Aluminium statt Plastik

Pinimenthol in neuer Tube

Stuttgart - 21.08.2020, 14:15 Uhr

Dr. Wilmar Schwabe setzt bei Pinimenthol Erkältungsbalsam mild und Erkältungssalbe künftig auf Aluminiumtuben statt Plastik – ist das wirklich umweltverträglicher? (x / Bild: Dr. Willmar Schwabe / Piman Khrutmuang / stock.adobe.com)

Dr. Wilmar Schwabe setzt bei Pinimenthol Erkältungsbalsam mild und Erkältungssalbe künftig auf Aluminiumtuben statt Plastik – ist das wirklich umweltverträglicher? (x / Bild: Dr. Willmar Schwabe / Piman Khrutmuang / stock.adobe.com)


Aus Umweltgründen verzichtet Pharmahersteller Dr. Willmar Schwabe bei Pinimenthol künftig auf die Plastiktube. Stattdessen werden der Pinimenthol Erkältungsbalsam und die Pinimenthol Erkältungssalbe in Aluminiumtuben abgefüllt. Ist das wirklich umweltverträglicher? Nadine Sprecher, Apothekerin und Redakteurin, hat sich informiert.

 Pinimenthol® Erkältungssalbe und Erkältungsbalsam mild bekommen eine neue Verpackung. Wie der Hersteller Dr. Willmar Schwabe mitteilt, soll ab August von Kunststoff- auf Aluminiumtuben umgestellt werden. Als Gründe führt das Unternehmen unter anderem Umweltaspekte an.

Der Umwelt zuliebe?

Der Hersteller begründet den Wechsel mit Umweltaspekten, da die neuen Aluminiumtuben nahezu vollständig recyclebar seien und keine zusätzliche Verbundfolie als Originalitätsverschluss benötigt werde.

Einen weiteren Vorteil sieht der Hersteller in der Vermeidung des so genannten „Suck-back“. Darunter versteht man das Rücksaugen der Zubereitung in die Tube, das durch den Unterdruck in der Kunststofftube nach der Applikation zustande kommt. Zudem ließen sich Aluminiumtuben fast vollständig entleeren und die enthaltene Zubereitung noch genauer dosieren.

Hinweis: Damit die Recycle-Fähigkeit von Aluminium zum Tragen kommt, müssen Aluminiumverpackungen der Wiederverwertung zugeführt werden. Daher sollten entleerte Aluminiumverpackungen nicht über den Restmüll, sondern über die Wertstofftonne (bzw. Gelber Sack oder Gelbe Tonne) entsorgt werden.

Ist Aluminium umweltfreundlich?

Die zunehmende Verwendung von Aluminium stellt für die Umwelt eine Herausforderung dar. Da Aluminium in Form von Bauxit in der Erdkruste enthalten ist, werden für die Gewinnung in Abbaugebieten wie Brasilien, Guinea und Indien große Flächen tropischen Regenwalds gerodet. Dies bedroht den Lebensraum von Tieren und indigenen Völkern.

Zudem ist die anschließende Verarbeitung zu Aluminium sehr energieintensiv (ca. 27-mal höher als bei der Herstellung von Glas) und führt zur Entstehung giftiger Abfallprodukte (sogenannter Rotschlamm) sowie klimaschädlicher Gase. Durch unsachgemäße Lagerung bzw. Entsorgung gelangen diese Schadstoffe vielerorts in die Umwelt.



Nadine Sprecher, Apothekerin, Redakteurin PTAheute.de
redaktion@daz.online


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