Barmer-Umfrage

Corona: Impfbereitschaft steigt mit dem Alter

30.11.2020, 16:05 Uhr

Die Impfstoffe kommen – aber wie steht es um die Bereitschaft der Menschen, sich impfen zu lassen? (Foto: imago images / Laci Perenyi)

Die Impfstoffe kommen – aber wie steht es um die Bereitschaft der Menschen, sich impfen zu lassen? (Foto: imago images / Laci Perenyi)


Impfungen gegen COVID-19 rücken näher. Das US-Unternehmen Moderna hat heute bekannt gegeben, die Zulassung für seine Vakzine in Europa zu beantragen. Abgesehen davon, dass die Menschen in Deutschland nur nach und nach geimpft werden können und eine Priorisierung notwendig sein wird, schien in letzter Zeit das Vertrauen der Bürger:innen in die neuen Impfstoffe abzunehmen. Eine Umfrage im Auftrag der Barmer kommt nun zu dem Ergebnis, dass sich 53 Prozent der über 16-Jährigen impfen lassen würden.

Es ist eine Mehrheit, aber keine große: 53 Prozent der Bürger:innen sind bereit, sich gegen SARS-CoV-2 impfen zu lassen. Weitere 15 Prozent beantworten die Frage, ob sie sich impfen lassen würden mit „vielleicht“. Die Bereitschaft, die eigenen Kinder impfen zu lassen, liegt bei 42 Prozent. Das geht aus einer im November durchgeführten repräsentativen Umfrage der Barmer unter rund 2.000 Befragten ab 16 Jahren hervor.

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Ältere Personen stehen einer Impfung insgesamt offener gegenüber als jüngere. So wollen sich knapp zwei Drittel der Befragten ab 60 Jahren impfen lassen. Unter den 16- bis 39-Jährigen ist sich hingegen nur knapp ein Viertel vollkommen sicher. Für gut ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) kommt eine COVID-19-Impfung nicht in Frage. Dabei stellen Zweifel an der Sicherheit der Impfstoffe (68 Prozent), die Furcht vor Nebenwirkungen (60 Prozent) und Zweifel an der Wirksamkeit (52 Prozent) die größten Hürden dar. Eine generelle Ablehnung von Impfungen spielt mit 22 Prozent eine geringere Rolle.

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Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, erklärt hierzu: „An der Impfung führt kein Weg vorbei, um die Corona-Pandemie zu überwinden. Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger impfen lassen möchte. Je höher die Bereitschaft, desto besser. Mit der Impfung schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch diejenigen, die sich nicht immunisieren lassen können.“ Straub betont aber auch, dass die Impfung freiwillig erfolgen soll: „Aufklärung ist das beste Mittel für eine hohe Akzeptanz und Impfbereitschaft in der Bevölkerung. Wichtig sei allem voran, über die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe zu informieren und so Menschen ihre Sorgen zu nehmen. Eine Impfpflicht wird der Befragung zufolge von knapp zwei Dritteln der Befragten abgelehnt. 

Derzeit bereiten sich die Länder auf die Impfungen mit den ersten Impfstoffen vor. Geimpft werden soll in Impfzentren. Zuvörderst zum Zuge kommen sollen Risikogruppen sowie das Personal, das sich um diese Menschen kümmert. 


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