Kommunikation in der Apotheke (Teil 6)

Das „Morgen-ist-auch-noch-ein-Tag“-Syndrom

Kronberg - 02.10.2020, 07:00 Uhr

Manchmal ist „Anfangen“ schon die halbe Miete. (c / Foto: fotogestoeber / stock.adobe.com)

Manchmal ist „Anfangen“ schon die halbe Miete. (c / Foto: fotogestoeber / stock.adobe.com)


Wer kennt sie nicht, die „Aufschieberitis“. Auch in Apotheken ist sie häufig zu finden – Diagnose Prokrastination. Allerdings ist die Suche nach einem entsprechenden Arzneimittel dieser Indikation in der Roten Liste vergebens. Haben wir wirklich alle zu wenig Zeit, und lässt sich das Unplanbare planen? Eine Suche nach den Ursachen des Aufschiebens.

Fragt man Apothekenkollegen, warum Dinge liegen bleiben, gibt es eine häufige Antwort: Ich habe keine Zeit! Und tatsächlich: Da wollte man gerade beginnen und plötzlich steht ein Stammkunde in der Apotheke, es klingelt das Telefon, oder die Plausibilitätskontrollen der Rezepturen müssen noch schnell erledigt werden. Jedoch: Trotz Alltagsgeschäft und den erwarteten und unerwarteten   Unterbrechungen ist die fehlende Zeit meist nicht der wahre Grund für das Aufschieben. Vielmehr haben fehlende Prioritäten und andere Hindernisse das Aufschieben zur Folge. Und abends denkt man staunend mal wieder darüber nach, was man den ganzen Tag getan hat. Mit der To-do-Liste wachsen so auch das elende Gefühl und die Stapel auf dem Schreibtisch. Das macht auf Dauer unzufrieden.

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In den meisten Fällen liegt der Grund des Aufschiebens im Unbewussten: Es ist ein Warnsignal vor vermeintlich nicht zu bewältigenden Aufgaben und Gefahren. Doch was vor Urzeiten sinnvoll war, blockiert heute das Tun auf unkonstruktive Art und Weise. Was also tun, wenn das Aufschieben lästiger Tätigkeiten zum Programm wird?

So zahlreich wie die Gründe des Aufschiebens sind auch die Lösungsansätze. Um in die Produktivität zu kommen, gilt es die Ursache des Aufschiebens zu ergründen.

Plane das Unplanbare

In der Apotheke ist der Tag selten planbar. Dennoch ist es für viele Tätigkeiten wichtig, dranzubleiben. Ein QM-Dokument zum Beispiel lässt sich nur schreiben, wenn der Mitarbeiter die Ruhe hat, sich am Stück damit zu beschäftigen. Das erfordert Absprachen im Team. Hilfreich ist es, solche Zeiten im Dienstplan zu vermerken. Auf diese Weise kann ein Kollege ohne Störung sein Projekt bearbeiten, während ein anderer das Tagesgeschäft erledigt. 



Martina Kroneisen, Apothekerin 
redaktion@daz.online


Annette Schäfer, Kulturwissenschaftlerin
redaktion@daz.online


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