Deutscher Apothekerverband

Thomas Dittrich wird neuer DAV-Chef

Berlin - 02.12.2020, 13:15 Uhr

Zum Jahreswechsel übernimmt Thomas Dittrich aus Sachsen das Amt als Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands. (p / Foto: SAV)

Zum Jahreswechsel übernimmt Thomas Dittrich aus Sachsen das Amt als Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands. (p / Foto: SAV)


Der Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbands, Thomas Dittrich, übernimmt zum Jahreswechsel den DAV-Vorsitz. Nach zwölf Jahren an der Spitze des Deutschen Apothekerverbands scheidet Fritz Becker Ende 2020 aus dem Amt aus. Vize bleibt Hans-Peter Hubmann aus Bayern.

Wie die ABDA vermeldet, wurde Thomas Dittrich am heutigen Mittwoch wie erwartet zum neuen Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbands (DAV) gewählt. Der 56-Jährige aus Großröhrsdorf ist seit 2015 Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbands und seit 2017 Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des DAV. Dittrich übernimmt das Zepter zum Jahreswechsel vom langjährigen DAV-Vorsitzenden Fritz Becker, der nicht erneut zur Wahl angetreten war. Gegenkandidaten gab es keine. Stellvertretender DAV-Chef bleibt Hans-Peter Hubmann aus Bayern.

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Dittrich wird sich in seiner neuen Rolle als oberster Verhandler für die Apothekeninhaber sehr schnell beweisen müssen: Mit den Gesprächen zur Vergütung der neuen pharmazeutischen Dienstleistungen mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steht ihn bereits zu Beginn seiner Amtszeit eine Mammutaufgabe ins Haus. Denn der Kassenverband lässt keinen Zweifel daran, an den Dienstleistungen der Apotheker kein Interesse zu haben – oder zumindest nicht dafür bezahlen zu wollen. Das wurde unter anderem bei der Verbändeanhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags zum Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz deutlich, das voraussichtlich noch in diesem Jahr in Kraft treten wird.

Im Interview mit DAZ.online zeigte sich Dittrich diesbezüglich kämpferisch: Er wolle hart mit den Kassen verhandeln und die Vertragsabteilung der ABDA personell aufrüsten. Gleichzeitig fordert er von den Apothekern einen gewissen Vertrauensvorschuss ein und setzt darauf, dass der Berufsstand künftig wieder geschlossener auftritt, als es zuletzt der Fall gewesen ist.

Digitalisierung, Honorar, Nachwuchs und sichere Abrechnungen

In der ABDA-Pressemitteilung erklärt Dittrich zu seinen Prioritäten: „Wir müssen die Einführung des E-Rezepts als entscheidenden Baustein der Digitalisierung und die Etablierung neuer Pharmazeutischer Dienstleistungen im kommenden Jahr in erfolgreiche Bahnen lenken. Die Apotheken wollen auch in einer digitalen Umgebung ihre Lotsenfunktion im Gesundheitswesen behalten und ihren Patienten die optimale Arzneimitteltherapie ermöglichen. Bei den Dienstleistungen müssen wir dafür sorgen, dass Versorgungsdefizite ausgeräumt werden, die Patienten einen bundeseinheitlichen Versorgungsanspruch haben und die Apotheken fair vergütet werden. Natürlich müssen wir insgesamt die Honorierung der Apotheken voranbringen. Darüber hinaus werden uns auch die Nachwuchsgewinnung und die sichere Abrechnung der Apothekenleistungen beschäftigen.“

Ebenfalls wiedergewählt in den Geschäftsführenden Vorstand des DAV wurden Stefan Fink aus Weimar (Thüringen) und Berend Groeneveld aus Norden (Niedersachsen). Neu in das Führungsgremium des DAV gewählt wurde Anke Rüdinger aus Berlin. Ebenso wie Dittrich sind auch die vier anderen Vorstandsmitglieder jeweils Vorsitzende ihrer Landesapothekerverbände. 


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Vertrauensvorschuss für WAS? Herr Dittrich!

von Heiko Barz am 03.12.2020 um 12:54 Uhr

Kollege Dittrich ist gar lustig, er „fordert“ einen gewissen Vertrauensvorschuss ein von den Apothekern, die er als bisher vertretender Vorstand lange Jahre anscheinend unbeachtet ließ und alles abgesegnet hat, was der Kollege Becker „verzapfte“.
.....Alter Wein nun auch noch in alten Schläuchen....!
Es ist da schon etwas zynisch, Vertrauen einzufordern. Die Geduld der Kollegen (W/M) ist seit Längerem aufgebraucht und das bezieht sich auf zwei ganz einfache berufssichernde Faktoren:
1. die seit 2004 stagnierende Honorarfrage, wo nicht einmal die Inflationsrate berücksichtigt wurde, geschweige denn eine Leistungsangleichung wie bei den Ärzten, deren fast jährliche Erhöhung gar nicht mehr diskutiert wird.
2.Das RXVV von der CDU in den Koalitionsvertrag aufgenommen und von Spahn herausdiskutiert mutierte dann zum VOASG, das ja wieder nur für die Deutschen Basisapotheker justitiable daherkommt, die Holländer interessiert das kaum.

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