Grippeimpfung in den Apotheken

Bundesweit erstes Modellprojekt steht

Berlin - 09.07.2020, 11:30 Uhr

Jetzt wird es ernst: Der bundesweit erste Vertrag über Modellprojekte zur Grippeschutzimpfung in den Apotheken steht. (s / Foto: imago images / Schöning)

Jetzt wird es ernst: Der bundesweit erste Vertrag über Modellprojekte zur Grippeschutzimpfung in den Apotheken steht. (s / Foto: imago images / Schöning)


Der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) und die AOK Rheinland/Hamburg sind sich einig geworden: Im kommenden Herbst dürfen die Apotheken in Nordrhein erstmals in einem Modellprojekt gegen Grippe impfen. Das teilten die Vertragspartner heute mit.

Der AVNR geht voran und schließt mit der AOK Rheinland/Hamburg den bundesweit ersten Vertrag über Modellprojekte zur Grippeschutzimpfung in den Apotheken ab. „Das Modellvorhaben läuft über einen Zeitraum von drei Jahren und wird nach allgemein anerkannten wissenschaftlichen Standards begleitet und ausgewertet“, schreiben die Krankenkasse und der Verband in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Wie DAZ.online auf Anfrage beim AVNR erfuhr, ist das Projekt zunächst für die vier Regionen Düsseldorf und Umgebung, Essen/Mülheim/Oberhausen, Bonn Rhein-Sieg und Rechter Niederrhein (Duisburg/Niederrhein) vorgesehen.

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Der Verbandsvorsitzende Thomas Preis gibt die Marschrichtung vor: „Unser Ziel ist es, die Durchimpfungsraten weiter zu steigern. Dabei sehen wir unser Angebot als eine Ergänzung zum Impfangebot der Ärzteschaft“, betont er. Bevor Apotheker mitmachen können, müssen sie Preis zufolge zunächst eine spezielle Fortbildung absolvieren. Die entsprechenden Leitlinie hat die Bundesapothekerkammer mit Juni beschlossen und mittlerweile mitsamt Arbeitshilfen auf der ABDA-Webseite veröffentlicht. Bezüglich der praktischen Umsetzung stehe man in Kontakt mit der Apothekerkammer Nordrhein, die den Kurs anbieten soll.

AOK: Grippeimpfung in Apotheken ist sinnvoll

Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, hebt hervor, dass sich die Kasse bundesweit bereits im Oktober des vergangenen Jahres aktiv für das zusätzliche Impfangebot beim Grippeschutz in Apotheken eingesetzt habe: „Die Grippeschutzimpfung ist eine der bedeutendsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen: Mit ihr können viele Grippetote vermieden werden“, sagt Wältermann. Daher sei es sinnvoll, wenn mit den Apotheken vor Ort eine weitere qualitätsgesicherte und patientennahe Anlaufstelle im Gesundheitswesen genutzt würde, um die Durchimpfraten zu erhöhen.


Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Bundesweit erstes Modellprojekt steht...

von Alfons Neumann am 16.07.2020 um 2:36 Uhr

ist zwar "klasse", aber sonst hören wir doch immer nur "geht nicht" oder "kommt nicht" (wie Rx-Versandverbot, Ausgleich für nunmehr 16 Jahre Inflation, fast 4 Jahre EuGh-Urteil-Schwebezustand und...). Nur: Die Apotheke vor Ort kann sich für warme Worte nichts kaufen - Wer bezahlt denn Bürokratie etc. - natürlich niemand !!

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