Telematikinfrastruktur

Gematik lässt ersten E-Health-Konnektor zu

Berlin - 22.07.2020, 13:00 Uhr

Die Kocobox ist der erste Konnektor, der jetzt zum E-Health-Konnektor aufgerüstet werden kann. (c / Foto: Schelbert)

Die Kocobox ist der erste Konnektor, der jetzt zum E-Health-Konnektor aufgerüstet werden kann. (c / Foto: Schelbert)


Die Gematik hat den ersten E-Health-Konnektor für den bundesweiten Einsatz in der Telematikinfrastruktur zugelassen. Damit sei der Weg frei für medizinische Anwendungen wie Notfalldatensatz und E-Medikationsplan, teilt das Gremium mit.

Bis Ende September dieses Jahres müssen die Apotheken an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein. Eines der Module, die sie dazu benötigen, ist ein Konnektor. Bislang gab es diese lediglich in einer Form, die noch ein sogenanntes E-Health-Upgrade benötigt. Nun hat die Firma CompuGroup Medical als erster Hersteller eine Zulassung für sein Konnektor-Update erhalten. „Das bedeutet: Der Produktivrollout des E-Health-Konnektors kann beginnen“, schreibt die Gematik in einer Pressemitteilung. „Über ein Software-Update wird aus dem bisher zugelassenen Konnektor für den Online-Abgleich der Versichertenstammdaten ein E-Health-Konnektor. Das Gerät muss nicht ausgetauscht werden.“ Zuvor hatte der Hersteller den Konnektor in der Region Westfalen-Lippe im Versorgungsalltag getestet. Neben dem erfolgreich abgeschlossenen Feldtest musste der Hersteller eine Sicherheitszertifizierung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik nachweisen, informiert die Gematik.

Die CompuGroup stellt die Kocobox her – das einzige bis dato von der Gematik lizensierte Gerät, das nicht von der TI-Panne betroffen war, die seit Wochen für Trouble innerhalb der Ärzteschaft sorgt. Durch einen Konfigurationsfehler in der Telematikinfrastruktur waren viele Praxen seit Ende Mai von der Datenautobahn abgeschnitten. Der daraus entstandene Streit zwischen Ärzten, Gematik und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das 51 Prozent der Anteile an dem Digitalisierungs-Gremium hält, ist inzwischen so weit eskaliert, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Widerstand gegen die weitere TI-Anbindung der Praxen angekündigt hat.

Ungeachtet dessen ist Gematik-Geschäftsführer Markus Leyck Dieken optimistisch für die Zukunft der TI. „Wir haben allen Grund zu feiern“, sagte er laut Gematik-Mitteilung. „Die Zulassung des E-Health-Konnektors ist ein großer Erfolg – für alle Beteiligten: Bald werden medizinische Anwendungen der Telematikinfrastruktur aus dem Versorgungsalltag nicht mehr wegzudenken sein.“ Damit seien er und seine Kollegen „unserem Ziel, durch digitale Lösungen die Patientenversorgung zu verbessern, ein enormes Stück nähergekommen.“


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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