Umfrage zum ABDA-Vorstoß

Wollen Apotheker auf Corona testen?

Berlin - 22.10.2020, 17:50 Uhr

Wären die Apotheker bereit, in ihren Betrieben Menschen auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen? (s / Foto: imago images / Hollandse Hoogte)

Wären die Apotheker bereit, in ihren Betrieben Menschen auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen? (s / Foto: imago images / Hollandse Hoogte)


In ihrer Stellungnahme zum dritten Bevölkerungsschutzgesetz fordert die ABDA, dass Apotheker nicht nur Corona-Schnelltests abgeben, sondern sie sogar selbst am Kunden anwenden dürfen sollten. Würden Sie solch einen Service anbieten? Machen Sie mit bei unserer Umfrage.

Das Coronavirus hält die Bundesrepublik in Atem. Heute hat das Robert Koch-Institut (RKI) erstmals mehr als 11.200 positiv Getestete innerhalb von 24 Stunden gemeldet – ein neuer Rekordwert hierzulande. RKI-Präsident Professor Lothar Wieler zeigte sich bei einer Pressekonferenz besorgt, was den weiteren Verlauf der Pandemie betrifft. Er appellierte an die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen wieder disziplinierter einzuhalten als in den vergangenen Wochen.

Bereits in der vergangenen Woche war der Referentenentwurf eines dritten Bevölkerungsschutzgesetzes bekannt geworden. Darin ist vorgesehen, eine Ausnahme bezüglich des Arztvorbehalts bei Corona-Schnelltests einzuführen. Die ABDA plädiert in ihrer Stellungnahme zum Entwurf dafür, in diesem Zuge solche Tests auch in den Apotheken durchführen zu lassen – und zwar auf Kosten der Krankenkassen.

Doch was halten Sie als DAZ.online-Leser von diesem Vorstoß? Sind Sie grundsätzlich bereit, solch einen Service anzubieten, oder fürchten Sie eine Ansteckung im Team? Machen Sie mit bei unserer Umfrage und lassen Sie uns in den Kommentaren wissen, welche Voraussetzungen aus Ihrer Sicht erfüllt sein müssen, damit der ABDA-Vorschlag zum Erfolgsmodell werden könnte – denn die möglichen Bedingungen gilt es noch zu definieren.



Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

Corona Testung

von Joachim Sievers am 22.10.2020 um 19:17 Uhr

Die Voraussetzungen entsprechen im Wesentlichen denen sonstiger Blutuntersuchung in der Apotheke:
Raum: gut belüftet in der Offizin, 2 Sitzplätze, Tisch, Trennscheibe
Personal: Hepatitis B, Influenza, Masern- Schutz, pharmazeutisch
Material: Einmalsticks, Handschuhe, FFP 2 (Proband ist infektionsverdächtig), Brille, Pflaster,
Hautdesinfektion, gesicherte Entsorgung
Preis: Privat mit Quittung zur Abrechnung bei Kasse
Dokumentation: positiv/negativ, täglich ein anonymisiertes Fax an das Gesundheitsamt
Dokumentierte Gefährdungsbeurteilung auf Basis "allgemeine Blutuntersuchung

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Corona Testung

von Skeptiker am 22.10.2020 um 20:18 Uhr

Eine Testung ist wichtig für symptomatische Personen, die möglicherweise mit Sars-Cov 2 infiziert sind, um weitere Infektionen vermeiden zu können.
Dafür sind Blutteste auf Antikörper wenig geeignet. ( IgM Antikörper sind teilweise geeignet, da der Infizierte bei ihrem Vorhandensein noch infektiös ist.).
Somit sind PCR-Testverfahren ( z.B. Vivalytik von BOSCH) oder Antigen Teste ( Roche Sars Cov 2 Antigentest) die einen Rachenabstrich erfordern besser geeignet. Dabei besteht immer die Gefahr, dass Viren im Raum verteilt werden. Ob jede Apotheke die Hygieneanforderungen ( Schutzkleidung, sehr gut belüfteter Raum mit Abzug der Raumluft ins Freie, leicht zu desinfizierende Oberflächen) erfüllen kann, kann nicht vorausgesetzt werden.

AW: Corona Testung / Örtlichkeit

von Dr. Ralf Schabik am 23.10.2020 um 8:12 Uhr

Auch wenn es vollkommen irre anmutet: Gar nicht so wenige Ärzte führen die Abstriche VOR DER PRAXIS durch. Funktioniert. Zweck heiligt die Mittel. Wir haben es mit einer noch ziemlich unbekannten Gefährdungslage zu tun, also sind unkonventionelle Methoden erlaubt, wenn nicht sogar notwendig.

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