Kein Austausch von Wirkstoffen!

AMK veröffentlicht Äquivalenzdosen für Antikonvulsiva

Stuttgart - 13.10.2020, 16:30 Uhr

Die AMK hat Äquivalenzdosen für Antiepileptika veröffentlicht. Schon der Austausch der Darreichungsform kann hier kritisch sein. (Foto: freshidea / stock.adobe.com)

Die AMK hat Äquivalenzdosen für Antiepileptika veröffentlicht. Schon der Austausch der Darreichungsform kann hier kritisch sein. (Foto: freshidea / stock.adobe.com)


Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker hat Äquivalenzdosen für Antikonvulsiva für die antiepileptische Therapie von Kindern und Erwachsenen veröffentlicht. Allerdings weist sie explizit darauf hin, dass sich die Hilfestellungen nur auf einen Austausch der Darreichungsformen bezieht – und auch dieser mit Vorsicht erfolgen muss – und dass kein Wechseln zwischen einzelnen Wirkstoffen erfolgen soll.

Seit Beginn der Coronakrise wird allgemein befürchtet, dass sich die Liefersituation mancher Wirkstoffe zusätzlich verschärft. Der Gesetzgeber hat dies in der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungs-Verordnung (SARS-CoV-2-AMVersVO) bedacht. Diese gestattet Apotheken, im Fall der Nichtverfügbarkeit eines verordneten Arzneimittels nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ein pharmakologisch-therapeutisch vergleichbares Arzneimittel abzugeben (Aut-simile-Substitution).

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Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) zeigt seither beim Erstellen von Äquivalenzdosistabellen enormen Eifer: Bei 20 Wirkstoffgruppen können Apotheker mittlerweile auf die Unterstützung der AMK zurückgreifen, nun hat die Arzneimittelkommission die 21. Wirkstoffgruppe veröffentlicht. Dieses Mal geht es um ein sehr sensibles Therapiegebiet: Epilepsie. Einige Wirkstoffe stehen hier sogar auf der Substitutionsaustauschliste (Teil B der Anlage VII zur Arzneimittel-Richtlinie): 

  • Carbamazepin (Retardtabletten)
  • Phenobarbital (Tabletten)
  • Phenytoin (Tabletten)
  • Primidon (Tabletten)
  • Valproinsäure, auch als Natriumvalproat und Valproinsäure in Kombination mit Natriumvalproat (Retardtabletten)

Die AMK hat zwei separate Tabellen für Antikonvulsiva bei Kindern und bei Erwachsenen erstellt.

Kein Austausch von Wirkstoffen!

Die AMK weist explizit darauf hin, dass sich die Tabelle auf den Austausch zwischen den Darreichungsformen bezieht. „Grundsätzlich sollte ein ambulanter Austausch der Darreichungsform mit Vorsicht und unter Beachtung des patientenindividuellen Anfallsrisikos erfolgen!“ Und weiter: „Der Austausch von Wirkstoffen innerhalb der Tabelle wird nicht empfohlen.“



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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