Wegen steigender Zahlen

Corona-Maßnahmen auf dem Prüfstand

Berlin - 24.08.2020, 07:00 Uhr

SARS-CoV-2: In Deutschland steigen die Infiziertenzahlen. Die Gesundheitsminister der Länder beraten am heutigen Montag per Telefonkonferenz über eine mögliche Verschärfung von Maßnahmen. (c / Foto: imago images / Ralph Peters)

SARS-CoV-2: In Deutschland steigen die Infiziertenzahlen. Die Gesundheitsminister der Länder beraten am heutigen Montag per Telefonkonferenz über eine mögliche Verschärfung von Maßnahmen. (c / Foto: imago images / Ralph Peters)


Behält Deutschland mit den geltenden Auflagen die Ausbreitung des Coronavirus einigermaßen im Griff – oder müssen die Regeln doch wieder verschärft werden? Diese Woche könnte es Entscheidungen dazu geben.

Die Zahl der Corona-Neuansteckungen steigt weiter. Bund und Länder bereiten vor diesem Hintergrund Spitzengespräche zum weiteren Vorgehen in der Pandemie vor. Am heutigen Montag beraten die Gesundheitsminister der Länder, am Dienstag die Koalitionsspitzen in Berlin und am Donnerstag schalten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) per Video zusammen. Auf dem Prüfstand stehen die Corona-Maßnahmen in verschiedenen Bereichen.

Ein Thema werden die Auflagen für Feiern und andere Veranstaltungen sein. Es soll um das Infektionsrisiko bei solchen Events gehen, wie Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ankündigte. Über die Frage, ob es neue Obergrenzen für Familienfeiern geben sollte, wird bereits sei einiger Zeit diskutiert. Kalayci, Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, ist für einheitliche und gegebenenfalls auch neue Regeln.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angeregt, wegen des Ansteckungsrisikos noch einmal über die erlaubte Größe solcher privaten Feste zu sprechen. In den Ländern ist das unterschiedlich geregelt.

Erstmals seit Ende April ist die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen am vergangenen Wochenende wieder auf mehr als 2.000 gestiegen: Genau 2.034 neue Fälle meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag. Am gestrigen Sonntag lag die Zahl der innerhalb von 24 Stunden bei  782 registrierten Neuinfektionen. Eine Entspannung des Infektionsgeschehens lässt sich daraus aber nicht ablesen. Der niedrige Wert war zu erwarten, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Auch am Montag liegt der Wert deshalb häufig noch deutlich unter dem anderer Wochentage.

Einen Anhaltspunkt für die Beurteilung des Infektionsgeschehens liefern die ans RKI gemeldeten Fälle binnen einer Woche. Diese Zahl lag am Sonntag bei 8.528 (Datenstand 23.8., 0 Uhr) und damit leicht über der vom Vortag (8.498). Vor einer Woche (16.8.) lag dieser Wert bei 6.837, vor einem Monat (23.7.) nur bei 2843.

In den letzten Wochen sei die Zahl der binnen einer Woche verzeichnete Fälle in vielen Bundesländern stark angestiegen, aus nur noch 17 Landkreisen seien in den letzten 7 Tagen keine Fälle übermittelt worden, schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom 22. August.

Die Bundesregierung sieht in privaten Feiern, bei denen Corona-Regeln nicht eingehalten werden, und verstärktem Reiseverkehr wesentliche Ursachen für den Anstieg der Zahlen. Zudem wird deutlich mehr getestet, wodurch mehr Infektionen entdeckt werden.


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