Landesapothekerkammer Brandenburg

Dobbert: „Das VOASG ist kein Fortschritt“

Berlin - 18.11.2020, 14:35 Uhr

Jens Dobbert, Präsident der LAK Brandenburg, blickt kritisch auf die vergangenen acht Jahre Berufspolitik auf Bundesebene zurück. (Foto: LAK Brandenburg)

Jens Dobbert, Präsident der LAK Brandenburg, blickt kritisch auf die vergangenen acht Jahre Berufspolitik auf Bundesebene zurück. (Foto: LAK Brandenburg)


Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg, widerspricht der ABDA-Führung in ihrer Einschätzung, das kürzlich verabschiedete Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz sei ein „Fortschritt“. Mit ihm gebe es gerade keine Gleichpreisigkeit, eine Nachjustierung sei daher nötig, erklärte er bei der virtuellen Kammerversammlung am heutigen Mittwoch. Dobbert hält der ABDA weiterhin vor, das Rx-Versandverbot nicht weiterverfolgt zu haben. Bewegung vermeldet der Kammerpräsident indessen beim Thema der Etablierung eines Pharmaziestudiengangs im Land.

Wie viele andere Landesapothekerkammern hat sich die Kammer Brandenburg in diesem Jahr entschieden, ihre Kammerversammlung in diesem Herbst virtuell abzuhalten – die Sitzung in der ersten Jahreshälfte war in der Corona-Pandemie ganz abgesagt worden. Sogar Beschlüsse wurden am heutigen Mittwoch getroffen – zunächst online, eine schriftliche Abfrage soll im Nachgang folgen.

Kammerpräsident Jens Dobbert ließ in seinem Lagebericht die von ihm gewohnten ABDA-kritischen Worte nicht vermissen. Angesichts der virtuellen Situation, in der sich die Stimmung der Mitglieder vor Ort nicht gut einfangen lässt, beschränkte sich Dobbert jedoch auf wenige Themen: die Leistungen der Apotheken in der Coronakrise, das Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken (VOASG) und der seit Jahren verfolgte Plan eines Pharmaziestudiengangs im Land.

Apotheken als Vorbild in der Krise

Jeder weiß: 2020 ist ein Jahr, wie es sich vor einem Jahr keiner hätte vorstellen können. Und die Apotheken haben in dieser für alle schweren Zeit unter Beweis gestellt, was sie leisten können – auch jenen, die Apothekern immer wieder vorgehalten haben, „rückwärtsgewandt und verkrustet“ zu sein. „Sehr schnell, effektiv und geräuscharm“ hätten die Brandenburger Apotheken Schutzmaßnahmen getroffen, betonte Dobbert. Auch wenn es mangels staatlicher Unterstützung anstrengend gewesen sei, die nötige Schutzausrüstung zu beschaffen. Der Präsident dankte den Kolleginnen und Kollegen sowie ihren Mitarbeiter:innen ausdrücklich auch für ihren effektiven Einsatz bei der Desinfektionsmittelherstellung für Pflegeheime, Arztpraxen und die Bevölkerung. Ein Einsatz, der im Übrigen auch in der Politik und in den Medien bis hin zur Tagesschau gewürdigt worden sei.

Dämpfer VOASG

Für Dobbert ist das Gesundheitssystem eine Art „Zahnradgetriebe“: Ob Ärzte, Apotheken, Pflege – alle Gruppen im Gesundheitsleben greifen ineinander. Werde eine Berufsgruppe durch politische Entscheidungen herausgerissen, funktioniere das ganze System nicht mehr. Auch vor diesem Hintergrund ist für den Kammerpräsidenten nicht zu verstehen, dass im VOASG so „inkonsequent mit unserem Berufsstand umgegangen wird“. Zwar gebe es künftig ein Honorar für pharmazeutische Dienstleistungen – doch Genaueres wisse man noch nicht. Selbst wenn auf Bundesebene seit geraumer Zeit über pharmazeutische Dienstleistungen gesprochen werde, wisse man bis heute nicht, welche davon künftig in den Apotheken angeboten werden sollen. Dobbert verwies auf den massiven Personalnotstand in vielen Apotheken. Könne da jede Apotheke Dienstleistungen erbringen? Oder blieben sie am Ende großen „Leuchtturmapotheken“ vorbehalten? „Ich kann es Ihnen nicht sagen“, so Dobbert.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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