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Schutzmasken: DocMorris darf „leider“ noch nicht versorgen

Stuttgart - 17.12.2020, 16:15 Uhr

Auch DocMorris will ab dem neuen Jahr Risikopatienten mit Schutzmasken versorgen. (Foto: imago images / Winfried Rothermel)

Auch DocMorris will ab dem neuen Jahr Risikopatienten mit Schutzmasken versorgen. (Foto: imago images / Winfried Rothermel)


Seit Dienstag und bis zum 6. Januar 2021 versorgen die Vor-Ort-Apotheken in Deutschland Risikopatienten mit kostenlosen Schutzmasken. Im neuen Jahr kommen dann auch die EU-Versender ins Spiel. Auf seiner Webseite und in den sozialen Netzwerken informiert DocMorris nun über die „staatliche Schutzmaskenversorgung für Risikopatienten“. Leider dürfe DocMorris in Phase 1 die eigenen Kundinnen und Kunden in Deutschland nicht mit drei kostenlosen Schutzmasken versorgen, heißt es dort. Erst im neuen Jahr sei ein Bezug möglich – versandkostenfrei, aber laut Info mit Eigenanteil.

Deutsche Vor-Ort-Apotheken legen derzeit einen unglaublichen Kraftakt hin. Sie haben nicht nur innerhalb kürzester Zeit die Versorgung mit kostenlosen Schutzmasken organisiert, sondern werden zudem an vielen Standorten seit dem Start der Maskenausgabe am vergangenen Dienstag regelrecht überrannt – und das im vielerorts ohnehin stressigen Vorweihnachtsgeschäft. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt erklärte in einer Pressemitteilung, erste Rückmeldungen aus dem gesamten Bundesgebiet zeigten, dass die Apotheken die schwierige Aufgabe stemmten und bereits mehrere Millionen Risikopatienten versorgt hätten. „Wenn es irgendwo noch ruckelt, dann bitte ich die Patienten um etwas Geduld“, so Schmidt. „Wir gehen davon aus, dass wir bis Weihnachten die meisten Anspruchsberechtigten mit den ersten drei Masken versorgt haben.“

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Neben dem Arbeitsaufwand sind die Apotheker in finanzielle Vorleistung gegangen. Die Pauschale aus dem Nacht- und Notdienstfonds (NNF), die das Ganze finanzieren soll, soll immerhin noch vor den Feiertagen ausgezahlt werden. Ab morgen werden die Bescheide verschickt, ließ der NNF wissen. Da sich die Pauschale aber nicht nach der Anzahl der abgegebenen Masken, sondern nach der Zahl der im Vorquartal abgegebenen Rx-Packungen richtet, gehen viele Apotheker davon  aus, an der Aktion nichts zu verdienen. Schließlich kommen nicht nur Stammkunden, sondern auch solche, die ihre Arzneimittel sonst im Versand beziehen. Dazu kommen möglicherweise Apothekenhopper, die sich gleich in mehreren Apotheken „ihre“ Masken holen. Manch einer scheint ein Geschäft zu wittern: Auf Ebay sind schon erste private Verkaufsangebote für „3 X FFP2 Masken OVP Neu“  zu finden.

Nach den drei ersten kostenlosen Masken stehen den Risikopatienten ab Januar weitere zweimal sechs, also insgesamt zwölf Masken zu. Hierfür werden von den Kassen dann im neuen Jahr fälschungssichere Coupons versandt, die die Patienten unter Leistung eines Eigenanteils einlösen können. Dann können die Masken allerdings nicht mehr nur über Vor-Ort-Apotheken, sondern auch über Versender bezogen werden. Dass diese Botschaft den Apothekern vor Ort sauer aufstößt, verwundert nicht. Viele sehen sich als Lückenbüßer, die gut genug sind, wenn es schnell gehen muss – wie eben jetzt mit den Masken. Das Geschäft dürfe dann mit ausreichend Vorlauf der Versandhandel machen, kritisieren sie. In der zweiten Phase erfolgt die Vergütung nämlich dann stückweise und nicht mehr pauschal.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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6 Kommentare

LIVIPRO unrepa.ch

von PASCAL EGGMANN am 19.12.2020 um 19:35 Uhr

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Maskenausgabe als Imagewerbung

von Columbina am 17.12.2020 um 19:45 Uhr

Man kann das Ganze ja auch mal versuchen positiv zu betrachten:
Viele Patienten (bei uns jedenfalls) sind sehr dankbar für die Ausgabe und sagen das auch. Viele nehmen sehr wohl war, was das für ein Kraftakt ist. Und man kann das ja auch ruhig bei der Abgabe kommunizieren.
Ich habe beschlossen, die Aktion als tolle Imagewerbung für uns zu sehen. Und ich sage auch allen gleich dazu, dass sie im Januar dann mit den Coupons wiederkommen sollen.
Seien wir doch einfach mal positiv, die ewige Jammerei hilft ja auch keinem weiter. Es gibt Berufszweige, die haben grad mehr Grund zum Jammern.
Ja, es ist nicht fair. Aber was ist schon grade fair.

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"....dürfen nicht versorgen..."

von kassensklave am 17.12.2020 um 19:13 Uhr

Das wird sich doch sicher bald ändern. Wo es im Januar doch erstmals lukrativ werden könnte.
Vorgestern wurden ja bereits "alternative Vertriebsstrukturen" angekündigt. Wir sind mal wieder die Deppen gewesen, die schnell, unbürokratisch, mit persönlicher Beratung zur Handhabe eingesprungen sind.
Aber jetzt, wo es anfängt interessant zu werden, da will DocSchnorris "teilhaben". Und da sich der ehemalige Cheflobbyist des Versandhändlers und Herr Spahn bereits früher Geschäftspartner waren (Politas), sind die Kommunikationswege kurz.

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Maskenausgabe

von Frank Schmidt am 17.12.2020 um 17:33 Uhr

Vorortapotheken sind mal wieder die Deppen . Spahn hat Sie wieder alle gelinkt.

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Versandapotheken, nicht EU-Versender

von Beobachter am 17.12.2020 um 17:24 Uhr

Ich dachte das Ausgeben der Masken sei im nächsten Jahr auch den Versandapotheken erlaubt.
DocMorris ist keine Versand-APOTHEKE. Die Firma ist ein EU-Versender und keine Apotheke.

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Abwarten.....

von Alexander D am 17.12.2020 um 16:57 Uhr

"und zumindest allem Anschein nach zu den gleichen Bedingungen."

Genau das ist das Problem. Ich befürchte, da wird noch mächtig getrommelt und ge***.........
In der Größenordnung, wo DocMorris die Masken bezieht (und wahrscheinlich direkt importiert) haben die ja dann enorme Vorteile.

Das macht natürlich unsere Planung extrem schwierig.
Ärger vorporgrammiert....

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