„Ihr bester Weg zum Medikament“

Pro AvO stellt Plattform vor

Berlin - 17.06.2020, 16:00 Uhr

Unter dem Namen Apora bringt die Initiative Pro AvO ihr Apothekenportal auf den Markt. (s / Foto: Pro AvO)

Unter dem Namen Apora bringt die Initiative Pro AvO ihr Apothekenportal auf den Markt. (s / Foto: Pro AvO)


Das E-Rezept steht vor der Tür – und viele Apotheker in Deutschland fürchten, dass die Einführung elektronischer Verordnungen den Versandhandel beflügeln wird. Um das zu verhindern, hat die Initiative Pro AvO eine Plattform mit Namen Apora entwickelt, die der Kunde ganz einfach per App nutzen kann, um seine Medikamente in einer Präsenzapotheke zu ordern. Am heutigen Mittwoch präsentierte die Initiative ihr Konzept.

„Ihr bester Weg zum Medikament – einfach schnell und sicher“: Hinter diesem Slogan steckt die Initiative Pro AvO, zu der sich der Wort & Bild Verlag, Sanacorp, Gehe, Noventi und BD Rowa zusammengeschlossen haben. Am heutigen Mittwoch stellten die Partner ihre mit Spannung erwartete Plattform vor, mit der sie – vor allem mit Blick auf die Einführung des E-Rezepts – den EU-Versendern den Kampf ansagen.

Ziel der Plattform ist es, dass der Kunde schnell diejenige Apotheke in seiner Umgebung findet, die sein Medikament vorrätig habe, erläutert Pro-AvO-Geschäftsführer Peter Menk bei der Online-Präsentation. Dabei habe man neben den Bedürfnissen der Kunden auch explizit die Vor-Ort-Apotheken berücksichtigt. Ohnehin setzt die Initiative offenbar darauf, die Apotheker aktiv einzubinden: Erst vor wenigen Tagen hatte Pro AvO bekannt gegeben, die Pharmazeuten über eine Genossenschaft an dem Projekt beteiligen zu wollen.

Und so läuft die Bestellung ab: Über eine Stichwortsuche findet der Kunde sowohl konkrete Produkte als auch Indikationsgebiete und Apotheken, die den Suchbegriff im Namen tragen. Hat der Nutzer alle Medikamente ausgewählt, die er bestellen möchte, zeigt die App ihm auf einer Karte an, welche Apotheken in seiner Nähe sie vorrätig haben oder zum ausgewählten Zeitpunkt per Bote liefern können. Bezahlen kann der Kunde online über alle gängigen Systeme, also PayPal, per Kreditkarte oder SEPA-Lastschriftmandat, oder direkt bei der Abholung in der Apotheke.

In der ersten Version der App ist vorgesehen, dass Patienten ihre Rezepte mit dem Smartphone scannen und dann über Apora an eine Vor-Ort-Apotheke übermitteln können. „Sobald die Vorgaben der Gematik für das E-Rezept vollständig vorliegen, werden wir auch eine E-Rezept-Funktion anbieten“, verspricht Menk. Denn man wolle dabei helfen, dass elektronische Verordnungen nicht an Versender, sondern in die Präsenzapotheken fließen.



Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

RV?

von Jan Kusterer am 17.06.2020 um 16:12 Uhr

Können diese ganzen tollen Apps eigentlich auch rabattverträgisch (2B nicht da aber Alternative BbisY) und nichtlieferfähigisch. Dies sind ganz wichtige Apothekensprachen, auch digital....Das ist zu komplex für eine Bestellapp und den Patienten. Diese auf Lagerkomponente ist schlecht. Direkte Kommunikation über sichere Chats ist viel wertvoller.

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