Selbstreinigung der Niere

Diabetische Nierenerkrankung – neue mögliche Behandlungsansätze durch Autophagie?

Remagen - 12.10.2020, 17:00 Uhr

Über eine Fehlregulierung der Autophagie (Selbstreinigung) bei diabetischen Nierenerkrankungen wurde zwar schon früher berichtet, aber der zugrunde liegende Mechanismus und seine pathogene Rolle sind noch weitgehend unklar. (c / Foto: sakramir / stock.adobe.com)

Über eine Fehlregulierung der Autophagie (Selbstreinigung) bei diabetischen Nierenerkrankungen wurde zwar schon früher berichtet, aber der zugrunde liegende Mechanismus und seine pathogene Rolle sind noch weitgehend unklar. 
(c / Foto: sakramir / stock.adobe.com)


Die diabetische Nierenerkrankung ist die Hauptursache für chronische Nierenerkrankungen und terminales Nierenversagen. Dabei könnte eine gestörte Autophagie eine große Rolle spielen. Wissenschaftler haben jetzt einen Signalweg entdeckt und beschrieben, der dafür verantwortlich sein könnte. Er zeigt auch mögliche Ziele zur Prävention und Behandlung auf.  

Etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten mit Diabetes mellitus entwickeln eine diabetische Nierenerkrankung und erreichen ein terminales Nierenversagen (End-Stage Renal Disease, ESRD) oder sterben vor dessen Beginn. Strukturell ist eine vergrößerte Niere (Nierenhypertrophie) eine der ersten Veränderungen. Dementsprechend entwickeln Patienten mit Diabetes mit Nierenhypertrophie eher eine ESRD als Patienten mit kleineren Nieren. 

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Über eine Fehlregulierung der Autophagie (Selbstreinigung) bei diabetischen Nierenerkrankungen wurde zwar berichtet, aber der zugrunde liegende Mechanismus und seine pathogene Rolle sind noch weitgehend unklar. Autophagie ist ein kataboler Prozess, bei dem überflüssige oder geschädigte Organellen und Proteinaggregate durch Lysosomen abgebaut werden. Sie ist wichtig für die zelluläre Homöostase und Funktion. Eine gestörte Autophagie trägt zur Pathogenese einer Vielzahl von Krankheiten bei, wie etwa Krebs, Neurodegeneration bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Neuer Signalweg gefunden

Ein amerikanisch-chinesisches Forscherteam berichtete im August im Journal of Clinical Investigation darüber, wie die Autophagie in Modellen für die diabetische Nierenerkrankung und in menschlichen diabetischen Nieren gehemmt wurde. Sie arbeiteten mit Biopsien von 20 Personen mit und 14 Personen ohne Diabetes. „Zum ersten Mal verstehen wir, dass es einen neuartigen Weg gibt, der bei einer chronischen Nierenerkrankung von Diabetikern zu einer Funktionsstörung der Autophagie führt“, sagt Zheng Dong, Zellbiologe in der Abteilung für Zellbiologie und Anatomie des „Medical College of Georgia“ an der Augusta University in Georgia, USA.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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