert:innenmeinung. 

Die Gabe der zweiten Impfstoffdosis soll innerhalb des durch die Zulassungsstudien abgedeckten Zeitraums erfolgen. Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie aber fortgesetzt werden. Man muss dann nicht neu beginnen. „Eine begonnene Impfserie muss mit dem gleichen Produkt abgeschlossen werden“, heißt es deutlich. Für die mRNA-Impfstoffe betragen die Impfabstände vier bis sechs Wochen und für den AstraZeneca-Impfstoff neun bis zwölf Wochen. 


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

STIKO ändert ihre Empfehlungen für Zweitimpfungen

mRNA-Impfstoff nach Vaxzevria

Zweiter Corona-Impfstoff für die USA

FDA entscheidet über Zulassung von mRNA-1273 von Moderna

Notfallzulassung für mRNA-1273 von Moderna

USA lassen zweiten Corona-Impfstoff zu

Überzeugende Immunantwort nach Vaxzevria gefolgt von Comirnaty®

Vorteile für heterologes Impfen

3. Aktualisierung der COVID-19- Impfempfehlung

Immungesunde nach SARS-CoV-2-Infektion zunächst nicht impfen

EMA und EU-Kommission geben grünes Licht für Vakzine von AstraZeneca

Dritter COVID-19-Impfstoff zugelassen

1 Kommentar

Wichtiger Schritt

von Siegfried Meyer am 28.01.2021 um 16:59 Uhr

Die Impfung ist ein wichtiger und großer Schritt in die richtige Richtung. Denn was oftmals vergessen wird, sind die finanziellen Folgen einer Erkrankung. Während die Behandlungskosten von den Krankenkassen übernommen werden, sieht es bei einer Berufsunfähigkeit aufgrund Corona düster aus! Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, bekommt laut https://xn--berufsunfhigkeitsversicherung-8pc.de/ nur eine Erwerbsminderungsrente von etwa 29% vom Bruttoeinkommen (im Falle einer vollen Erwerbsminderungsrente). Was diese Versorgungslücke für den Einzelnen bedeutet, kann jeder für sich selbst beantworten.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.