Corona-Impfstoff von Curevac

Kühlschranklagerung genügt!

Stuttgart - 12.11.2020, 17:50 Uhr

CVnCoV, der mRNA-basierte COVID-19-Impfstoffkandidat von Curevac, ist im Kühlschrank stabil – ein Vorteil gegenüber RNA-Impfstoff BNT162b2 von Biontech/Pfizer. (Foto: imago images / Sven Simon)

CVnCoV, der mRNA-basierte COVID-19-Impfstoffkandidat von Curevac, ist im Kühlschrank stabil – ein Vorteil gegenüber RNA-Impfstoff BNT162b2 von Biontech/Pfizer. (Foto: imago images / Sven Simon)


Groß war die Euphorie, als am Montag Biontech/Pfizer verlautbarten, ihr Corona-Impfstoffkandidat BNT162b2 schütze zu 90 Prozent vor COVID-19. Doch der RNA-Impfstoff BNT162b2 hat einen gravierenden Nachteil: Er will bei minus 80 Grad Celsius transportiert und gelagert werden. Auch Curevac forscht an einem RNA-basierten Corona-Impfstoff – und bei CVnCoV genügt ein einfacher Kühlschrank.  Wie gelingt Curevac das? Auch Pfizer tüftelt bereits an einer Pulver-Darreichungsform.

CVnCoV, der mRNA-basierte COVID-19-Impfstoffkandidat von Curevac, ist im Kühlschrank stabil. Einer Mitteilung des biopharmazeutischen Unternehmens aus Tübingen zufolge zeigen Daten eine mindestens dreimonatige Stabilität von CVnCoV bei +5 °C. Bei Raumtemperatur sei der COVID-19-Impfstoff bis zu 
24 Stunden als gebrauchsfertiger Impfstoff stabil, teilt Curevac mit. Die Stabilität der Verbindung im flüssigen Zustand wurde in der vorgesehenen Abfüllkonzentration getestet, die Lagerung der Proben fand bei Temperaturen von +5 °C und unter -60 °C statt. „CVnCoV erfüllte nach drei Monaten bei beiden Temperaturen alle festgelegten Qualitäts- und Freigabespezifikationen. Die CVnCoV-Stabilitätsstudie wird fortgesetzt, um das Potenzial für eine längere Haltbarkeit des kommerziellen Produkts weiter zu untersuchen.“

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Das könnte – sobald CVnCoV eine Zulassung erhält – entscheidende Vorteile mit sich bringen. Curevac nennt hier „positive 'Effekte auf Verteilung, Kosten und Materialverbrauch“. 

Einfachere und günstigere Versorgung in der Pandemie

„Transport und Lagerung von mRNA-basierten Impfstoffen erfordern vielfach extrem niedrige Temperaturen, um diese stabil zu halten. Das hat zu intensiven Diskussionen geführt und Bedenken hinsichtlich Durchführbarkeit, Mehrkosten und Materialverbrauch geweckt“, sagte Dr. Florian von der Mülbe, Chief Production Officer von Curevac. Man sei „sehr zuversichtlich“, dass das Stabilitätsprofil des COVID-19-Impfstoffkandidaten im Einklang steht mit der Standardimpfstoff-Lagerung bei Kühlschranktemperatur und dieser wie erforderlich bei Raumtemperatur verabreicht werden kann. "Das dürfte eine dezentrale Aufbewahrung des Impfstoffes erleichtern und breit angelegte Impfanstrengungen in der aktuellen Pandemie unterstützen.“

Dieses Problem wird akut besonders diskutiert, da die Impfstoffallianz Biontech/Pfizer am Montag verlautbarten, dass ihr RNA-basierter COVID-19-Impfstoff BNT162b2 eine Wirksamkeit von 90 Prozent zeige und somit eine Notfallgenehmigung der FDA in greifbarere Nähe rückte. Auch die EMA prüft BNT162b2 bereits in einem Rolling-Review-Verfahren. Allerdings: Der COVID-19-Impfstoff aus dem Hause Pfizer/Biontech muss nach derzeitigen Erkenntnissen bei -70 °C transportiert und gelagert werden, was eine logistische Herausforderung darstellt, insbesondere wenn es um Millionen Impfdosen gehen soll.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Curevac

von Gregor Huesmann am 13.11.2020 um 11:20 Uhr

Hallo, habe gestern Abend bei Maybrit Illner den Impfstoff-Leiter von Curevac gehört: Auch der Curevac-Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden. Das hänge mit den Zulassungen zusammen. Später könnte dann eine andere Lagerungstemperatur möglich werden. Genauso wie bei Biontech. Was stimmt denn nun???

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