Arzneimittel in Film und Fernsehen

Klinische Pharmazie in Hollywood

Stuttgart - 04.12.2020, 15:15 Uhr

Sean Connery als James Bond und die goldüberzogene Shirley Eaton als Jill: aufgenommen während der Dreharbeiten zu „Goldfinger" 1964. (p / Foto: picture alliance/KEYSTONE | STR)

Sean Connery als James Bond und die goldüberzogene Shirley Eaton als Jill: aufgenommen während der Dreharbeiten zu „Goldfinger" 1964. (p / Foto: picture alliance/KEYSTONE | STR)


„Kann das wirklich sein?“, fragt man sich doch bei manchen Film-Streifen. Müsste Jill aus „Goldfinger“ nicht noch am Leben sein, oder sorgt ein Ganzkörper-Goldschimmer tatsächlich für einen Exodus? Münchner Pharmaziestudierende haben in der Dezember-Ausgabe der „Medizinischen Monatsschrift für Pharmazeuten“ Film und Fernsehen pharmakologisch und medizinisch kritisch unter die Lupe genommen. So mancher Blockbuster dürfte dadurch pharmazeutisch etwas an Überzeugung und Glanz verlieren.

Ist es wirklich tödlich, wenn man komplett „vergoldet“ wird – wie es Jill im Bond-Klassiker „Goldfinger“ widerfuhr? Und wie wahrscheinlich ist ein „Hangover“ durch Flunitrazepam? Eine Gruppe von Münchner Pharmaziestudierenden um Dr. Yvonne Pudritz hat den Lockdown einmal für eine etwas andere klinische Pharmazie genutzt und Arzneimittel in Film und Fernsehen auf ihre Plausibilität gecheckt. Die Kollegen der MMP lassen die „Filmkritiker“ in der aktuellen Dezember-Ausgabe ihre Resümees vorstellen. Eine erste Analyse zu Flunitrazepam im Hollywood-Streifen „Hangover“ veröffentlichte Apothekerin und MMP-Redakteurin Dr. Tanja Saussele bereits auf pharmakotherapieblog.de.

Grundsätzlich sei ein Rauschzustand durch das Benzodiazepin möglich, doch sprächen die im Film dargestellten Wirkungen – Euphorie, Logorrhö, Halluzinationen, Störungen des logischen Denkens – eher für Kokain-Konsum. Die paradoxen Erregungs- und Verwirrtheitszustände, inklusive aggressives Verhalten und Wahnvorstellungen, gehörten hingegen in das bekannte Nebenwirkungsportfolio von Flunitrazepam. Doch sei es höchst unwahrscheinlich, dass gleich eine ganze Gruppe von Männern die gleichen paradoxen Nebenwirkungen aufweise. Dann muss die Frage erlaubt sein: Wenn die „Hangover“-Jungs ihr Hypnotikum mit einer ordentlichen Dosis Ethanol einnehmen – statt doch wie im Beipackzettel zu lesen mit einem Glas Wasser –, ob nicht ein narkoseähnlicher Schlaf wahrscheinlicher ist, als eine all-Night-long-Party in Las Vegas.

Weitere spannende Erkenntnisse lesen Sie als MMP-Abonnent in der Dezember-Ausgabe der MMP.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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