Grippeschutzimpfung

Becker: Impfungen sind sicher und schützen auch andere

Berlin - 30.09.2020, 07:00 Uhr

DAV-Chef Fritz Becker hält viel von der Grippeschutzimpfung. (c / Foto: ABDA)

DAV-Chef Fritz Becker hält viel von der Grippeschutzimpfung. (c / Foto: ABDA)


Fast jeder zweite Erwachsene, der zu einer Risikogruppe gehört, will sich einer Umfrage zufolge nicht gegen Grippe impfen lassen. Das teilte die ABDA am gestrigen Dienstag unter Verweis auf eine repräsentative Umfrage mit. Aus ihrer Sicht könnte der Zuspruch größer sein.

Die Grippeschutzimpfung wird vor allem für Risikogruppen empfohlen. Dazu zählen Menschen, die älter als 60 Jahre sind, chronisch Kranke, Mitarbeiter von medizinischen Einrichtungen und jeder, der beruflich Kontakt zu vielen Personen hat. Dennoch ist selbst unter diesen Menschen die Bereitschaft sich impfen zu lassen, begrenzt. 45 Prozent der Erwachsenen, die einer Risikogruppe angehören, wollen sich laut ABDA nicht gegen Influenza impfen lassen. Insgesamt planen laut der Umfrage, für die im August rund 1.000 Bundesbürger befragt wurden, 38 Prozent der Erwachsenen eine Grippeschutzimpfung.

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Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands, hat nicht viel Verständnis für die wenig ausgeprägte Impfbereitschaft: „Dabei ist die Impfung sicher und gut verträglich“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich, sondern auch andere vor Ansteckung.“

Für die beginnende Impfsaison seien mit 26 Millionen Impfdosen deutlich mehr verfügbar als in den Vorjahren verbraucht wurden, so die ABDA weiter. Demnach wurden nach einer Analyse des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) im vergangenen Jahr rund 14 Millionen Impfdosen für gesetzlich versicherte Patienten verbraucht, im Jahr 2018 sogar nur 13,4 Millionen. Ob die Grippeimpfstoffe mit 26 Millionen in diesem Jahr jedoch reichen, lässt sich nicht sagen. Trotz der recht pessimistischen ABDA-Umfrage aus dem August, scheint die Nachfrage nach Grippeimpfungen sehr hoch. Auch die STIKO erneuerte aus diesem Grund jüngst ihre geltende Impfempfehlung, dass sich nicht jeder Bürger gegen Grippe impfen lassen solle.

Wegen der Corona-Pandemie raten Experten in diesem Jahr besonders zur Grippeimpfung, um eine Überforderung des Gesundheitssystems zu vermeiden. In der ausgesprochen heftigen Saison 2017/18 starben nach RKI-Angaben in Deutschland etwa 25.000 Menschen an einer Influenza.

Im Rahmen von Modellprojekten dürfen bestimmte Apotheken in einigen Regionen Deutschlands nach medizinischer Schulung ab diesem Herbst selbst gegen Grippe impfen. So sollen auch die Menschen erreicht werden, die nicht zum Arzt gehen wollen oder können.


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1 Kommentar

Grippeimpfungen in Apotheken

von Hermann Eiken am 30.09.2020 um 9:07 Uhr

Obwohl wir nicht eine Apotheke in einer Modellregion haben, kommen auch bei uns schon Nachfragen, ob man sich bei uns in der Apotheke gegen Grippe impfen lassen kann. Die Bevölkerung ist also durch die allgemeine Berichterstattung schon sensibilisiert. Gestern rief zum Beispiel eine Person an, die sich gerne bei uns in der Apotheke impfen lassen wollte, weil sie keinen Hausarzt hatte und sich auch wegen der Impfung keinen suchen wollte. Wir mussten sie an einen Arzt verweisen. — Das zeigt: Es gibt einen bestimmten Bevölkerungsteil, der sich lieber einen niederschwelligeren Zugang zur Grippeimpfungen auswählt als das Arztsystem. Den sollten wir möglichst schnell flächendeckend bedienen können. Impfungen sind eine der wirksamsten Präventionsmaßnahmen und dafür sollten Apotheken offen sein und sie fördern, — auch durch eigenes Tun. - Und Ärzte sollten das fördern und ihre offensichtlich merkantilen Widerstände aufgeben.

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