Apotheken verteilen ehrenamtlich FFP2-Masken

Gratismasken in Bremen nach kurzer Zeit vergriffen

Berlin / Bremen - 16.11.2020, 12:45 Uhr

In der Freien Hansestadt Bremen gibt es für über 65-Jährige monatlich bis zu zehn Gratismasken. (p / Foto: Bremer Senat / Apothekerkammer Bremen)

In der Freien Hansestadt Bremen gibt es für über 65-Jährige monatlich bis zu zehn Gratismasken. (p / Foto: Bremer Senat / Apothekerkammer Bremen)


Begleitet von langen Schlangen hat am vergangenen Freitag in Bremen die Verteilung kostenloser FFP2-Masken an Menschen über 65 Jahre begonnen. Schnell waren die Masken in den Apotheken vergriffen. Doch Apothekerkammer-Präsident Klaus Scholz hat Nachschub angekündigt und bittet die Anspruchsberechtigten, die gesamte Woche zu nutzen, um sich die Masken abzuholen.

Seit dem 13. November 2020 erhalten Bürgerinnen und Bürger ab 65 Jahren in Bremen und Bremerhaven kostenlose FFP2-Masken in Apotheken. Mit der ersten Tranche stehen dafür rund 450.000 Schutzmasken zur Verfügung, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Senats der Freien Hansestadt Bremen und der Apothekerkammer Bremen. Trotz vereinzelter Schlangenbildung sei die Aktion durchweg positiv aufgenommen worden.

Ihre Apotheke habe 3000 Masken bekommen und um acht Uhr geöffnet, sagte Christina Köster, Inhaberin der Roland-Apotheke im Stadtteil Findorff. „Um neun hatte ich keine Ware mehr.“ Sie und ihre Mitarbeiterinnen hatten sich an einem Stehtisch vor der Tür unter einem Heizpilz aufgebaut. Weil die Wartenden voneinander Abstand hielten, zog sich die Schlange etwa 100 Meter hin. Bis in den Nachmittag hinein musste Köster immer wieder enttäuschte Kunden vertrösten. „Ich finde es gut, dass diese FFP2-Masken verteilt werden“, sagte sie. Es sei für ihr Team aber ein großer Zusatzaufwand. Nach Plänen des Senats erhält jeder Einwohner über 65 Jahre kostenlos zehn Masken im Monat.

Kammerpräsident kündigt zusätzliche Masken an

Auch der Präsident der Apothekerkammer, Klaus Scholz, räumte ein, dass die Aktion so gut angenommen wurde, dass in diversen Apotheken das erste Maskenkontingent nach wenigen Stunden ausgegeben war. „Wir haben daraufhin noch an diesem ersten Tag zusätzliche Auslieferungen veranlasst, um weitere Maskenkontingente von den Lagern in die Apotheken zu liefern“, erklärte er. So befänden sich derzeit 220.000 zusätzliche Masken in der Auslieferung. Unterstützung leiste hier das Deutsche Rote Kreuz. Außerdem seien weitere 500.000 Masken geordert und könnten ab dem heutigen Montag an die Apotheken verteilt werden, so dass ab Dienstag und Mittwoch wieder entsprechende Kontingente zur Verfügung stünden. Scholz bittet um eine gewisse Gelassenheit: „Es gibt auch in den nächsten Tagen für alle Berechtigten ausreichend Masken. Ich bitte Berechtigte, nicht alle sofort heute oder morgen zu kommen, sondern auch die kommende Woche zu nutzen. Außerdem bitte ich, den Apothekerinnen und Apothekern, die diese Ausgabe ehrenamtlich leisten, mit Respekt und Höflichkeit zu begegnen, falls gerade kurzfristig keine Masken abgegeben werden können, weil der Vorrat zu Ende ist.“

Bürgermeister verspricht insgesamt 1 Million Masken

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte ergänzt: „Wir wussten, dass dieses Vorhaben aufgrund des extrem kurzen zeitlichen Vorlaufs eine ungemein herausfordernde Aktion sein würde. Umso mehr möchte ich nochmals allen Beteiligten herzlich für ihren Einsatz danken, der ja weitestgehend ehrenamtlich erbracht wird“. Bovenschulte erklärte zudem, zu den bereits erwähnten 500.000 Schutzmasken würden diese Woche weitere 500.000 erwartet, also insgesamt rund 1.000.000 Masken. Das werde für alle Berechtigten reichen.

Mittlerweile plant die die Große Koalition ebenfalls die möglichst kostenlose Ausgabe von Schutzmasken für Risikogruppen. Zuzahlungen können allerdings fällig werden. Die Details zu Vertrieb und Abgabe beispielsweise in Apotheken werden in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums zu regeln sein. Ebenso die Preisgestaltung.


Kirsten Sucker-Sket / dpa
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Ohrfeige

von Puppi Zampano am 17.11.2020 um 16:04 Uhr

Kontakte vermeiden hieß es bisher. Warum keine Zustellung per Post in den Briefkasten? Mit dem Mitteilungsblatt oder als Postwurfsendung wäre kontaktlos gewesen. So aber ruiniert sich die Apotheke ihr eigenes Business. Kein Problem, werden wir auf die linke Wange geohrfeigt, halten wir bereitwillig auch die rechte hin .Apotheker halt

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