Gesundheitskompetenz

BMG launcht neues Gesundheitsportal

Berlin - 01.09.2020, 13:00 Uhr

Seit heute stellt das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit IQWiG, RKI, DKFZ und anderen Partnern auf dem Nationalen Gesundheitsportal gesundheitsbezogene Informationen bereit. (s / Screenshot: DAZ.online / gesund.bund.de)

Seit heute stellt das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit IQWiG, RKI, DKFZ und anderen Partnern auf dem Nationalen Gesundheitsportal gesundheitsbezogene Informationen bereit. (s / Screenshot: DAZ.online / gesund.bund.de)


Verlässlich, werbefrei und gut verständlich – so will das Bundesgesundheitsministerium die Bürger in Deutschland künftig zu gesundheitsbezogenen Themen informieren. Zu diesem Zweck launcht das Ministerium heute das sogenannte Nationale Gesundheitsportal.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) stellt künftig in Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und dem Robert Koch-Institut gesundheitsbezogene Informationen für Bürgerinnen und Bürger bereit. Auf dem sogenannten Nationalen Gesundheitsportal finden sich unter www.gesund.bund.de demnach Beiträge zu häufigen Krankheitsbildern wie Krebs und Herz-Kreislauf-Beschwerden sowie zu Themen wie Pflege, Prävention und Digitalisierung. „Weitere Themenschwerpunkte sollen Schritt für Schritt hinzugefügt und das Spektrum an Angeboten kontinuierlich weiterentwickelt werden“, schreibt das BMG in einer Pressemitteilung vom heutigen Dienstag.

BMG setzt auf Transparenz und Qualität

Wenn es um gute Gesundheitsinformationen gehe, seien Transparenz und Qualität „ganz wichtig“, betont das Ministerium. Daher plane das BMG, genau zu beschreiben, wie die Inhalte erstellt werden.

„So ist für den Nutzer nachvollziehbar, wer den Beitrag fachlich geprüft hat, wie aktuell der Stand des Artikels ist und auch welche Quellen den Inhalten zugrunde liegen.“ Nach Angaben des Ministeriums ist das Portal barrierefrei aufgebaut. So sind alle Informationen auch in leichter Sprache und Gebärdensprache abrufbar. Technisch entspricht es den Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik.

Ziel der Initiative ist es, die Gesundheitskompetenz der Menschen in Deutschland zu fördern und ihnen verlässliche, werbefreie und verständliche Informationen anzubieten. Angestoßen hatte das Projekt der ehemalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Gröhe hatte im Jahr 2017 die Allianz für Gesundheitskompetenz gegründet, an der neben dem BMG unter anderem die Spitzenorganisationen der Ärzte, Apotheker, Krankenkassen, Krankenhäuser, Patientenvertreter, Verbraucherzentralen sowie die Gesundheitsministerkonferenz der Länder beteiligt sind.

Bielefelder Studie zeigt Handlungsbedarf auf

Die wichtigsten Handlungsfelder der Allianz sind die Verbesserung der Gesundheitsbildung, gute Gesundheitsinformationen und Entscheidungshilfen sowie mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch, aber auch in allen anderen Gesundheitsberufen. Das Thema Gesundheitskompetenz war auf die Agenda des Ministers gerückt, nachdem eine Studie der Uni Bielefeld gezeigt hatte, dass mehr als die Hälfte der Einwohner hierzulande Schwierigkeiten hat, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden.

Gerade die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen sind“, unterstreicht der amtierende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Nur wer informiert ist, kann sich und andere schützen. Mit dem Nationalen Gesundheitsportal wollen wir Bürgerinnen und Bürger aber auch jenseits von Corona zu Fragen rund um ihre Gesundheit informieren – schnell, benutzerfreundlich und fundiert. Wer Gesundheit googelt, soll künftig auf dem Nationalen Gesundheitsportal landen.“


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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