Ergebnisse der DAZ.online-Umfrage

Grippeimpfung: Zwei Drittel der Apotheker haben Interesse

Berlin - 24.07.2020, 07:00 Uhr

Viele Apotheker ziehen es offenbar in Betracht, die Grippeimpfung in ihrer Apotheke anzubieten. (c / Foto: imago images / ZUMA Wire) 

Viele Apotheker ziehen es offenbar in Betracht, die Grippeimpfung in ihrer Apotheke anzubieten. (c / Foto: imago images / ZUMA Wire) 


Die Mehrheit der Apotheker in Deutschland steht dem Thema Grippeimpfung offen gegenüber: Mehr als zwei Drittel von ihnen sind unter bestimmten Voraussetzungen bereit, diesen Service anzubieten. Das geht aus den Ergebnissen einer nicht repräsentativen Umfrage von DAZ.online hervor.

Wenn es um Modellprojekte zur Grippeimpfung in den Apotheken geht, erreichen DAZ.online auf den verschiedenen Kanälen oft skeptische Leserkommentare. Wir wollten wissen: Spiegeln diese tatsächlich die allgemeine Haltung der Apotheker wider? Den Ergebnissen unserer Umfrage zufolge lautet die Antwort „Nein“. Auf die Frage, ob sie grundsätzlich bereit wären, die Impfung in ihrer Apotheke anzubieten, antworteten mehr als 50 Prozent der 283 Teilnehmer vorbehaltlos mit „Ja“. Knapp 20 Prozent würden es tun, wenn die umliegenden Ärzte es tolerieren würden. Nur drei von zehn der Befragten lehnen die Grippeimpfung in der Apotheke grundsätzlich ab.

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Neben dem Faktor Einverständnis der Ärzte ist ein weiterer Aspekt wichtig für die Pharmazeuten: das Honorar. Lediglich 8 Prozent der Teilnehmer (273 abgegebene Stimmen) halten das in Nordrhein ausgehandelte Honorar von 12,61 Euro (netto) für ausreichend. Knapp 18 Prozent könnte eine Vergütung zwischen 12,61 und 15 Euro dazu bewegen, sich an entsprechenden Modellprojekten zu beteiligen. Gibt es für den Service 16 bis 20 Euro, würden sich weitere 34 Prozent der Befragten anschließen. Insgesamt wären dann folglich schon 60 Prozent der Apotheker an Bord. Rund 20 Prozent würden ab einem Betrag von 20 Euro einsteigen, 5 Prozent haben keine konkrete Vorstellung. Gerade einmal 15 Prozent gaben an, kein Geld der Welt könne sie dazu bringen, die Grippeimpfung anzubieten.




Was die Verhandlungen mit den Krankenkassen angeht, setzt der Löwenanteil der Befragten auf die gewählten Standesvertreter. Rund 60 Prozent finden, die Apothekerverbände auf Landesebene sollten an die Kassen herantreten. 20 Prozent meinen, Apothekenkooperationen sollten die Initiative ergreifen. Den übrigen 20 Prozent ist es egal, wer für sie in den Ring steigt. Hier finden Sie die Umfrage im Original: Grippeimpfung – Welches Honorar ist angemessen?


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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5 Kommentare

Unberücksichtigt

von Reinhard Rodiger am 24.07.2020 um 21:53 Uhr

Unberücksichtigt sind die Fixkosten und der Zeitaufwand zur Überzeugung .Die Kunden müssen acquiiriert werden,sie kommen nicht einfach zum Impfen. Dann nur die eigene Arbeitszeit Zur Abwicklung zu berechnen reicht nicht. Dafür wäre 20€ eher Unter-als Obergrenze. Das ist ohne Vorhaltekosten,,Versicherung,Ausbildung,Dokumentation etc. Von Gewinn ist nicht gesprochen
Anders ausgedrückt; Die Frage nach dem Honorar ist so völlig unzureichend mit Potenzial zur Irreführung

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

"Grippeimpfung: Zwei Drittel der Apotheker haben Interesse"

von Krug2020 am 24.07.2020 um 9:22 Uhr

Jetzt benötige ich Nachhilfe - Veröffentlichung im DAP (24.07.2020)

Zitat:
„Ich befürworte die Grippeimpfung in Apotheken.“
29,20 %
„Ich befürworte die Grippeimpfung in Apotheken nicht.“
70,80 %
Laufzeit: 13.07.2020 – 19.07.2020 | 2031 Teilnehmer | © 2020 DAP Networks GmbH

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: "Grippeimpfung: Zwei Drittel der

von Christina Müller am 24.07.2020 um 10:48 Uhr

Guten Tag!
Ja, in der Tat passen die beiden Umfrageergebnisse auf den ersten Blick nicht zusammen. Das könnte möglicherweise damit zu tun haben, dass die Fragestellung unterschiedlich war. Ob jemand die Grippeimpfung in den Apotheken befürwortet oder bereit ist, sie anzubieten, wenn die gesetzliche Grundlage geschaffen wird, kann theoretisch zu verschiedenen Antworten führen. Zudem haben wir etwas mehr Spielraum für Differenzierung gelassen. Grundsätzlich erheben wir aber keinen Anspruch auf Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Es handelt sich um eine nicht repräsentative Umfrage, deren Resultat eher als Stimmungsbild zu verstehen ist.
Beste Grüße aus der Redaktion!
Christina Müller

Impfen

von Conny am 24.07.2020 um 9:12 Uhr

Ich lasse meine Kollegen/innen impfen . Persönlich werde ich die gute Partnerschaft mit den Ärzten vor Ort weiter pflegen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Grippe impfen

von pille62 am 24.07.2020 um 8:33 Uhr

in der Schweiz ,so war zu lesen, nehmen die Kollegen zwischen 29 und 40 Fr pro Impfung!
Aber die Schweizer Kollegen sind ja auch viel besser ausgebildet, vor allem können sie rechnen.
Hierzulande steht die Freiberuflichkeit ja im Vordergrund und diese beinhaltet ja, das die Gewinnabsicht im Hintergrund steht.
Impfen finde ich gut, aber nicht zu den aufgerufenen Preisen.

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