Unabhängig von missglückter IT-Migration

Vorstand Olaf Klose verlässt Apobank

Stuttgart - 22.06.2020, 15:00 Uhr

Olaf Klose, Vorstand der Apobank und verantwortlich für das Privatkundengeschäft, verlässt die Heilberuflerbank. Liegt es an der chaotischen IT-Migration? (m / Foto: Apobank)

Olaf Klose, Vorstand der Apobank und verantwortlich für das Privatkundengeschäft, verlässt die Heilberuflerbank. Liegt es an der chaotischen IT-Migration? (m / Foto: Apobank)


Liegt es am missglückten IT-Umzug der Apobank, dass Olaf Klose die Heilberuflerbank verlässt, besser gesagt: bereits am Freitag verließ? Die Apobank erklärt im Gespräch mit DAZ.online das Ausscheiden des Vorstands mit „unterschiedlichen Vorstellungen über die strategische Ausrichtung des Privatkundengeschäfts“. Wer wird Kloses Nachfolger?

Olaf Klose verlässt die Apobank. Im Gespräch mit DAZ.online erklärte eine Apobank-Sprecherin am heutigen Montag, dass der für das Ressort Privatkunden zuständige Vorstand die Genossenschaftsbank auf „eigenen Wunsch“ verlässt. Diesem Wunsch hat der Aufsichtsrat bereits zum vergangenen Freitag (19. Juni 2020) zugestimmt. Der im Jahr 2021 auslaufende Vorstandsvertrag wurde nicht verlängert, Klose somit von seinen Aufgaben entbunden.

War die missglückte IT-Migration schuld?

Ist es Zufall, das Klose just jetzt geht, da die Apobank mit den Folgen ihres missglückten IT-Umzugs kämpft? Noch immer bekommt die Bank die seither herrschenden Probleme nicht in den Griff, jüngst holte sie sich zumindest für den Kundensupport Zendesk mit ins Boot. Die Apobank-Sprecherin bestätigt diesen Verdacht nicht. Auf Nachfrage der Redaktion erklärt sie: „Auslöser für die einvernehmliche Trennung sind unterschiedliche Vorstellungen über die strategische Ausrichtung des Privatkundengeschäfts.“

Olaf Klose war seit 2016 als Vorstand für das Privatkundengeschäft der Apobank verantwortlich. Unter seiner Leitung wurde das Vermögensanlagegeschäft der Bank und der Marktanteil an Existenzgründungen und Finanzierungen der Apobank zufolge „deutlich ausgebaut“ und das Privatkundengeschäft sehr erfolgreich weiterentwickelt. 

Der ehemalige Ärztepräsident Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzender des Aufsichtsrats der Apobank ist, äußerte sich zu Kloses Ausscheiden ebenfalls: „Wir bedauern, dass Herr Klose die zukünftige strategische Ausrichtung des Privatkundengeschäfts der Apobank in der vorgesehenen Form nicht mitträgt. Sein Wunsch auszuscheiden ist daher konsequent. Wir wünschen ihm viel Erfolg für seine weitere Karriere.“

Wer wird der Nachfolger?

Ein Nachfolger für das Privatkundenressort sei noch nicht bestellt, erklärt die Apobank in einer Mitteilung. Für die Übergangszeit übernehme Vorstand Holger Wessling, der das Ressort Großkunden und Märkte verantwortet, die Leitung für das Privatkundengeschäft.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Wann wird endlich Verantwortung übernommen?

von Dr. Oliver Schwenzer am 23.06.2020 um 0:32 Uhr

Dass Olaf Klose die Apobank verlässt, mag angesichts des in der Geschichte des Online-Banking einmalige Vollversagens der Migration zum neuen Dienstleister konsequent sein. Doch was dadurch nicht von heute auf morgen geheilt wird, sind zigtausende von verprellten Apothekern und Ärzten im Land, die sich angesichts des IT-Abenteuers der Apobank seit Wochen die Haare raufen. Es reicht jetzt langsam mal. Mehrere Wochen nach der Migration ist das Online-Banking noch immer grob mangelhaft, wichtige Funktionen sind schlicht futsch, alles holpert müde vor sich hin. Warum kann sich angesichts dieser Vollkatastrophe ein Ulrich Sommer noch auf seinem Posten halten? Warum gibt es keine Transparenz über Pönalen für das Chaos beim Dienstleister Avaloq, der sicher die größte Mitverantwortung für das Desaster trägt. Dort gibt es die Herren Hunziker, im Brahm, Gosch etc., die Hauptträger der Verantwortung für eine extrem Verschlechterung des Online-Banking bei einer deutschen Traditionsbank mit beachtlicher Klientel. Bisher kein persönliches Wort der Entschuldigung, keine Transparenz, keine Zusagen über Bug-Fixing etc. - dabei sollten wir in 2020 nicht in einer Welt leben, wo Chefetagen einfach weiter machen, während an der Front die Ärzte und Apotheker extrem frustriert von der IT-Schlappe sind. Die Firma Avaloq wirbt auf ihrer Homepage fröhlich mit der Apobank als Kunden. Ein Schlag ins Gesicht für alle Apobank Kunden, die extrem stressige Wochen vor dem Rechner und der neuen App hinter sich haben. Und Besserung ist nicht mal in Sicht . . .

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