300 Millionen Impfdosen

EU sichert sich Corona-Impfstoff von AstraZeneca

Stuttgart - 17.08.2020, 16:30 Uhr

Der erste COVID-19-Impfstoffkandidat in der klinischen Phase III wurde zunächst unter dem Namen ChAdOx1 vom Jenner Institute der Oxford Universität bekannt, seit der Partnerschaft mit AstraZeneca heißt er AZD1222. (s / Foto: imago images / Xinhua)

Der erste COVID-19-Impfstoffkandidat in der klinischen Phase III wurde zunächst unter dem Namen ChAdOx1 vom Jenner Institute der Oxford Universität bekannt, seit der Partnerschaft mit AstraZeneca heißt er AZD1222. (s / Foto: imago images / Xinhua)


Die Europäische Union hat sich Hunderte Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus gesichert. Nach eigenen Angaben hat sie einen ersten entsprechenden Rahmenvertrag mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca geschlossen. Dabei geht es um den Kauf von 300 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 100 Millionen.

Die EU-Kommission hat einen ersten Rahmenvertrag mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca über Hunderte Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus geschlossen, wie die Behörde am vergangenen Freitag in Brüssel mitteilte. Der Impfstoff könne sowohl den EU-Staaten als auch anderen europäischen Ländern sowie weniger wohlhabenden Ländern anderswo in der Welt zur Verfügung stehen, hieß es. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach vom „ersten Grundpfeiler“ einer europäischen Impfstoffstrategie. „Diese Strategie wird es uns ermöglichen, Europäer sowie unsere Partner anderswo in der Welt mit künftigen Vakzinen zu versorgen.“

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AstraZenecas Impfstoffkandidat befindet sich der EU-Kommission zufolge bereits in groß angelegten klinischen Studien der Phase II/III. Er war der erste COVID-19-Impfstoffkandidat in der klinischen Phase III und wurde zunächst unter dem Namen ChAdOx1 vom Jenner Institute der Oxford Universität bekannt, seit der Partnerschaft mit AstraZeneca heißt er AZD1222. Die Entscheidung, den Impfstoff von AstraZeneca zu unterstützen, basiert laut EU-Kommission unter anderem auf einem soliden wissenschaftlichen Ansatz und der verwendeten Technologie (basierend auf einem abgeschwächten Adenovirus aus Schimpansen (ChAd), das mit dem Gen für das Spike-Protein von SARS-CoV-2 ausgestattet ist), der Schnelligkeit bei der Bereitstellung im benötigten Maßstab, den Kosten, der Risikoteilung, der Haftung und der Produktionskapazität, die in der Lage sein soll, die gesamte EU zu beliefern.

Mit Vorverträgen und Abnahmegarantien verschaffen sich derzeit Staaten weltweit Zugriff auf potenzielle Corona-Impfstoffe, die noch in der Entwicklung sind. So sollen Herstellungskapazitäten aufgebaut werden – obwohl die Hersteller noch nicht sicher sind, dass ihre Mittel wirklich funktionieren werden. Bereits im Juni hatte eine sogenannte Impfstoffallianz aus Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden mit AstraZeneca einen Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen geschlossen. Eine Sprecherin der EU-Kommission betonte am Freitag, das aktuelle Abkommen decke alle 27 EU-Staaten ab. Ob die EU-Abmachnung den Vertrag der Impfstoffallianz ersetzt, blieb zunächst unklar.

Die EU-Kommission betonte außerdem, dass ähnliche Verträge mit weiteren Unternehmen verhandelt würden. Am Vortag hatte sie bereits mitgeteilt, dass Vorgespräche für einen Rahmenvertrag mit Janssen Pharmaceutica NV für den Kauf von 200 Millionen Dosen sowie einem Vorkaufsrecht für weitere 200 Millionen abgeschlossen worden seien.

Mit einem Joint Venture von Sanofi und GSK waren bereits ähnliche Vorgespräche abgeschlossen worden. Dabei ging es um den Kauf von 300 Millionen Dosen. Finanziert werden sollen die Geschäfte über ein im Kampf gegen die Coronakrise geschaffenes Soforthilfeinstrument. Es ist mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt ausgestattet.


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