Zwei Varianten des Virus

Erster Fall erneuter SARS-CoV-2-Infektion?

Stuttgart - 25.08.2020, 07:00 Uhr

Hongkonger Forscher haben eigenen Angaben zufolge erstmals eine erneute Corona-Ansteckung bei einem bereits länger genesenen Patienten nachgewiesen. (Foto: dottedyeti / stock.adobe.com)

Hongkonger Forscher haben eigenen Angaben zufolge erstmals eine erneute Corona-Ansteckung bei einem bereits länger genesenen Patienten nachgewiesen. (Foto: dottedyeti / stock.adobe.com)


Könnte man sich doch nach durchgemachter COVID-19-Erkrankung erneut mit SARS-CoV-2 infizieren? Hongkonger Forscher meinen, dies bei einem Patienten nun beobachtet zu haben. Er hatte sich mit zwei Varianten des Virus infiziert.

Hongkonger Forscher haben eigenen Angaben zufolge erstmals eine erneute Corona-Ansteckung bei einem bereits länger genesenen Patienten nachgewiesen. Die Uniklinik der University of Hong Kong schrieb am gestrigen Montag auf Twitter, dass Mikrobiologen der Hochschule weltweit erstmals einen solchen Fall dokumentiert hätten. Die Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass „Immunität nach einer natürlichen Infektion von kurzer Dauer sein kann“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Die Uniklinik verwies auf einen Bericht des öffentlichen Hongkonger Senders RTHK über die neuen Forschungsergebnisse. Demnach hatte sich ein Mann aus Hongkong im Frühjahr mit dem Virus infiziert. Nachdem er sich von der Corona-Infektion erholt hatte, sei das Virus bei ihm vier Monate später nach einer Spanienreise im August erneut nachgewiesen worden. Erbgutuntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich um verschiedene Varianten von SARS-CoV-2 handelte. Das spricht gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion.

Beispiel für eine Re-Infektion

Allerdings sei die Informationslage am Montagnachmittag (später Abend Hongkonger Zeit) dünn, berichtet die dpa, weil eine Presseerklärung der Uniklinik wohl nur an wenige Journalisten gemailt worden war. Maria van Kerkhove, COVID-19-Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nahm in einer Pressekonferenz Bezug zu der Presseerklärung und sagte: „So wie wir die Pressemitteilung verstehen, könnte das ein Beispiel für eine Re-Infektion sein.“

Mehr als ein halbes Jahr nach Auftauchen von SARS-CoV-2 ist bislang nicht viel über mögliche erneute Ansteckungen bekannt geworden. Die wenigen Berichte zu solchen Fällen warfen bislang viele Fragen auf, wie auch die WHO schreibt. Studien, die Menschen nach einer Infektion über Jahre im Blick behalten, fehlen. Forscher gehen nach Untersuchungen im Labor davon aus, dass eine durchgemachte Corona-Infektion zumindest zeitweise Schutz vor einer erneuten Ansteckung verleihen könnte.


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2 Kommentare

Was soll das?

von Peter am 25.08.2020 um 13:51 Uhr

Was soll dieser voller Konjunktive durchsetzter Artikel über eine eventuelle Reinfektion.
Wollen sie jetzt auch ins allgemeine, angstschürrende Panikhorn blasen.
Bitte recherchieren sie und veröffentlichen sie keine Halbwahrheiten.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Gefühlt dröfte Meldung zu Reinfektion

von Andreas P. Schenkel am 27.08.2020 um 21:06 Uhr

Dieses Phänomen der vermeintlichen Reinfektion mit SARS-CoV-2 taucht von fast Anbeginn der Pandemie auf. Immer wieder haut jemand eine sensationelle Meldung über seine brandneue Supererkenntnis raus und dann folgt klammheimlich und verschämt schon kurz danach der Widerruf. Ich traue mich wetten, hier ist es wieder bald so. Bedauernswert finde ich die Politiker, die auf solch wabbeliger "Faktenbasis" schwerwiegende Entscheidungen teils in WIndeseile treffen müssen.

Aber nehmen wir das ganze doch mal für bare Münze für ein wüstes Gedankenspiel: Dann hätte sich also das SARS-CoV-2 durch die Welt transmittiert und transmutiert, also wäre SARS-CoV-2, das den bedauernswerten Honkonger Patienten zuerst befallen hatte, eine ganz neue Seuche im Vergleich zum SARS-CoV-2, das ihn jüngst plagte. SARS-CoV-3? SARS-CoV-2-round-the-world?

And, by the way, James, dann wären alle und wirklich alle Maßnahmen gegen das Virus vergeblich; alle weltwirtschaftsschrottenden Lock-Break-Ruin-Downs hätten ausschließlich geschaden und nichts und niemandem genutzt. Und der schwedische Weg, sich mit einigen Vorsichtsregeln ins Unvermeidliche zu fügen wäre weitgehend richtig gewesen, sieht man von den katastrophalen Zuständen in Pflegeheimen ab. Aber das hatten nur die wenigsten Staaten halbwegs im Griff gehabt.

Aber ich denke, das wird sich genauso als Fehlinterpretation herausstellen wie all diese Meldungen zuvor. Es sei denn, der besagte Hongkonger Patient hätte ein seltsam selektives Immunsystem, das zuerst nur ausschließlich eine leicht veränderbare Struktur in sein Immungedächtnis aufgenommen hat und das mutierte Virus dann deswegen nicht erkannte. Sollte dies so sein, dann wäre es aber sehr wahrscheinlich ein Superseltensonderfall ohne jegliche Bedeutung für epidemiologische Fragen und politische Entscheidungen.

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